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Starke Angebote in Interimsspielstätte

Starke Angebote in Interimsspielstätte

Schauspiel Leipzig bis Oktober 2025 auf dem agra-Park-Gelände

Gemeinsam mit seinem Leitungsteam stellte Intendant Enrico Lübbe heute das Programm der Interimsspielstätte „ag(o)ra“ des Schauspiel Leipzig vor. Wegen umfangreicher Baumaßnahmen auf der Großen Bühne bespielt das Stadttheater von April bis Oktober 2025 die Halle 4 des agra Messepark Leipzig und bringt acht Neuproduktionen zur Premiere. Interessierte haben bereits beim Tag der offenen Tür am Sonntag, 9.3., 11–16 Uhr bei freiem Eintritt Gelegenheit, die Räumlichkeiten des Interims zu entdecken.

Führungsteam des Schauspiel Leipzig präsentierte Interimsspielstätte im Süden Leipzigs

Zentrale Spielstätte des Schauspiel Leipzig von April bis Oktober ist die Halle 4, ehemals der Kultursaal der agra-Landwirtschaftsausstellung der DDR, in der drei Bühnen eingerichtet werden: „Saal“, „Lampenladen“ und „Kulturbühne“. Für die Interimszeit wandelt sich die agra zur „ag(o)ra“. In der griechischen Antike war die Agora der Ort gesellschaftlicher Debatten und der Auseinandersetzung mit Vergangenheit und Gegenwart. Die ag(o)ra des Schauspiel Leipzig wird zu einem Forum von Geschichte und Geschichten nicht nur des agra-Areals.

Eröffnet wird die ag(o)ra am Donnerstag, 24.4. ab 14 Uhr mit vier Premieren: Den Spuren und Geschichten der DDR-Landwirtschaftsausstellung geht ein Recherche-Projekt auf dem agra-Gelände nach: „Die Gläserne Kuh. Prüfbegehung der agra-Landwirtschaftsausstellung 1981“ ist ein szenischer Rundgang von Falk Rößler, Tino Kühn & Ensemble (Regie: Falk Rößler). Das Publikum wird dabei zur Prüfkommission und bekommt präsentiert, was sein wird oder — aus heutiger Sicht — gewesen ist. (Premiere 24.4., 14 Uhr, agra-Gelände)

Das Auftragswerk „Kein Schicksal, Klytämnestra“ von Nino Haratischwili verhandelt die antike Geschichte von Klytämnestra und Kassandra neu — überführt in die Spannung zwischen Tradition und Gegenwart, Veränderung und Vergangenheit. Enrico Lübbe inszeniert die Uraufführung auf einem Areal, das ebenso von Spannungen und Brüchen geformt ist. (Premiere 24.4., 18 Uhr, Saal)

Heiner Müllers „Die Umsiedlerin“ setzt sich kritisch mit der Bodenreform und Kollektivierung der Landwirtschaft in der DDR auseinander. Moritz Sostmann inszeniert es auf der ag(o)ra an einem Ort, der selbst durch diese Wandlungen geprägt ist. (Premiere 24.4., 20:30 Uhr, Kulturbühne)

In der Uraufführung „Neonschatten. Eine choreographische Inszenierung über Zeit und Geschichte(n)“ begegnen sich das Ensemble des Schauspiel Leipzig und Menschen aus der Stadt. Regisseurin Salome Schneebeli geht dabei der Frage nach, wie man sich der eigenen Stadt in Geschichten nähert. (Premiere 24.4., 20:30 Uhr, Lampenladen)

Festivalzeit im Mai

Im Rahmen des Festivals ClubFusion von Schauspiel Leipzig, Theater der Jungen Welt und Oper Leipzig werden im Mai mit „ü31“ und „Die Spielfreudigen“ zwei Spielclubs des Schauspiel Leipzig den Lampenladen und die Kulturbühne mit ihren Themen und Geschichten erobern. (Premiere jeweils am 16.5.)

Im Sommer wird auf dem agra-Gelände das Open-Air-Theater des Schauspiel Leipzig stattfinden: „Ich denk schon wieder (nur an dich)“ entwickelt die Texte von Liv Strömquist und Ada Berger spielerisch weiter — und ist die dritte Regiearbeit von Ellen Neuser am Haus.

Dabei entsteht ein ebenso humorvoller wie kritischer Abend voller popkultureller Referenzen, improvisierter Beziehungsdramen und hoffnungsvoller Blicke in die Zukunft. (Premiere am 20.6.)

Die letzte ag(o)ra-Premiere ist im September William Shakespeares „Der Sturm“ in der Regie von Adewale Teodros Adebisi. Shakespeares letztes Stück thematisiert das Aufkommen von Kolonialismus und Globalisierung sowie anknüpfende Fragen von Zivilisation und Natur, von Recht und rechtmäßiger Herrschaft. (Premiere am 12.9.)

Der Gegebenheit des Ortes entsprechend, werden alle ag(o)ra-Stücke blockweise gespielt. Sämtliche Termine sind ab sofort im Vorverkauf. Während des Interims geht der Spielbetrieb in Diskothek, Foyer 1 und Residenz regulär weiter. Im Oktober gastiert die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) mit dem Festival „Politik im Freien Theater“ in seiner 12. Ausgabe erstmals in Leipzig. Veranstaltet in Kooperation mit Schauspiel Leipzig, Theater der Jungen Welt, Schaubühne Lindenfels, Westflügel und LOFFT — DAS THEATER, wird im Rahmen des Festivals auch die ag(o)ra bespielt.

Tag der offenen Tür am 9. März

Bereits vor der offiziellen ag(o)ra-Eröffnung können Interessierte einen Vorgeschmack bekommen: Am 9.3. besteht von 11–16 Uhr die einmalige Gelegenheit, beim Tag der offenen Tür die Halle 4

zu erkunden und ihre architektonischen und technischen Spuren aus der DDR-Zeit zu entdecken.

Am 12.4. gewähren ab 11 Uhr öffentliche Proben Einblick in die vier Eröffnungs-Premieren der ag(o)ra.

Weitere Informationen über Premieren, Programmpunkte und Inhalte der ag(o)ra finden Sie in der Publikation zur Interimsspielstätte sowie auf www.schauspiel-leipzig.de.

Credits

Quelle: PM des Schauspiel Leipzig 6.3.2025

Foto: © Rolf Arnold / © Corinna Mehl

veröffentlicht: 6.3.2025

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