Matthias Engel und 4 Musiker gestaltet klassisches Versepos als zirzensisches Figurentheater Die verdienstvolle Gastspielreihe „puppe ab 18“ des Anhaltischen Theaters Dessau bot im November als Kennenlernangebot Johann Wolfgang von Goethes Versepos „Reineke Fuchs“ in der Fassung des bekannten Magdeburger Puppenspielers und Allround-Mimen Matthias Engel. Das Alte Theater war ausverkauft. Von Moritz Jähnig Vieles ist möglich „puppe ab 18“ richtet sich ...
mehr lesen »Cottbus: Messeschlager bleibt Messeschlager
Gerd Natschinskis DDR-Operetten-Erfolg von 1960 badet in Beifallsstürmen Anhaltender Jubel nach dem Finale des bemerkenswert frischen Auftritts einer 65jährigen Operette. Immer wieder brandete Zwischenapplaus auf; kein Couplet, kein rasantes Ensemble bliebt ohne herzlichen Beifall. Das Publikum der Repertoirevorstellung im ausverkauften Haus trug die Künstler förmlich durch die zweieinhalbstündige Aufführung. Ein solches Einvernehmen zwischen Bühne und Saal wie hier in Cottbus ...
mehr lesen »Leipzig: Aus der Erde geboren, aus der Haut befreit
Robert Ssempijja begeistert mit „Alienation III“ die euro-scene In seinem Solotanzstück „Alienation III“ verwebt Robert Ssempijja unterschiedliche Ausdrucksformen zu einem komplexen, in sich stimmigen Ganzen von eindringlicher Wirkung. Ssempijja, ein junger, international auftretender Tänzer und Choreograf aus Uganda, setzt Tanz, Performance, Videokunst, literarischen Ausdruck und Musik virtuos zur Erforschung und Kommunikation von Identität ein. Von Moritz Jähnig Der Raum als ...
mehr lesen »Leipzig: Sisyphos tanzt – und lächelt nicht
35. euro-scene präsentiert „Le vent se lève“ – Gastspiel von Manuel Roque (Montreal) Manuel Roque kam aus dem kanadischen Montreal mit zwei Tanzstücken nach Leipzig. Gemeinsam mit seinem Partner Nils Levazeux zeigt der die Performance „bang bang“. Wir sahen als Eröffnung vor der Festivaleröffnung das Solo “Le vent se lève”, ebenfalls in der Spielstätte Diskothek. Von Moritz Jähnig Stillstand vor ...
mehr lesen »Leipzig: Liebe, Hass und Harmlosigkeit
35. euro-scene folgt dem Leitgedanken „LOVE BODY POLITICS“ Eröffnung mit „Healing Hate“ – eine auf den gastgebenden Ort zugeschnittene Konzertperformance 35 Jahre euro-scene – das ist längst kein kleines Jubiläum mehr. Vielleicht auch deshalb fand das diesjährige Opening im Opernhaus statt, dem Kulturtempel Nummer eins. Hatte im Vorjahr ein Ensemble aus Berlin – Ubuntu Connection mit Raphael Moussa Hillebrand und ...
mehr lesen »Regensburg: Theater ist Opernhaus des Jahres 2025
Auszeichnung mit dem internationalen OPER! AWARD im Januar 2026 Das Theater Regensburg erhält den OPER! AWARD 2026 und wird so als „bestes Opernhaus des Jahres 2025“ ausgezeichnet. „Diese herausragende Auszeichnung ist eine riesengroße Ehre und Anerkennung der Leistung und Strahlkraft der Ensembles und des gesamten Hauses in allen Facetten! Eine unbändige Freude für uns alle und ich bin stolz, dieses ...
mehr lesen »Leipzig: Hat das Bubi Heimweh?
„Die Verwirrungen des Zöglings Törleß“ in einer Bearbeitung von Lukas Leon Krüger im Foyer 1 Robert Musils Romanerstling zu lesen, bleibt auch 119 Jahre nach seinem Erscheinen ein Vergnügen – und eine Herausforderung. Musils analytischer Blick auf Macht, Moral und Erkenntnis wirkt erschreckend aktuell. Ihn auf die Bühne zu bringen, heißt, eine Auswahl treffen zu müssen: Welche Schicht, welchen ...
mehr lesen »Gera: Wahnsinn, Macht und Schwesternmut
Donizettis „Lucia di Lammermoor“ als feministische Revolte Wer sich mit einer Aufnahme von Maria Callas in der Titelpartie – 1955 unter der „Stabführung“ Herbert von Karajans im Theater des Westens – auf „Lucia di Lammermoor“ in Gera 2025 vorbereitet, erlebt, was echte Zeitenwenden bedeuten. Von Moritz Jähnig Ungewöhnliches im „Lammermoor“ entfacht Begeisterung in Gera Nach einem nicht übermäßig getragenen Vorspiel ...
mehr lesen »Semperoper: „Falstaff“, ein abgehalferter Rockstar
Damiano Michieletto rückt Verdis Meisterwerk in eine suspekte Gegenwart Der schon geraume Weile amtierende neue Chefdirigent der Sächsischen Staatsoper Dresden Daniele Gatti hat sich vor einer Wagner-Premiere, „Parsifal“ im März 2026, für seinen Einstand im Graben der Semperoper Verdis „Falstaff“ gewünscht. Von Moritz Jähnig Ein ostdeutscher Unterton Man möge verzeihen, doch in diesem Dresdner „Falstaff“ klingt ein unverkennbar ostdeutscher Unterton ...
mehr lesen »Nürnberg: „La Traviata“ die Zeitgenössin
Ilaria Lanzinos radikale Neuinszenierung von Verdis Opernklassiker lässt aufmerken Auf den roten Proszeniumsvorhang wird in der Neuinszenierung von „La Traviata“ am Staatstheater Nürnberg verzichtet zugunsten einer überdimensionalen LED-Wall, auf der Violetta und ihre Freunde bei Vorglühen vor einer ausgelassen Partynacht zu beobachten sind. Unerwartete Bilder. Aber hier fängt Ilaria Lanzino mit ihren Bildern erst an … Von Moritz Jähnig Tanz ...
mehr lesen »Dessau: Bauhaus-Geist trifft Pazifismus
Saisonstart mit „Valse“ und „Der grüne Tisch“ am Anhaltischen Theater Das Anhaltische Theater eröffnete seine 231. Spielzeit – passend zum frühlingshaften Motto „Es grünt so grün“ – an einem lauen Septemberabend bei sommerlichen 21 Grad mit einer fulminanten Ballettpremiere. Der Applaus war deutlich nachdrücklich. Das begeisterte Publikum „erzwang sich“ über das Erwartete hinaus einen weiteren Schlussvorhang. Von Moritz Jähnig Einige ...
mehr lesen »Rudolstadt: Willkommen im neuen Schiller-Theater!
Tag der offenen Tür und Festakt zur Wiedereröffnung des Großen Hauses Erste Premiere am 13.9.: „Don Karlos“ Strahlende Gesichter bei strahlendem Sonnenschein: Mit einem Tag der offenen Tür und einem Festakt ist am Wochenende nach mehr als achtjähriger Bauzeit das neue Schiller-Theater Rudolstadt eingeweiht worden. Es gab einen wahren Besucheransturm, als sich die Türen erstmals für die Öffentlichkeit öffneten. Rund ...
mehr lesen »Leipzig: Schwarzer Humor in bunten Bildern
Figurentheaterzentrum Westflügel liest Orwells satirischen Roman „Farm der Tiere“ Während des Kalten Kriegs war Orwells Buch im Osten verboten, im Westen wurde es als antikommunistisches Lehrstück verfilmt. Darin warnt George Orwell 1945 davor, dass jede Revolution in neue Unterdrückung münden kann. Seine Attacke galt den perversen Auswüchsen von Stalins Diktatur, um der wahren Idee des Sozialismus wieder zur Geltung zu ...
mehr lesen »Wurzbach: Viele gute Gründe für eine Reise nach Thüringen
Verlängerte Ausstellung im Kunsthaus Müller: „Siegfried Prölls – Tänzer und Fotograf“ Das Kunsthaus Müller, der unmittelbar am Marktplatz gelegene kulturelle Anker der Stadt Wurzbach, hat seine seit Mai dort gezeigte Fotoausstellung „Siegfried Prölls – Tänzer und Fotograf“ bis zum 2. August verlängert. Anlass für die erfolgreiche Schau ist das 100. Jubiläum der Palucca Hochschule für Tanz Dresden, an der Siegfried ...
mehr lesen »Neustrelitz: Beständiger Wirbel, großes Feuerwerk, Handlung gab’s auch
„Die Zirkusprizessin“ als Theaterspass zu den Schlossgarten Festspielen inszeniert von Jasmin Solfaghari Der Name des alljährlichen Theaterereignis in Neustrelitz lautet „Festpiele im Schlossgarten“. Anders als der Titel vermuten lässt, gibt sich das Fest léger und einem Publikum aus dem Kreis der Kurgäste zugewand. Die Damen mit Sommerhut oder in großer Garderobe blieben auf dem Grünen Hügel der kleinen Residenzstadt einsam. ...
mehr lesen »Leipzig: Zechgelage am Originalschauplatz
Bachfest bietet Musiktheater der besonderen Art Eine der längsten und eindrücklichsten Szenen im von Bachfest-Intendant Michael Maul zum 500-jährigen Jubiläum des heutigen Tourismus-Hotspots Leipzig konzipierten Pasticcio-Genieprojekts spielt genau dort, wo sich Realität und Fiktion überlagern: in Auerbachs Keller, mitten in der Mädler-Passage. Johann Wolfgang Goethe war zum Studium in Leipzig, Johann Sebastian Bach wirkte hier 26 Jahre lang als Thomaskantor ...
mehr lesen »Wien: Kraftvoll und klangfarbig
Uraufführung von Miroslav Srnkas neuer Oper „Voice Killer“ am Theater an der Wien Die neue Oper von Miroslav Srnka und Tom Holloway erzählt von einer Frauenmordserie in Melbourne 1942 und entfaltet dabei einen unerbittlichen und faszinierenden musikalischen Sog. Von Šimon Voseček Zunächst herrscht lange Stille. In einem Museumsraum betrachten Besucher ein Foto eines breit und sympathisch lächelnden Mannes. Daneben hängt ...
mehr lesen »Erl: Eindruckvolle Passionsspiele
„Der Weg, die Wahrheit und das Leben“ an jedem Wochenende bis Oktober Alle sechs Jahre finden sie statt – die Passionsspiele von Erl, deren erste Erwähnung auf das Jahr 1613 zurückgeht. In jedem Spielzyklus gelangt eine neue Textfassung zur Aufführung, dieses Jahr von dem Tiroler Theatermann Martin Leutgeb und dem für Film, Oper, Schlager bestens qualifizierten Burgenländer Erfolgskomponisten Christian Kolonovits. ...
mehr lesen »Chemnitz: Szenisch zutatenreich
„La Traviata“ voll auserzählt – musikalisch sängerisch ein großes Erlebnis „La Traviata“, Giuseppe Verdis erfolgreichste Oper, steht zwar auf Platz 3 der Bekanntheitsskala, wird in Deutschland aber statistisch doch nicht so oft aufgeführt, wie man meinen könnte. So rangiert „La Traviata“ nicht einmal zu den Top 20 der meistgespielten Opern. Am Theater Chemnitz erlebte das Werk 2009 eine Neuinszenierung durch ...
mehr lesen »Halle: Intrigen im Vollrausch
Händel-Festspiele mit erfolgreicher Opernpremiere „Aprippina“ eröffnet Walter Sutcliffe inszenierte Barock-Oper von 1709 als Glücksspielabend in Las Vegas Die Oper Halle veranstaltet seine sechste „Agrippina“-Inszenierung nach deren Wiederentdeckung 1943 als eine kunterbunte Kaskade boshafter Spielchen, wobei eine Schweinerei die nächste bedingt, aber alles irgendwie fröhlich weitergeht ohne wirklichen Schaden anzurichten. Der neuartige Trubel war für den venezianischen Karneval 1709 verfasst. Dem ...
mehr lesen »Leipzig: Feier des Orgiastischen – Lady Macbeth von Mzensk
Wiederaufnahme unter musikalischer Leitung von Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons im Rahmen des Schostakowisch Festival Leipzig 2025 Leipzig und Dmitri Schostakowitsch – das ist mehr als eine musikalische Affäre. Bereits 1950 inspirierte das persönliche Erleben der Bach-Festlichkeiten den sowjetischen Komponisten zu seinen „24 Präludien und Fugen“. 1965 brachte Leipzig mit „Katerina Ismailowa“ die DDR-Erstaufführung seiner Oper auf die Bühne am damaligen Karl-Marx-Platz. ...
mehr lesen »Gewandhaus Leipzig: Schrei gegen Gewalt und Lüge
Schostakowitsch Festival 2025 – 13. Sinfonie aufgeführt mit dem österreichischen Solisten Günther Groissböck 19. Festivaltag – im Gewandhaus erklangen: Dimitri Schostakowitsch „Passacalia“ aus „Lady Macbeth von Mzensk“ op.29 (Orgelfassung) gespielt von Michael Schönheit Dimitri Schostakowitschs 2. Konzert für Violine und Orchester cis-Moll op.129, Solistin Baibe Skride Dimitri Schostakowitsch 13. Sinfonie b-Moll op. 113 („Babi Jar“) Gedanken zur Interpretation der 13. ...
mehr lesen »MuKo Leipzig: Gagversuche ohne Esprit
„Orpheus in der Unterwelt“ fand beim Publikum Beifall Endlich: Der Name Offenbach steht wieder auf dem Spielplan der Musikalischen Komödie Leipzig. Die Welt ist nicht so beschaffen, dass pausenlos „Hello, again“, wahlweise „Don’t Cry for Me Argentina“ gerufen werden könnte. Leider. Unsere gesellschaftliche Realität heute ist nicht weniger verlogen als die vor 167 Jahren in Frankreich, die Jacques Offenbach satirisch ...
mehr lesen »Dessau: Süchtig hoch zwei
Tschaikowskis Oper „Pique Dame“ in einer Inszenierung von Malte Kreutzfeldt „Pique Dame“ zählt zu den bedeutendsten Werken des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski – einem Romantiker, der wie kaum ein anderer die russische Musik in das kulturelle Bewusstsein Europas überführte. Diese Transferprozess bleibt auf Grund aktuell-politischer Sichtweisen gegenwärtig unbeachtet. Ein solches Meisterwerk aufzuführen, ist nicht weniger als ein Dienst an ...
mehr lesen »Dessau: Getreu dem Motto „Es grünt so grün“
Porgramm der 231 Spielzeit am Anhaltischen Theater Dessau vorgestellt Magdeburgs Generalintendant Johannes Weigand und Verwaltungsdirektor Lutz Wengler stellten gemeinsam mit den Spartenleiterinnen und Spartenleitern die Premieren, Konzerte, Wiederaufnahmen, Gastveranstaltungen und Events der 231. Spielzeit des Anhaltischen Theaters vor. 18 Premieren, 17 Wiederaufnahmen sowie zahlreiche sinfonische Konzertprogramme und Zu-Gast-Veranstaltungen in Hülle und Fülle warten auf ihren großen Auftritt zur Saison 2025/2026. ...
mehr lesen »Magdeburg: „Theater ist Utopie. Theater ist Poesie.“
Generalintendant Julien Chavaz stellte Programm der Spielzeit 25/26 vor Ein großes Theaterfest eröffnet am Samstag, 13. September, die Spielzeit 25/26 und bietet ein abwechslungsreiches Programm aus allen künstlerischen Sparten im Opernhaus und eine Eröffnungsparty im Schauspielhaus. Mit der Wagneroper „Tannhäuser“ startet das Team um den Generalintendanten Julien Chavaz in die vierte Spielzeit am Theater Magdeburg. Am Sonnabend, 13. September, öffnet ...
mehr lesen »Halle: Wie schön kann ein Albtraum sein
Benjamin Brittens Oper “The Turn of the Screw” in der Regie von Mit „The Turn of the Screw“ schuf Benjamin Britten 1954 eines seiner radikalsten und zugleich verstörendsten Bühnenwerke. Trotzdem oder deshalbwird die Oper nach der gleichnamigen Novelle von Henry James äußerst selten auf bundesdeutschen Bühnen gezeigt. Die Geistergeschichte ist erst in zweiter Linie ein psychologisches Kammerspiel. In erster Linie ...
mehr lesen »Gewandhaus Leipzig: Gefesselt im Klangsturm
Schostakowitsch Festival 2025 – Boston Symphony Orchestra unter Andris Nelsons mit dem 1. Konzert für Violine und Orchester a-Moll und 11. Sinfonie op.103 – „Das Jahr 1905“ Für den zweiten Festivalabend waren zwei Schlüsselwerke für das Verständnis von Schostakowitschs Position im totalitären System ausgewählt: das 1. Violinkonzert a-Moll, Solistin Baiba Skribe, und die 11. Sinfonie, auch „Das Jahr 1905“ genannt. ...
mehr lesen »Magdeburg: Neuer Generalmusikdirektor
Christian Øland von Findungskommission ausgewählt Christian Øland wird mit Beginn der Spielzeit 25/26 neuer Generalmusikdirektor des Theater Magdeburg. Der von einer Findungskommission ausgewählte Øland ist ab 28. August 2025 Chefdirigent der Magdeburgischen Philharmonie und Leiter der Sparte Konzert. Mit Beginn der Spielzeit 25/26 wird er sich dem Magdeburger Publikum in allen Bereichen präsentieren. „Ich freue mich sehr auf dieses neue ...
mehr lesen »Magdeburg: Auf den Weg gebracht
eXoplanet #1 – Verheißungsvoller Festivalstart für zeitgenössisches Musiktheater Das Festival eXoplanet #1 – Tage für neues Musiktheater Sachsen-Anhalt, das vom 9. bis 11. Mai 2025 in Magdeburg stattfand, präsentierte unter dem Motto „Hysterie in der Peripherie“ eine facettenreiche Auseinandersetzung mit zeitgenössischem Musiktheater. Die Veranstaltung, organisiert vom Theater Magdeburg, bot ein spannendes Programm, das sowohl etablierte Werke als auch innovative Uraufführungen ...
mehr lesen »Leipzig; Voll ausgetickt
Zur Leipziger Neuinszenierung von Tschaikowskis „Pique Dame“ von Lorenzo Fioroni Mit starkem Beifall, wenn auch weniger enthusiastisch und ohne die in Leipzig usus geworden Standing Ovation erlebte Peter I. Tschaikowskis Meisteroper „Pique Dame“ Premiere. Ein paar halbherzige Buhs hatten keine Chance. Es ist die Arbeit eines hochkarätigen, internationalen Regietems, gestützt auf handwerklichen und technischen Aufwand des Opernhauses. Von Moritz Jähnig ...
mehr lesen »Magedeburg: Musiktheater neu erleben
Festival eXoplanet #1 vom 9. und 11. Mai 2025 „Hysterie in der Peripherie“ – Tage für neues Musiktheater Sachsen-Anhalt Die erste Ausgabe des Festivals „eXoplanet“ eröffnet vom 9. bis zum 11. Mai 2025 ein noch unerforschtes Universum für Neues Musiktheater in Mitteldeutschland. Damit wird das Theater Magdeburg das eigene theatrale Sonnensystem verlassen, in bisher verborgene theatrale Galaxien vordringen und die ...
mehr lesen »„Was die Welt im Innersten zusammenhält“
Theater Plauen-Zwickau stellt neue Spielzeit 2025/26 vor Das Theater Plauen-Zwickau präsentierte in Pressekonferenzen in Plauen und Zwickau sein neues Programm für die Spielzeit 2025/26. Unter dem Motto „Was die Welt im Innersten zusammenhält“ – ein Zitat aus Goethes „Faust“ – lädt das Theater zu einer künstlerischen Auseinandersetzung mit existenziellen Fragen ein. Insgesamt sind 22 Premieren und 15 Wiederaufnahmen in den ...
mehr lesen »Semperoper: Amerikanische Facetten
„Classics by Balanchine / Peck / Tharp“ – Drei Klassiker in Dresden neu belebt Mit dem dreiteiligen Abend „Classics by Balanchine / Peck / Tharp“ gelangt dem Semperoper Ballett ein ebenso unterhaltsamer wie nachdenklicher Blick auf die amerikanische Ballettmoderne. Drei choreografische Handschriften – vereint im klassischen Vokabular, verschieden in Ton, Rhythmus und Aussage – verbinden sich zu einem atmosphärisch dichten, ...
mehr lesen »Zwickau: Kein Schlussstrich! 2025
Aktionstage vom 9. – 11. Mai mit eindrucksvollem Programm Der rechtsterroristische NSU tötete zehn Menschen und blieb bis zur Selbstenttarnung 2011 unentdeckt. Über zehn Jahre tauchte das Kern-Trio des selbsternannten Nationalsozialistischen Untergrunds in Zwickau unter. Statt einer lückenlosen Aufklärung der Mordserie folgen in ganz Deutschland weitere rassistisch und antisemitisch motivierte Gewalttaten wie die Anschläge auf die Synagoge in Halle (2019) ...
mehr lesen »Hannover: Tanz zwischen Hybris und Hoffnung
Andonis Foniadakis erzählt uns mit dem Staatsballett seinen „Ikarus ΊΚΑΡΟΣ“ Andonis Foniadakis, bekannt für seine körperlich intensiven und emotional aufgeladenen Arbeiten, setzt jetzt mit „Ikarus“ am Staatsballett Hannover neuerlich ein kraftvolles Zeichen. Der griechische Choreograf greift auf einen Mythos seiner Heimat zurück und verwandelt ihn – unterstützt von weiteren griechischstämmigen Künstlern – in ein Stück zeitgenössischer Tanzkunst von großer symbolischer ...
mehr lesen »Leipzig: Die heimliche Festivaleröffnung
HMT Leipzig inszenierte Dimitri Schostakowitsch „Moskau, Tscherjomuschki“ – Anhaltender Beifall Alljährlich nimmt das Opernprojekt der Fachrichtung Klassischer Gesang/Musiktheater der HTM Leipzig einen exklusiven Platz im Musikleben der Stadt ein und strahlt naturgemäß durch die ins Berufsleben startenden Studierenden überregional aus. In diesem Jahr, wo am 15. Mai im Gewandhaus das Schostakowitsch-Festival beginnt, bekam die Premiere einer selten gespielten Schostakowitsch-Operette den ...
mehr lesen »Gera: просто красиво
Einfach schön – Ballettabend „Rachmaninov – Zwischen den Welten“ von Jiří Bubeníček Der neue Ballettabend am Theater Gera Altenburg sendet viele Anregungen, stimmt nachdenklich über unser in einer Spirale von Zeitenwenden zu stecken Leben heute und erledigt die Aufgabe, die Theater in jedem Falle immer mit erledigen muss: es unterhält sein Publikum. Von Moritz Jähnig Zwischen Ekstase und Realismus Jiří ...
mehr lesen »MuKo Leipzig: Ein Klassiker, der nicht verblasst
Andrew Lloyd Webbers „Evita“ an der Musikalischen Komödie 47 Jahre sind vergangen, seit Andrew Lloyd Webbers Musical „Evita“ erstmals das Licht der Bühnenwelt erblickte. Seit der deutschen Erstaufführung 1982 gehört das Werk fest zum Repertoire der Theaterlandschaft – gespielt wird es seither in großen privaten Häusern wie kleinen Stadttheatern. „Evita“ zählt zu den prägenden Musiktheaterwerken Webbers, gleichrangig mit „Jesus Christ ...
mehr lesen »Dessau: Abgründige Aktualität im Klassiker
Anhaltisches Theater Dessau zeigt Alban Bergs Oper „Wozzeck“ Das Anhaltische Theater Dessau zeigt unter der Regie von Christiane Iven eine ebenso packende wie verstörende Inszenierung von Alban Bergs „Wozzeck“. In einer Gegenwart, in der die Themen Machtmissbrauch, Sprachlosigkeit, Entfremdung und Gewalt gegen Frauen wieder bedrückend aktuell erscheinen, gelingt es Iven, diesen Opernklassiker von 1925 in eine beklemmend zeitlose und zugleich ...
mehr lesen »Semperoper: Meisterwerk der Gegenwart
Kaija Saariahos Oper „Innocence“ – wichtiger Repertoire-Akzent Mit Kaija Saariahos letzter Oper „Innocence“ gelang der Semperoper Dresden ein Musiktheaterabend von seltener ästhetischer Klarheit und emotionaler Wucht. Die dramaturgische Raffinesse des Werkes im Nachdenken über moralische Werte unserer Zeit sucht ihresgleichen. Die Bilder prägen sich tief ein. Von Moritz Jähnig Ein Opernereignis von erschütternder Wucht In enger Zusammenarbeit mit der estnisch-finnischen ...
mehr lesen »Leipzig: 12. FESTIVAL POLITIK IM FREIEN THEATER
Vom 16.10. – 25.10.2025 – Motto „Grenzen“ Bekanntgabe der Juryauswahl des Gastspielprogramms Das 12. Festival Politik im Freien Theater findet unter dem Motto „Grenzen“ vom 16. bis 25. Oktober 2025 in Leipzig statt. Für das Gastspielprogramm hat eine Fachjury aus 455 Bewerbungen 16 frei produzierte, innovative und genreübergreifende Theaterproduktionen ausgewählt. Die Gastspiele haben vielseitige Bezüge zum Thema „Grenzen“. Ausgewählt sind: ...
mehr lesen »MuKo Leipzig: Ein Veilchen blüht weiter
Emmerich Kálmáns spätes „Das Veilchen von Montmartre“ als Repertoirestück Der Leser muss sich etwas gedulden. Erst am Sonnabend nach Ostern hebt sich in der Musikalischen Komödie Leipzig erneut der Vorhang für „Das Veilchen von Montmartre“. Emmerich Kálmáns späte Operette erweist sich in der Wiederaufnahme als erstaunlich widerstandsfähiges Gewächs — eine Blume, die trotzig im Bühnenbeet blüht, während anderswo längst die ...
mehr lesen »Leipzig: Getanzte Meditation
„Die Mondprinzessin“ – Neuer Ballettabend zu gelungener Auswahl zeitgenössischer Musik Mit der Premiere des zweiteiligen Handlungsballetts „Die Mondprinzessin“ bereichert die Leipziger Compagnie den Spielplan am Augustusplatz. Zu erleben ist ein in jeder Hinsicht eigenständiger, signifikanter und märchenhafter Abend. Gefühle sind zugelassen und werden hereingebeten. Von Moritz Jähnig Ein fernöstlicher Mythos auf der Ballettbühne Erzählt wird ein Märchen, das vermutlich aus ...
mehr lesen »Neuer GMD, eine Uraufführung und ein Festival
Programm 2025/26 von Oper, Leipziger Ballett und Musikalischer Komödie Intendant Tobias Wolff und sein Team stellten bei der Jahrespressekonferenz der Oper Leipzig am 10. April 2025 die Premieren der Saison 2025/26 und das ausführliche Festivalprogramm »Lortzing 26« vor. Zusammen mit der Kulturbürgermeisterin der Stadt Leipzig, Dr. Skadi Jennicke, begrüßte Tobias Wolff den kommenden Generalmusikdirektor der Oper Leipzig Ivan Repušić, der in seiner ersten Saison ...
mehr lesen »Die Kunst des Erinnerns
Staatsschauspiel Dresden stellt Spielzeit 2025/2026 vor Am Donnerstag, dem 10. April 2025, stellten Intendant Joachim Klement, Chefdramaturg Jörg Bochow, Christiane Lehmann, Leiterin der Bürger:Bühne, Hausregisseurin Daniela Löffner sowie Charlotte Orti von Havranek, Künstlerische Leiterin des Festivals FAST FORWARD, das Programm der Spielzeit 2025/2026 vor. Auf den Spielplan gelangen 20 Premieren, davon acht Uraufführungen. Ergänzt wird das Angebot durch die neuen ...
mehr lesen »Von Leipzig nach Braunschweig
Tobias Wolff wird ab Sommer 2026 neuer Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig Tobias Wolff wird ab Sommer 2026 neuer Generalintendant des Staatstheaters Braunschweig. Er folgt auf dieser Position Dagmar Schlingmann. Das hat der Verwaltungsausschuss des Theaters beschlossen. Auf der Basis dieses Beschlusses kann nunmehr mit Tobias Wolff ein Dienstvertrag für fünf Spielzeiten abgeschlossen werden. Niedersachsens Kulturminister Falko Mohrs: „Ich freue mich ...
mehr lesen »Zwickau: Neuer Tanzbelag für Ballettkompanie
Firma N&P Informationssysteme GmbH Meerane sponsert dem Theater Plauen-Zwickau neuen Tanzteppich Über einen neuen Tanzboden dürfen sich die Tänzerinnen und Tänzer der Ballettkompanie des Theaters Plauen-Zwickau freuen. Die Firma N&P Informationssysteme GmbH mit Sitz in Meerane hat dies möglich gemacht. Zur feierlichen Übergabe kamen die Firmengründer Ursula und Jens Hertwig (s. Startbild), die auch Mitglieder im Theaterförderverein sind. Sie hatten ...
mehr lesen »Leipzig: Bedeutendes Werk zum Leben erweckt
Gellert Ensemble interpretiert „Der Tod Jesu“ – Fortführung der Ramler-Trilogie und Kernstück der Reihe Im Festsaal des Alten Rathauses Leipzig brachte das Gellert Ensemble am Sonntag, dem 30. März Johann Christoph Friedrich Bachs Passionsmusik „Der Tod Jesu“ (BR-JCFB D 2a) aus dem Jahr 1769 zur Aufführung. Dieses selten gespielte Werk, basierend auf dem poetischen Text von Karl Wilhelm Ramler, markiert ...
mehr lesen »Zürich: Sex und Lügen – gestern und heute
Jetske Mijnssen inszenierte Händels „Agrippina“ parabelhaft als knallhartes Machspiel Die aktuelle Inszenierung von Georg Friedrich Händels „Agrippina“ am Opernhaus Zürich bietet eine spannende Neuinterpretation dieses barocken Meisterwerks. Von Matthias Wiessner Ein barockes Meisterwerk mit zeitloser Relevanz Händels „Agrippina“ wurde im opernverwöhnten Venedig 1709 erfolgreich uraufgeführt und markiert einen frühen Höhepunkt seines Opernschaffens. Eine raffinierte musikalische Gestaltung und eine außergewöhnlich expressive ...
mehr lesen »Im Wandel der Bilder
Zur Ausstellung „Bernhard Heisig – Geburtstagsstilleben mit Ikarus“ im Museum der bildenden Künste Aus Anlass des 100. Geburtstages von Bernhard Heisig ehrt das Museum der bildenden Künste Leipzig den bedeutenden Maler und Grafiker mit einer Kabinettausstellung. Bis zum 9. Juni 2025 werden Werke aus der Sammlung, wichtige Leihgaben und die Biografie des Künstlers markierende Exponate gezeigt. Wir würdigen den auch ...
mehr lesen »Zürich: Magisches Klanggeschehen
„Das grosse Feuer“ – Glanzvolle Uraufführung von Beat Furrers neuem Musiktheaterwerk Die bislang politischste Oper aus der Feder des schweizer-österreichischen Komponisten Beat Furrer über die koloniale Ausbeutung der indigenen Völker besticht durch grandios aufgebaute Ensembleszenen. Von Šimon Voseček Vom ehemaligen Urwald ist nicht viel übriggeblieben: Schwarze Baumstümpfe ragen aus dem Boden, andere schweben bedrohlich über der Bühne, die durch trostlose ...
mehr lesen »Leipzig: Schauspiel wieder in Mühlheim dabei
Raphaela Bardutzkys „Altbau in zentraler Lage“ zu den Theatertagen 2025 eingeladen Das Schauspiel Leipzig ist mit Raphaela Bardutzkys „Altbau in zentraler Lage“ zu den Mülheimer Theatertagen 2025 eingeladen– die achte Einladung zu diesem renommierten Theaterfestival seit Beginn der Intendanz von Enrico Lübbe. Seit 1976 blickt die deutschsprachige Theaterszene jedes Jahr im Mai nach Mülheim an der Ruhr. Im Rahmen der ...
mehr lesen »Freiberg: Spurensuche der besonderen Art
Erfolgreiche Musical-Premiere „Dracula“ am Mittelsächsischem Theater Spurensuche. Auf solche hat man sich derzeitig am Mittelsächsischen Theater begeben. Dies natürlich mit der Ikone des Vampirismus, Graf Dracula, und in einer besonderen, dafür bestens geeigneten Spielstätte: der gegenüber dem Theaterhaus gelegenen Nikolaikirche. Von Frieder Krause Mystik in besonderer Spielstätte Intendant Sergio Raonic Lukovic hat in seiner Inszenierung Bram Stokers Roman in der ...
mehr lesen »Chemnitz: „Wieso ist die Nase blau?“
Choreografie von Katarzyna Kozielska besticht mit Tanzkunst und Zeitrelevanz Dass durch seine guten Ensembleleistungen und einfallsreichen Choreografien überregional bekannte Chemnitzer Ballett macht im Spielplan mit Premieren an ungewöhnlichen Spielorten und dem Festival TANZ | MODERNE | TANZ von sich reden. Aber auch Wiederaufnahmen interessanter Stücke zeichnen das Repertoire aus. Wir sahen „Wieso ist die Nase blau?“ Von Moritz Jähnig Die ...
mehr lesen »Dessau|Dresden: Tanz bis zur Erschöpfung
Eröffnung des Kurt Weill Festes 2025 mit „Die sieben Todsünden / 100 Leidenschaften“ Gastspiel der Staatsoperette – Doppelabend mit faszinierendem Tanz voll aktueller Bezüge Die künstlerische Leitung des Kurt Weill Festes Dessau hat eine sichere Hand bei der Auswahl des Eröffnungsgastspiels bewiesen. Die Programmzusammenstellung des seit 1993 in Weills Geburtsstadt stattfindende Festival spiegelt mit seinem Programm schon immer die politische ...
mehr lesen »Gera: per Gefühlskompressor
Kay Kuntze inszenierte „Cavalleria rusticana“ und „Pagliacci“ in einem Rutsch „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni und „Pagliacci“ von Ruggero Leoncavallo – das erfolgreichste Opernduo der Welt. Es liegt nahe, diese beiden Einakter über Lust, Liebe, Eifersucht und die fragwürdige Vorstellung von Ehre zu einem Werk zusammenzufassen. Das klug gestaltete Programmheft des Theaters Altenburg Gera liefert viele überzeugende Gründe für ein ...
mehr lesen »Semperoper: Irrsinnig schön. “Nijinsky”
John Neumeier übertrug Hamburger Choreografie auf das Staatsballett Superlative noch und nöcher gruppieren sich um das Ereignis einer „Rekreation“ genannten Übertragung der großen Neumeier-Choreografie von Hamburg elbaufwärts nach Dresden, um dort 25 Jahre später die getanzten Feierlichkeiten anlässlich der 200-jährigen Balletttradition zu eröffnen. Ein glanzvoller Abend, der im Februar auf dem Spielplan steht. Von Moritz Jähnig John Neumeier und das ...
mehr lesen »Gorki-Theater Berlin: „Carmen“, zeichenhaft, sensationell
Großer, einhelliger Jubel unter Anstimmen des populären Opern-Ohrwurms „Auf in Kampf“ – damit klingen die leider nur wenigen „Carmen“-Aufführungen am Maxim Gorki Theater Berlin aus. Kurz vor seinem 150. Geburtstag präsentiert das mit Produktionen wie „Alles Schwindel“ äußerst musikaffine Haus jetzt Georges Bizets „Carmen“. Jens Dohles pointiertes Arrangement transformierte Bizets revolutionäre Partitur für diese Überschreibung brillant und klug. In der faktisch ...
mehr lesen »Genf: Schmerzhaft aufregend
Zeitbezogene „Salomé“ am Grand Théâtre de Genève prägt sich tief ein Mit dieser Neuproduktion kehrt der ungarische Regisseur und Filmemacher Kornél Mundruczó nach „Die Sache Makropulos“ (2020), „Sleepless“ von Peter Eötvös (2021) und „Voyage vers l’Espoir“ von Christian Jost (2023) an das Haus zurück. Die Premiere „Salomé“ im Grand Théâtre de Genève provozierte Staunen und Nachdenklichkeit – ein Abend aus ...
mehr lesen »München: Musikalisches Jubiläum einer außergewöhnlichen Kooperation
Deutsche Erstaufführung von Frano Paraćs „Judita“ mit Münchner Rundfunkorchester Nach der konzertanten Aufführung der kroatischen Nationaloper „Ero der Schelm“ von Jakov Gotovac und einem weiteren Konzert war dieses jetzt erlebte Sonntagskonzert die dritte Kooperation des Münchner Rundfunkorchesters mit dem Heimatland seines Chefdirigenten Ivan Repušić. Zur deutschen Erstaufführung gelangte die am 14. Juli 2000 am Kroatischen Nationaltheater Split erstmals gespielte Oper ...
mehr lesen »Regensburg: Sternstunde für Offenbach
„Die Reise zum Mond“ mit dem Operetten-Frosch des Bayerischen Rundfunks geehrt Über 130 Bühnenwerke hat der deutsch-französische Komponist Jaques Offenbach der bewundernden Nachwelt hinterlassen, die auch nach hundert Jahren so gut wie ungebrochen das heitere Repertoire der Bühnen mitprägen. Zu den nicht allzu häufig nachgespielten Operetten gehört „Die Reise zum Mond“, uraufgeführt 1887 in Paris. Jetzt hat das Theater Regensburg ...
mehr lesen »München: „Ich glücklicher Held”
Palazzetto Bru Zane und BR Klassik präsentieren die Ukraine-Oper „Mazeppa“ der Französin Clémence de Grandval Der französische Biograph François-Joseph Fétis bezeichnete sie wegen ihres Vermögens als Amateurin. Aber Camille Saint-Saëns hielt auf seine Kompositionsschülerin Clémence de Grandval (1828 bis 1907) ganz große Stücke. Diese trat mit Liedern, einem zum Prüfungsstück gewordenen Oboenkonzert, einem viel gespielten Stabat mater und mehreren unter ...
mehr lesen »Leipzig: „Stark ruft das Lied“
„Siegfried“ – Der Ring des Niebelungen zweiter Tag in Leipzig wieder aufgenommen Seit am 4. Mai 2013 die Oper Leipzig in der „Rheingold“-Premiere mit dem „Ring von Guilmore“ rüberkam, will die Diskussion nicht ab: Einerseits gibt es eine solide musikalische Interpretation durch das Gewandhausorchester, Solisten des Hauses und Spitzen-Gäste, andererseits szenischen Klamauk.In Leipzig wird die Tetralogie vertanzt – wobei die ...
mehr lesen »Leipzig: Die Kerzen brennen wieder
Wiederaufnahme einer Kultstatus anstrebenden „Tosca“ Mit vier Vorstellungen steht in dieser Spielzeit an der Oper Leipzig wieder Giacomo Puccinis Meisteroper „Tosca“ in einer herausragenden Neubesetzung der Titelrolle mit Liana Aleksanyan auf dem Programm. Diese Inszenierung von Michael Dijkema gehört wie Verdis „La Traviata“ in der Regie von Andreas Homoki zu den Schätzen des Hauses am Augustusplatz. Von Moritz Jähnig Die ...
mehr lesen »Leipzig: Wahrheit kostet 79,90 € „Thanks for your order.“
In der Diskothek nähert sich das Schauspiel mit „Goldie“ von Emre Akal den letzten Dingen Alle, die mir mittags im Connewitzer „Waldfrieden“ oder abends im „Spitzz“ oder meinetwegen auch in der DB Lounge um 2 Uhr morgens total aufgeweckt was von den Gefahren der Künstlichen Intelligenz faseln, schicke ich ab sofort in die Diskothek des Leipziger Schauspiels. Dort erleben die ...
mehr lesen »Leipzig: Silvester bei „Arsen und Spitzenhäubchen“
Joseph Kesselrings Erfolgskomödie als Serien-Reminiszenz Die erlebte Vorstellung fand am Silvesterabend in einem ausverkauften Haus vor einem vom Intendanten persönlich mit gelungenem Frage-Antwort-Spiel fröhlich abgeholten Publikum statt. Menschen, die sich ihrem Theater verbunden fühlen und eigene Glücksmomente mit ihm teilen. Erwartungsgemäß langanhaltend der Applaus. Von Moritz Jähnig Seit 1939 hält sich Joseph Kesselrings einzige Erfolgskomödie auf den Bühnen. Der deutschstämmige ...
mehr lesen »Leipzig: Von der Magie der Avatar-Momente
“Georgette Dee … singt” im Leipziger Schauspielhaus Georgette Dee, unüberbietbar die größte Diseuse Deutschlands, sang und plauderte zum 20. Mal im Leipziger Schauspielhaus. Diesmal auch über Avatar-Momente ihres Lebens. Von Moritz Jähnig Ein Moment der Transzendenz beim Discounter Über Georgette weiß man wenig, schon gar nicht, was sie unter Avatar-Momenten eigentlich versteht. Sie treten auf, wenn die Künstlerin bei Netto ...
mehr lesen »Leipzig: Wiedersehen mit einem Meisterwerk
Uwe Scholz Choreografien zu Beethovens 7. und der 2. von Schumann wieder auf der Bühne Die magische Kraft des sinfonischen Balletts wurde bei der Wiederaufnahme zweier Kreationen des legendären Choreografen Uwe Scholz an der Leipziger Oper lebendig. Anlass war sein tragisches Ableben vor 20 Jahren – mit nur 45 Jahren. Scholz, der von 1991 bis 2004 als Ballettdirektor und Chefchoreograf ...
mehr lesen »Leipzig: „Norma“, eine schöne Herausforderung
Selbst eine unpassende Einkleidung kann den Erfolg der Bellini-Oper nicht schmälern Stückeinführungen mit Kara McKechnie sind in der Leipziger Oper ein besonderes Vergnügen und mitunter unverzichtbar. Ohne den Hinweis der Dramaturgin auf den herbeiinszenierten tieferen Sinn des Bildes „Im Tempel des Irminsul“ gehen die Zuschauer spätestens im zweiten Akt der „Norma“ komplett unter. Von Moritz Jähnig Im Programmheft erklärt Ausstatter ...
mehr lesen »Freiberg: Moderne Märchenwelt trifft klassische Oper
Humperdincks „Hänsel und Gretel“ frei von Angstfaktoren Traditionsbewusste könnten beim Anblick des bunten Sahnebergs, der in der neuesten Inszenierung von Humperdincks „Hänsel und Gretel“ am Freiberger Theater das, weil oft gesehen, erwartete Lebkuchenhaus ersetzt, zunächst irritiert sein. Intendant Sergio Raonic Lukovic bietet mit seiner Interpretation einen aufregenden, temporeichen Ausflug in eine coole Märchenwelt voller beeindruckender Effekte und bereichert durch faszinierende ...
mehr lesen »Biel/Solothurn: Fragile Beziehung Mensch-Natur
Daniel Andres Oper «Derborence» nach dem gleichnamigen Roman von Charles Ferdinand Ramuz Im «Theater-Orchester Biel Solothurn» TOBS fand kürzlich die Uraufführung der Oper «Derborence» statt. Das Libretto nach dem Roman des Schweizer Autors Charles Ferdinand Ramuz und die Vertonung wurden vom Bieler Komponisten Daniel Andres geschaffen. Die Oper fokussiert auf die wichtigen Momente des Romans und unterlegt sie mit einer ...
mehr lesen »Leipzig: Techno und Zeit-Geister
„Altbau in zentraler Lage“ – eine Schaueroper von Raphaela Bardutzky in der Diskothek uraufgeführt Nach “Fischer Fritz” führt das Schauspiel Leipzig jetzt „Altbau in zentraler Lage“ von Raphaela Bardutzky in der Diskothek urauf. Hatte die Münchner Autorin ihren Text 2022 als „Sprechtheater“ annonciert, darf es jetzt „Eine Schaueroper“ sein. Und wahrlich jagt das Schauer über den Rücken, nicht nur wenn ...
mehr lesen »Leipzig: Theater zum Anbeten
Wiederaufnahme „Der Reigen. Ein überausschönes Lied vom Tod“ von Christoph Bochdansky und anderen im Westflügel Leipzig Das den Tanz an sich und insbesondere in Leipzig feiernde Festival euro-scene ist seit wenigen Tagen erst Geschichte, da untermauert bereits wieder das Figurentheaterzentrum Westflügel mit der Wiederaufnahme von „Der Reigen“ in Anwesenheit der legendären Choreografin Rose Breuss den Glaubenssatz: Leipzig tanzt! Von Moritz ...
mehr lesen »Mehr Achtsamkeit, bitte
34. euro-scene mit Festivalschwerpunt Naher Osten in Leipzig beendet Gedanken von Moritz Jähnig Das Theater- und Tanzfestival euro-scene ist 36 Jahre alt und das bedeutendste seiner Art im Osten Deutschlands. Gegründet im Wendegeist der 90er Jahre, setzte sich der Gründer dafür ein, endlich in Leipzig zu ermöglichen, was bis dahin nicht möglich war. Bisher hat die euro-scene alle Wendungen überstanden ...
mehr lesen »Leipzig: Nachdenken über die Welt
Nino Rota „La notte di un nevrastenico” & Ermanno Wolf-Ferrari „Il segreto di Susanna” – Zwei Einakter in einer Studioproduktion der Hochschule für Musik und Theater Das Geniale an dieser Vorstellung ist die dramaturgische Verklammerung zweier strukturell außerordentlich unterschiedlicher Einakter zu einem neuen Stück Musiktheater. Es erzählt vom Elend der Zerrissenheit der Welt und uns Menschen da mitten drin. Moritz Jähnig ...
mehr lesen »Semperoper: Null aufm Pferde!
Richard Strauss „Intermezzo“ 100 Jahre nach der Uraufführung wieder auf einer Dresdner Bühne In der Weise wie dieSemperoper Dresden Richard Strauss Oper „Intermezzo“ unter jubelndem Beifall des Publikums auf die Bühne gebracht hat, kann das nur die Semperoper. Sachsens Staatsoper zitiert in ihrer Neuinszenierung 100. Jahre später ripetitivo die 1824 dort stattgehabte Uraufführung. Von Moritz Jähnig Bühnenbild und Kulisse: Graphic ...
mehr lesen »Dessau: Kampf gegen Klischees
Ästhetisch ambitioniert, musikalisch außerordentlich – „La Boheme“ am Anhaltischen Theater An der zunehmenden Dichte von „La Boheme“-Aufführungen merkt man, wann Weihnachten naht. Das ergreifende Stück macht glücklich. Eine größere Liebesgeschichte als die zwischen der Näherin Mimì und dem Dichter Rodolfo gibt es wohl kaum auf der Opernbühne. Sie beginnt mit der einfachen Frage nach Feuer für eine erloschene Kerze, die ...
mehr lesen »Leipzig: Alles singt
Compania Sincara spielt im Schauspiel Leipzig „(K)ein Sommernachtstraum“ Aller guten Dinge sind Drei. Nach „Hamlet“ und „Wie es euch gefällt oder Was ihr wollt“ brachte das Ensemble Compania Sincara „Im Dreiklang für Leipzig“ seine dritte Shakespeare-Adaption heraus. Nach den gehabten Erfolgen schlug dem Spiel „(K)ein Sommernachtstraum“ zur Premiere am Leipziger Schauspiel freudige Erwartung entgegen. Von Moritz Jähnig Es läuft wie ...
mehr lesen »Halle/Leipzig: „Romeo und Julia“ Ballett
Zwei bemerkenswerte Neuinszenierung des Klassikers – ein besuchenswertes Sergej-Prokofjew-Festival 1594 schenkte William Shakespeare der Theaterwelt den Bericht über die vier Tage währenden Vorgänge um eine plötzlich aufflammende Lovestory in der aristokratischen Sphäre der Geschäftsstadt Verona. Liebe, Peinlichkeiten, Mord und Verhängnis unter selbstbewussten Renaissancemenschen. Gegenwärtig wird das Ballett „Romeo und Julia“ an vielen Bühnen Mitteldeutschlands inszeniert. 2016 Magdeburg, 2017 Erfurt, 2022 ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Gothic-Revue mit Sex und Wahnsinn
In Annaberg-Buchholz gibt es mit „Satanella“ eine Oper des britischen Opern-Tausendsassas Balfe Das Theater Annaberg-Buchholz ist in Sachen Entdeckungen aus Vergangenheit und Gegenwart weitaus mutiger als größere Häuser in Sachsen. Auf „Falstaff“ (2022) folgte dort als zweite deutsche Erstaufführung einer Oper des irischen Komponisten Michael William Balfe „Satanella or The Power of Love“ („Satanella oder Die Macht der Liebe“, 1858). ...
mehr lesen »Ruhrfestspielhaus: Eine ehrliche „La Bohème“
Ensemble Compagnia d’Opera Italiana di Milano bietet authentisches Musiktheater ohne Prunk Ohne besonderes Aufhebens begeht die Opernwelt den 100. Todestag von Giacomo Antonio Domenico Michele Secondo Maria Puccini (* 22. Dezember 1858 in Lucca; † 29. November 1924 in Brüssel). Aufgrund seiner weltweiten Omnipräsenz im Opernrepertoire zeigt das Jubiläumsjahr Anzeichen von Müdigkeit. Aber auch Außergewöhnliches ist zu erleben. Von Roland ...
mehr lesen »Leipzig: „La Traviata“ – il grande corridore
Wiederaufnahme der umjubelten Andreas-Homoki-Inszenierung Am 15. November sowie im nächsten Jahr erstmals am 19. Januar 2025 besteht Gelegenheit, jene von den Fans legendär genannte „La Traviata“-Inszenierung wieder zu erleben, die der heute in Zürich wirkende Andreas Homoki 1996 unter der Intendanz von Udo Zimmermann dem Leipziger Publikum geschenkt hatte. Von Moritz Jähnig Publikumsbegeisterung und thematische Relevanz Es gibt viele Gründe, ...
mehr lesen »Nancy/Frankreich: Neue Beiträge zur Übergangsgesellschaft
„Héroïne“ vereint Bartók, Hindemith und Honegger an der Opéra National de Lorraine Von Theaterreisen nach Frankreich bringen Kritiker comme si je passais Unerwartetes mit. So auch aus dem leistungsstarken Opernhaus Nancy in Lotringen, also historisch gesehenen einer Durchgangsregion. In „Héroïne“ verortet die Opéra National de Lorraine „transgression“, den Übergang, in ihrem dreiteiligen Abend mit Paul Hindemiths „Sancta Susanna“ (1922), Béla ...
mehr lesen »Semperoper: Szenisch weniger überzeugend
Musikalisch lassen Andrea Battistoni und die Staatskapelle Arrigo Boitos makellos strahlen Spielzeiteröffnung an der Semperoper unter neuer Intendanz. Nora Schmid führt sich mit keinem der Hausgötter vom Dresdner Theaterplatz ein, sondern erwählte – ganz trittsichere Dramaturgin – einen kaum gespielten Meister aus deren Sphäre aus, der wunderbar ins Ambiente passt. „Mefistofele“ ist wie ein ausgerollter roter Teppich für die Stärken ...
mehr lesen »Leipzig: Noch 30 Neuproduktionen bis 2027
Intendanz von Tobias Wolff endet – Auswahlkommission wird berufen Der Vertrag mit dem Intendanten der Oper Leipzig, Tobias Wolff, endet 2027. Das ist das Ergebnisvon Gesprächen, die in den vergangenen Wochen zwischen der Stadt Leipzig und Tobias Wolff plan-mäßig über die Verlängerung seines im Juli 2027 auslaufenden Vertrages geführt wurden. Im Zugedieser Verhandlungen entwickelten sich unterschiedliche Auffassungen über die zukünftige ...
mehr lesen »Freiberg: Die Operette lebt
„War’s ein Traum“ – Jubel begleitete Gala für und mit Johann Strauss und Leo Fall Die Operette lebt und dies auf besondere Weise im Mittelsächsischen Theater Freiberg/Döbeln. In einer exzellenten Aufführung beweist dort das oft verkannte und als überwunden erklärte Genre seine ungebrochene Kraft zur Faszination. Jubel beim Publikum. Theater ohne Johann Strauss und Leo Fall geht gar nicht… Von ...
mehr lesen »Leipzig: Rot rauscht die See
Wiederaufnahme der effektvollen Inszenierung „Der fliegende Holländer“ mit Christoph Gedschold am Pult des Gewandhausorchesters Drei Folgetermine kündigt Leipzigs Oper für die mit großem Jubel aufgenommene Inszenierung von Michiel Dijkema aus dem Jahr 2019 an. Die Premiere dirigierte der damalige Intendant Ulf Schirmer, dessen über viele Spielzeiten anhaltendem konzeptionellen Elan es zu danken ist, dass Leipzig alle 13 Wagner-Opern im Repertpoire ...
mehr lesen »Seebühne Kriebstein: Zuschaun sollte man
Ausgedehnter musikalischer Spaß „Im weißen Rössl“ „Zuschaun kann i net“ behauptet der verliebte Zahlkellner Leopold mehrfach. Solches sollte man aber beim launigen Sommertheater des Mittelsächsischen Theaters Freiberg/Döbeln mit Ralph Benatzkys „Im weißen Rössl“ auf der Seebühne Kriebstein. Dazu ergeben sich bis Ende August noch etliche Chancen. von Frieder Krause Regisseur Sergio Raonic Lukovic setzt bei der Umsetzung des allseits bekannten ...
mehr lesen »Košice/Slowakei: Glanz und Gloria für Smetanas ‚Dalibor‘
Nationaltheater Košice ehrte Bedřich Smetana zum 200. Geburtstag Die dreiaktige Oper „Dalibor“ des tschechischen Komponisten Bedřich Smetana hat eine bewegte und bewegende Werkgeschichte. 1868 im Novoměstské divadlo (Neustädter Theater) in Prag anlässlich der Grundsteinlegung des Nationaltheaters Prag uraufgeführt, singt die tragische Liebesgeschichte unüberhörbar das Lied von Freiheit und Unabhängigkeit. In dem Sinne hatte auch das Prager Nationaltheater nach Niederschlagung des ...
mehr lesen »Leipzig: Lebensfroh vom Tod berichten
Slowenisches Nationalballett Maribor gastiert mit „Peer Gynt“ von Edward Clug Leipzig tanzt! Eine kluge Entscheidung, für den Auftakt des ins Leben gerufenen internationalen Ballett-Festivals „Leipzig tanzt!“ den „Peer Gynt“ in der Choreographie von Edward Clug auf die Bühne der Leipziger Oper einzuladen. Der Choreograph und sein 2015 uraufgeführtes und mehrfach nachgestelltes Werk sind beide weit gereist – natürlich unter einem ...
mehr lesen »Leipzig: Applaus und Ratlosigkeit
Company IVONA zeigte „Selective Breeding“ in der Musikalischen Komödie Leipzig tanzt! Der zweite Festivaltag setzt im Programm um, was einer der Grundgedanken von „Leipzig tanzt!“ ist: das Nebeneinander verschiedener ästhetischer Handschriften und Tanzstile auf Leipziger Bühnen zu zeigen. In der Oper gab es „Peer Gynt“ von Slowenischen Nationaltheater Maribor, in der Musikalischen Komödie „Selective Breeding“. Hier eine tänzerisch erzählte Geschichte, ...
mehr lesen »Leipzig: „J.S.Bach – Die Apokalypse“
Ensemble OPERA2DAY und Nederlandse Bachverenigingaus Den Haag gastierten mit einer Oper, die nie geschrieben wurde “J.S.Bach – Die Apokalypse” ist ein Musiktheater-Vergnügen, das aus Anlass des Bachfestes 2024 als Gastspiel seinen Weg aus den Niederlanden nach Deutschland fand. Im Mai wurde die Inszenierung beim Bachfest Münster gezeigt, wo im Stück gezeigte „Apokalypse“ thematisch beheimatet ist. Jetzt beeindruckte sie an zwei ...
mehr lesen »Internationales Ballettfestival »Leipzig tanzt!«
21. – 29. Juni 2024 – Mit Gästen aus England, Slowenien, Italien und Frankreich Leipzig tanzt! Unter dem Motto und Titel »Leipzig tanzt!« lädt das Leipziger Ballett im Sommer 2024 ein, die Kunstform Ballett und Tanz in all ihren Facetten zu erleben. Als zentrales Festival der Musikstadt Leipzig findet dieses internationale Ballettfestival vom 21. bis 29. Juni 2024 statt und ...
mehr lesen »Leipzig: Olympisches Zertifikat der Nachhaltigkeit
Oper arbeitet als erstes deutsches Theater zertifiziert gemäß DIN ISO 20121 Die Oper Leipzig hat die Zertifizierung nach DIN ISO 20121 erhalten, einer internationalen Norm für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement. Diese anspruchsvolle Norm verlangt Nachhaltigkeitsziele und Leitlinien für nachhaltiges Handeln in umweltfreundlicher, sozialer und wirtschaftlicher Hinsicht, die kontinuierlich verfolgt und ausgebaut werden müssen. Dafür gründete sich auf Initiative der Betriebsleitung der Oper ...
mehr lesen »Eisleben: Neuer Intendant und Geschäftsführer
Der designierte Chef heißt Frank Martin Widmaier Die Gesellschafterversammlung der Kulturwerk gGmbH hat die Entscheidung für die künftige Leitung des Theaterbetriebes in der Lutherstadt Eisleben getroffen. Frank Martin Widmaier löst den langjährig hier tätigen Ulrich Fischer im Amt ab, der in den Ruhestand geht. Ab dem 1. August 2025 wird der Regisseur und Theatermanager Frank Martin Widmaier als Geschäftsführer und ...
mehr lesen »Plauen-Zwickau/Kawasaki: Glückwünsche für Meisterpfeifer
Opernchorsänger Yusuke Matsumura wird Weltmeister im Kunstpfeifen Mit dem Japaner Yusuke Matsumura hat das Theater Plauen-Zwickau seit dem 1. Juni einen echten Weltmeister im Kunstpfeifen im Ensemble. An diesem Tag fand in Kawasaki (Japan) die „World Whistlers Convention 2024“ statt. Die Meisterschaft wird in drei großen Kategorien ausgetragen, an allen hat Yusuke Matsumura teilgenommen. In der ersten Kategorie wird zu ...
mehr lesen »Leipzig: Wimmelbild mit Mörderin
Sie ermächtigt sich selbst und tötet: Dmitri Schostakowitschs „Lady Macbeth aus Mzensk“ Üppige Ausstattung und grandiose musikalische Umsetzung. Seit der Premiere hat sich die Inszenierung von Francisco Negrin zum Publikumsmagneten entwickelt. Von Henner Kotte Der geschlossene Bühnenvorhang erinnert an Majakowskis Rosta-Fenster, Chaplins „Modern Times“ und Malewitschs Farbkompositionen und assoziiert damit die Entstehungszeit der Oper: 1932. Als er die Oper schuf, ...
mehr lesen »Leipzig: „La Cenerentola“ als puppiger Augenschmaus
Oper Leipzig entdeckt für kurze Zeit noch einmal ihre romantische Seite wieder Mit freudigem Beifall begrüßte das Leipziger Publikum seine Aschenputtel-Inszenierung auf der Bühne zurück. Vor acht Jahren von der australischen Regisseurin Lindy Hume und Ausstatter Dan Potra kreiert hat diese eigenwillige „La Cenerentola“ ihren Charme und die exklusive Ausstrahlung nicht verloren. Märchen wollen als Märchen gesehen werden. Von Moritz ...
mehr lesen »Leipzig: Freispruch für Woyzeck?
Büchners Klassiker vielschichtig erfasst am Schauspiel Leipzig Die Premiere im Leipziger Schauspielhaus fand in zeitlicher Nähe zum Finale der Abiturprüfungen „Leistungskurs Deutsch“ statt. Viele junge Leute mit ihren Tutorinnen und Tutoren waren im Publikum wahrzunehmen. So lebendig ist es gefühlt nicht oft im Foyer des Theaters. Von Petra Kießling Historische Stadtführungen als Ergänzung Zeitlich anknüpfend an die Inszenierung gab es ...
mehr lesen »Brandenburg: „Elektra“ – ein Exzess
Emotionen und Klänge in der Inszenierung von Intendant Dr. Alexander Busche Spontane Entschlüsse sind nicht immer, aber meist die besten. Sie verschaffen oft unerwartet genussvolle Erlebnisse. So beim Besuch einer sonntäglichen Nachmittagsvorstellung in der Interimsspielstätte des Brandenburger Theater. Richard Strauss‘ bahnbrechende Oper „Elektra“ wurde in einer klanglich rauschhaften Aufführung präsentiert. Die kraftvolle Inszenierung und die beeindruckenden musikalischen Darbietungen machten den ...
mehr lesen »Leipzig: Leichtes Stretching
Hochschule für Musik und Theater Leipzig zeigt „Die lustigen Weiber von Windsor“ Wer sich von seiner durch die verkorkste Leipziger Lortzing-Pflege ausgelösten, schleichend auftretenden Aversion gegen unsere liebe biedermeierlich deutsche Spieloper erholen muss, sollt hurtigen Schenkels in die Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelson Bartholdy“ eilen. Noch wenige Male besteht dort Gelegenheit, die traditionelle Inszenierung zum Studienjahresausklang zu erleben. ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Eine außergewöhnliche Opernerfahrung
Albena Petrovic Radio-Oper „Das blaue Klavier“ in einer szenischen Uraufführung Wer das Glück hat, im oberen Erzgebirge zu leben, der ist hinsichtlich Theaterkunst eine große Vielfalt gewohnt. Werden doch hier viele Dinge erprobt oder wiederentdeckt, welche man an großen Häusern vergeblich sucht. Die szenische Uraufführung einer modernen Oper hat aber auch im Gebirge Seltenheitswert. Von Rainer Nebel Mit dem Schreiben ...
mehr lesen »Neustrelitz: Delikatesse zum Saisonende
Theater und Orchester Neubrandenburg / Neustrelitz warten auf mit Paul Hindemith Was haben Neustrelitz und Palermo gemeinsam? In der Oper wird vom Publikum in die laufende Szene rein geklatscht, wenn etwas gefällt. Was solls. Fotografiert wird im Landestheater auch, ohne das jemand was sagt. Weil es vielleicht ok ist? Denn wer fotografiert, kann nicht applaudieren. Und die Hindemith-Oper, über die ...
mehr lesen »Dresden: „Lulu“ – verstörend gut
Staatsschauspiel für seine Wedekind-Inszenierung weiter mehrheitlich bejubelt Frank Wedekinds Skandalstück „Lulu“ hatte 2023 in der Regie von Daniela Löffner Premiere am Dresdner Staatsschauspiel. In der Titelrolle ist Simon Werdelis (Foto oben r. mit Sven Hönig) zu erleben. Die Inszenierung polarisiert – interessant ist das Warum. Kontroversen, Bravi und vorzeitiges Verlassen der Vorstellung auch beim Gastspiel auf dem 12. Sächsischen Theatertreffen. ...
mehr lesen »Plauen-Zwickau: „Masken“ – ein Ensemble zeigt sein Können
Ballettabend von Mário Radačovský und Sergei Vanaev Zum Sächsischen Theatertreffen werden die Companien des Freistaates eingeladen, die bei ihrem Publikum besonders erfolgreichen Inszenierungen vorzustellen. Das Theater Plauen-Zwickau entsandte den Ballettabend „Masken“, der auf der Großen Bühne im Schauspielhaus Leipzig getanzt wurde und Beifall im Festivalpublikum fand. Indirekt erlebte es ein Appetihäppchen auf das am 22.6. beginnende Festival „Leipzig tanzt“ ...
mehr lesen »Radebeul: „Fräulein Else“
Landesbühnen Sachsen zeigen eine Stückentwicklung nach Arthur Schnitzler Hoch konzentriert und mit gleich vier ebenbürtigen Paraderollen, gestaltet durch die fulminate Schauspielkunst von vier Darstellerin fesselte das Gastspiel der Landesbühnen Sachsen in der Diskothek auch schon am früheren Abend ein großen, nicht mit Applaus sparendes Publikum in Leipzig. Von Moritz Jähnig Wer durch europäische Innenstädte flaniert und vielleicht gern in die ...
mehr lesen »Plauen: Teuflisch witzig
Theater Plauen-Zwickau unterhält mit Igor Strawinskys „The Rake’s Progress“ Am Theater Plauen-Zwickau haben Operndirektor Horst Kupich und ein engagiertes Team Igor Strawinskys dreiaktige Oper „The Rake’s Progress“ inszeniert. In der besuchten pfingstfeiertäglichen Nachmittagsaufführung fand sie spontan Szenenapplaus und nach ihrem witzigen Epilog anhaltenden und herzlichen Beifall. Ein gut amüsiertes Publikum bedankte sich für die intelligent unterhaltsame Zeit. Von Moritz Jähnig ...
mehr lesen »Freiberg: Erfolgreich durch eigene Stärken
Ein großer Theaterabend mit Georges Bizet „Carmen“ Auf solche konnte das Mittelsächsische Theater Freiberg/Döbeln bei seinen jüngsten „Carmen“-Premieren setzen. Da bremst eine stimmliche Beeinträchtigung den geplanten Tenor für den Don Jose (Frank Unger) aus, so dass er „nur“ spielen kann. Doch schon steht ein sich entwickelnder junger Tenor (Inkyo Park) bereit, der aus der Gasse für die nötigen Töne sorgt. ...
mehr lesen »Leipzig: Mio padre! – Mia Gilda!
Beglückende Momente in einem auf Rache fixierten „Rigoletto“ Dankenswerterweise zauberte die Oper Leipzig aus ihrem Schatzkämmerlein die sehenswerte „Rigoletto“-Inszenierung von Anthony Pilavachi wieder hervor. Sie stammt von 2012 und atmet internationales Flair. Die Verdi-Gemeinde dankt Pilavachi die Rekonstruktion des „Gustavo III“. Für Leipzig arbeitet er jetzt an der „Norma“. Bellinis großes Werk ist am Augustusplatz für den 1.Dezember angekündigt. Von ...
mehr lesen »Wien/Leipzig: Erster Preis an Muko-Solistin
Friederike Meinke von der Musikalischen Komödie siegte beim Johann-Strauss-Gesangswettbewerb Friederike Meinke startete erst dieses Jahr ihre Solokarriere an der Musikalischen Komödie Leipzig, der Spezialspielstätte der Oper Leipzig für Operette, Musical und Spieloper. Jetzt gewann die Sopranistin den Ersten Preis und weitere Sonderpreise im Johann-Strauss-Gesangswettbewerb, der in Wien schon mit Blick auf den 200.Geburtstag 2025 von Johann Strauss Sohn stattgefunden hat. ...
mehr lesen »Leipzig: „Immer wieder Jetzt“
Programm des Schauspiels vorgestellt und jetzt bereits buchbar Gemeinsam mit seinem Leitungsteam stellte Intendant Enrico Lübbe heute das Programm der Spielzeit 2024 / 25 am Schauspiel Leipzig vor. Die neue Saison ist mit dem Motto „Immer wieder Jetzt“ überschrieben. Der Vorverkauf für die Spielzeit 2024 / 25 hat begonnen. Neben allen Premieren sind zahlreiche Wiederaufnahmen und Repertoire-Termine bereits buchbar. www.schauspiel-leipzig.de ...
mehr lesen »Gera: Grausam und trostspendend
Ballettabend „La Valse“ und „Le Sacre du printemps“ hinterläßt tiefen Eindruck Bekanntermaßen vollziehen sich beim Thüringer Staatsballett zum Saisonende wichtige Wechsel in der künstlerischen Ausrichtung. Die Auswahl der im jüngsten Ballettabend getanzten Stücke symbolisiert wohl bereits jetzt absichtsvoll diesen Wandel. Und macht damit in effectu Abschied leichter. Von Moritz Jähnig In einer bedeutenden internationalen Gastinszenierung wird jetzt wieder „Le ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Wo die Puppen nicht nur tanzen
„Der Vetter aus Dingsda“ für ein Duo mit Figurenein Ein Format etwas außer der Reihe erprobt gerade das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz. Hier gibt es den „Vetter aus Dingsda“ als puppiges Operettical mit zwei Künstlern auf der Studiobühne. Was beim Lesen etwas schräg anmutet, entpuppt sich beim Zuschauen als höchst unterhaltsamer Abend. Von Rainer Nebel Mitunter treffen in der Welt der ...
mehr lesen »Leipzig: Parabel auf die Arbeitswelt
Uraufführung von „Knöpfe“ nach Ilse Aischinger Das Foyer 1, die kleine, in der repräsentative Garderobenhalle des Schauspielhauses betriebene Spielstätte ist am Vorabend des 1. Mai ausverkauft. Ein durchweg junges, bis sehr junges Publikum denkt auf Grundlage eines surrealen Stückes aus Omas Tagen über seine Arbeitswelt nach. Von Moritz Jähnig Vorlage für den in der Regie von Emily Huber uraufgeführten ...
mehr lesen »Leipzig: Endzeit mit amüsantem Vorspiel
Lang erwartete Wiederaufnahme der „Elektra“ inszeniert von Peter Konwitschny Triumpf für Ricarda Merbeth und das Gewandhausorchester unter Christoph Gedschold “Elektra” ist kräftezehrend – für Sänger, Orchester und nicht zuletzt für die Zuschauer. Als zur Wiederaufnahme der letzte schrille Richard-Strauss-Akkord im Saal verklingt, folgen exakt 12 sehr lange Sekunden totaler Ruhe. Dann bricht orkanartiger Jubel auf. Von Moritz Jähnig Die Vorgeschichte ...
mehr lesen »Gera: Langjährig künstlerisch verbunden
Generalmusikdirektor Ruben Gazarian wird zusätzlich neuer Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Israel Chamber Orchestra in Tel Aviv Dirigent Ruben Gazarian wird ab der Konzertsaison 2024/2025, zusätzlich zu seiner Position als Generalmusikdirektor am Theater Altenburg Gera, die musikalische Leitung des Israel Chamber Orchestra in Tel Aviv übernehmen. Das teilte das Ostthüringer-5-Sparten-Haus jetzt in einer Pressemitteilung mit. „Mit Israel bin ich schon ...
mehr lesen »Halle: Drei Hochs auf Mrs. B.
Die Oper Halle gastiert mit Benjamin Brittens komischer Oper „Albert Herring“ im Saal des Neuen Theaters. Von Oliver-Pierre Rudolph Der weltberühmte Pianist Sviatoslav Richter nannte sie „die größte komische Oper des Jahrhunderts“. Ein begeistertes Hallenser Premierenpublikum konnte dem feinen Humor Brittens in einer aktualisierten Inszenierung von Karolina Sofulak als Koproduktion des Teatr Wielki Stanislaw Moniuszko Poznań und der Oper ...
mehr lesen »Leipzig: Любовь моя
Die MuKo präsentiert „Dr. Schiwago“ – Liebe im Kriege und die Revolution Glanzvolle Wiederaufnahme und bereits 20. Vorstellung eines Klassikers des neueren Musiktheaters, der auf der Grundlage eines Romans von Boris Pasternack viel über Geschichte und Kultur vermittelt. Ein großes Vergnügen. Von Henner Kotte Russische Kunst entzieht sich mitteleuropäisch und amerikanisch schnellen Interpretationen. Dostojewskis Werke lassen sich weder filmisch noch ...
mehr lesen »Magdeburg: Grand Battement mit „Borgia“
Chefchoreograf Jörg Mannes schuf neues emotionsstarkes Handlungsballett Reverenz an das Theater Magdeburg und sein Ballettensemble. Die Repertoirevorstellung des im Februar uraufgeführten Balletts „Borgia“ von Jörg Mannes auf einer von der Magdeburger Philharmonie klangstark ausgebreiteten piste de dance avancierte beeindruckend zum Beitrag für den bedauerlicherweise in der Region wenig beachteten Welttag des Tanzes am 29. April. Von Moritz Jähnig Der Renaissance-Mensch ...
mehr lesen »Leipzig: Hamlet mit drei Köpfen
Compania Sincaras Shakespeare-Maskenspiel liebäugelt zum Publikum Sein oder Nichtsein, das ist hier nicht die einzige Frage … In ihrem „Hamlet“ erzählt die Compania Sincara die Tragödie um den Prinzen von Dänemark auf ungewöhnliche und verliebte Weise. Von Moritz Jähnig Ihr bestes Moment bekommt die erlebte Repertoirevorstellung vom Zufall geschenkt: wenn im großen Zitate-Reigen der hehre „Hamlet“-Ausspruch „To be, or not ...
mehr lesen »Passau: „April“ unter Schäfchenwolken
Opern-Uraufführung nach Joseph Roth am Landestheater Niederbayern Das Schaffen des mit Metropolen wie Wien und Frankfurt als Journalist und Paris als tragisch endendem Autor verbundenen Joseph Roth erfährt am Landestheater Niederbayern, besondere Aufmerksamkeit. In Passau kam eine dramatisierte Fassung seines Romans „Hiob“ zur Opernpremiere und nun erklingt seine frühe, traurig machende Erzählung „April“. Dafür nachdrücklich starker Beifall Von Roland H. ...
mehr lesen »Leipzig: „Giselle“ im Wutraum
Chefchoreograf Mario Schröder setzt auch in der Abschiedsinszenierung sein ästhetisches crossover-Konzept an Adolph Adams romantischen Ballettklassiker fort Wer als Zuschauer Ballett erleben will und dabei an ein Tanzstück mit Handlung denkt, vielleicht sogar Spitzentanz erwartet, Palucca-Schule, Uwe Scholz oder so – um vom großen, dem „Bolschoi“, gar nicht erst zu reden – liegt hier definitiv falsch. Mario Schröder ist dekonstruktiv ...
mehr lesen »Liège: Vorsätzlich rätselhaft
„Pelléas et Mélisande“ an der Königlich-Wallonischen Oper zu Liège Ein Hochfest für die Freunde des Symbolismus an der Opéra Royal Wallonie-Liège. Claude Debussys berauschende Oper „Pelléas et Mélisande“ erklang innerhalb eines optisch üppigen Rahmens. Von Roland H. Dippel Wie bebildert man Maurice Maeterlincks aphoristisch-antidramatisches Fragespiel, das Claude Debussy zu seiner einzigen vollendeten Oper inspirierte und damit 1902 an der Opéra-comique ein ...
mehr lesen »Naumburg: Spekulatives Schreiten
Theaterspaziergang im Naumburger Dom auf den Spuren von Jesus Christus Das kleinste Stadttheater Deutschlands hat über sein wirklich breites Spielplanangebot hinaus auch Erfahrungen mit großen Musiktheaterproduktionen im Naumburger Dom. 2019 erlebten wir zu Hochzeiten der #mytoo-Debatte Händels Oratorium „Susanna“. Jetzt nimmt das Ensemble sein Publikum beim 6. Theaterspaziergang an die Hand und führt es „Auf den Spuren von Jesus Christus“ ...
mehr lesen »Leipzig: Freundschaft ausgeschlossen
„Die Bridgetower-Sonate“ von Amanda Wilkin am Schauspiel Leipzig uraufgeführt Amanda Wilkins Theatertext erzählt ein Stück europäische Musikgeschichte neu als vielschichtigen, zeitlosen Konflikt. In Leipzig machen ihn fünf Darstellerinnen und Darsteller zu einem Abend großer Schauspielkunst, der innerlich aufregt. Von Moritz Jähnig Zum Mythos um den Musiktitanen Ludwig van Beethoven gehört nicht nur sein tragisches Erkranken mit Gehörverlust, sondern auch die ...
mehr lesen »Leipzig: Wahlkampf in Blau
Grandios! Die MuKo feiert Albert, den Schuster Hans und sich selbst* Auch mit dieser Neuinszenierung beweist die Musikalische Komödie Leipzig wieder Mut und zeigt ihr Gespür für Stücke mit gesellschaftsrelevantem Anspruch. Von Henner Kotte Da rollt was auf uns zu: Die Debatten um politische Führungsqualitäten haben längst begonnen. So nimmt es nicht Wunder, dass sich die Kunstwelt ihr Verslein darauf ...
mehr lesen »Zürich: Musiktheater in der Experimentalzone
Roman Haubenstock-Ramatis „Amerika“ inszeniert von Sebastian Baumgarten Der 100. Geburtstag von Franz Kafka in diesem Jahr evoziert eine Fülle von Publikationen über den Schriftsteller und Aufführungen seiner für die Bühne adaptierten Werke. Die Oper „Amerika“ von Roman Haubenstock-Ramati erlebte 1966 unter Bruno Maderna an der Deutschen Oper Berlin ihre Uraufführung. Damals noch umstritten, erlebte das Werk jetzt am Opernhaus Zürich ...
mehr lesen »Zürich: Finales Applaus-Fortissimo für dekorativen Biedersinn
Andreas Homokis „Carmen“ an der Oper Zürich Von Bizets „Carmen“ geht eine magische Kraft aus, die das Interesse der Musikkritik weckt und sie auf Reisen schickt. Die im April 2023 an der Pariser Opéra Comique von Andreas Homoki inszenierte „Carmen“ ist jetzt auch am Opernhaus Zürich zu erleben. Von Roland H. Dippel Die Opéra comique ist ein wichtiges Gen in ...
mehr lesen »Leipzig: Fantasie von der ewigen Jugend
Richard Strauss „Der Rosenkavalier“ erregend wie nie auf der Opernbühne am Augustusplatz zurück Sich hier über die Neuinszenierung der Richard-Strauss-Oper „Der Rosenkavalier“ in Leipzig zu äußern, ist gar nicht so einfach. Es gibt zu viele Details zu loben, zu viele große Linien zu bedenken und zu viele schöne Stimmen zu würdigen, um das in gebotener Kürze hinzubekommen. Außerdem gibt es ...
mehr lesen »Gera: „Die gute alte Zeit ist hin“
Operettennovität „Redoute in Reuß“ reüssiert Wahrlich! Es gibt Momente, da wünschte sich jeder in die Postkutschenzeit zurück beamen zu können. Zum Beispiel wenn man am Ostermontagabend nach einem beschwingten Operettenbesuch im RegionalExpress Saalfeld – Gera – Leipzig stehend heimwärts tuckelt. Und die Verspätung wird länger und länger und länger und länger. Alles auf der Bühne erscheint da lustiger gewesen zu ...
mehr lesen »Halle: Auf der Suche nach Partnerglück
Ballettabend der Bühnen Halle mit „Ich…“ und „Radio & Juliet“ Am Ostersonnabend schlug in Halle die Stunde des Tanzes. Festlich Ballettpremiere im Opernhaus. Zur Pause frenetischer, am Ende lautstarker Applaus! Ballettdirektor Michal Sedláček überreichte unter dem Jubel der vollbesetzten Platzreihen einen riesigen Teddybären an Johan Plaitano, der mit der Uraufführung von „Ich…“ nach glorreichen Solistenjahren jetzt definitiv zur Choreographie wechselt. ...
mehr lesen »Semperoper: „Die Frau ohne Schatten“ als Abschiedsgeschenk
Christoph Thielemann dirigiert Richard Strauss – Regisseur David Bösch tat sich schwer Die Semperoper in Dresden war nach Wien 1919 Ort der zweiten Erstaufführung von „Frau ohne Schatten“. Und schon damals beklagte der Komponist eine unbefriedigende szenische Umsetzung. Das mit Symbolik und Bedeutung überfrachtete Libretto Hugo von Hoffmannsthals ist nach 105 Jahren nicht weniger herausfordernd, wie die Neuinszenierung belegt. Von ...
mehr lesen »Dessau: Faszinierend schlicht und wirkungsstark
Zu Richard Wagners „Tristan und Isolde“ am Anhaltischen Theater Dessau Die am vergangenen Karfreitag am Anhaltischen Theater erlebte Repertoirevorstellung einer noch weiteren Reprise entgegensehende Inszenierung von Richard Wagners Opernmeisterwerk „Tristan und Isolde“ klingt lange nach. Dessau bietet großes Musiktheater, das europäischen Rang beanspruchen darf. Von Moritz Jähnig Ein Fest der Musik Die Faszination, die von dieser Wagner-Inszenierung ausgeht, speist sich ...
mehr lesen »Weimar: Premierenjubel für „La Cenerentola“
Roland Schwab Inszenierte Rossini mit bildungsbürgerlicher Komponente Gioachino Rossinis 1817 in Rom uraufgeführte Oper “La Cenerentola, ossia La bontà in trionfo” (oder Der Triumph des Guten) hatte am Deutschen Nationaltheater Weimar Premiere. Für Regisseur Roland Schwab ist das die gern wahrgenommene Gelegenheit, einmal über den Bildungskanon an sich nachzudenken, in dem er den märchenhaften Figuren des Librettos von Jacopo Ferretti ...
mehr lesen »Bernburg: „Don Giovanni“ im Hotel
Landesbühnen Sachsen gastierten mit Mozart-Oper in der Regie von Kai Anne Schuhmacher in der Saalestadt Kann man immer noch von der „Don Giovanni“-Welle auf unseren Bühnen sprechen oder gilt diese inzwischen schon als abgeebbt? Auf alle Fälle ist die in Rede stehende Inszenierung, die im Januar 2023 an den Landesbühnen Sachsen in Radebeul Premiere hatte, mit dem besuchten Gastspiel am ...
mehr lesen »Halle: Mehrschichtiges Sittengemälde
Walter Sutcliffe inszenierte Giacomo Puccinis populäre Oper „La bohème“ Giacomo Puccinis 1896 in Turin uraufgeführtes Meisterwerk und seine wohl bedeutendste Bühnenkomposition bezieht ihre soghafte Wirkung von ihrem bittersüßen musikalischen Ende her. Die schwindsüchtige Stickerin Mimi stirbt an Armut. In Halle vermitteln die Tragik des unerhörten Geschehens in seiner ganzen Unmittelbarkeit die ukrainische Sopranistin Anastasiia Doroshenko und ein ausgeglichen gutes Sängerensemble. ...
mehr lesen »Dessau: Suggestiv in Klang und Geste
Stefano Giannetti inszenierte Karol Szymanowskis Oper „König Roger“ am Anhaltischen Theater Das Anhaltische Theater Dessau bleibt Dauerreiseziel für Opernfreunde, weit über die Region hinaus. Die eng getakteten Premierenereignisse der vergangenen und laufenden Spielzeit befeuern diesen Trend. Jetzt legte das Haus mit Karol Szymanowskis 1926 in Warschau uraufgeführten mystischen Hauptwerk nach, der Oper „König Roger“. Von Moritz Jähnig Der aufmerksame Leser ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Was für ein Doktor Dolittle!
Deutsche Erstaufführung eines Musicals von Leslie Bricusse Das Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz ist seit vielen Jahren für seine Aufführungen selten gespielter Werke bekannt. Mitunter gibt es dort Stücke, bei denen man sich auf Grund ihrer Qualität verblüfft fragt, warum man davon vorher noch nie gehört hat. So geschehen im Februar 2024 bei der deutschen Erstaufführung des Musicals „Doktor Dolittle“ von Leslie ...
mehr lesen »Leipzig: Vorsicht! Der Russe schießt
Unverwüstlich gegenwärtig – die MuKo lässt „Die Fledermaus“ fliegen und saufen Trinke, Liebchen, trinke schnell,trinken macht die Augen hell.Sind die schönen Auglein klar,siehst du alles licht und wahr. Unsre Omas sind bei den Melodien dahingeschmolzen, sie kannten Hit um Hit aus der ollen Silvester- und Karnevalskammele „Die Fledermaus“ und sangen voller Inbrunst mit. Wobei eigentlich niemand (außer den schmissigen Melodien) ...
mehr lesen »Zürich: Alles ach so menschlich!
Jean-Philippe Rameaus Oper „Platée” am Opernhaus Durch eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit von Regisseurin und musikalischer Leiterin entsteht auf der Zürcher Opernbühne aus einem gewagten Stück Satire am französischen Hof der Barockzeit ein erfreulich zeitgemäßes und aktuelles Stück als Spiegel ach so menschlicher Emotionen. Von Matthias Wießner Die Beziehung zwischen dem französischen König Ludwig XV. und Jean-Philippe Rameau, einem ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Ab in den Schrank!
Viel Beifall für Gegenwartskomödie von Sebastian Castro Wer einfach einmal herzlich lachen und die Welt um sich herum vergessen möchte, ist derzeit im Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz richtig. Gegeben wird die Komödie „Ab in den Schrank“ von Sébastien Castro. Von Eva Blaschke Sébastien Castro ist ein französischer Theater- und Filmschauspieler, welcher insbesondere als Komiker große Erfolge feiert. 2019 wurde sein erstes ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: „Der Fürst von Pappenheim“
Beifall für die Wiederentdeckung und -aufführung einer sogenannten Filmoperette von 1922 Eine schrille, bunte und höchst unterhaltsame Operette wird derzeit am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz gegeben. „Der Fürst von Pappenheim“ spielt in der Inflationszeit der 1920er Jahre und ist verblüffend aktuell. Von Eva Blaschke Hugo Hirsch schrieb diese Operette, welche erst sehr populär war, sogar mehrfach verfilmt wurde, dann aber in ...
mehr lesen »Leipzig: Nachhaltige Brutalität der Spitzenklasse
Ilaria Lanzino inszenierte selten gespielte „Mary, Queen of Scots“ Riesiger Applaus mit minimalen und deshalb ehrenden Missfallensspitzen, ein üppiges Opernhistorien-Epos und eine Primadonnen-Partie fast traditionellen Zuschnitts bei praktizierter Materialökonomie. Thea Musgraves „Mary, Queen of Scots“ (1977) ist eine weitgehend tonale Oper mit packenden Höhepunkten und fast thrillerhafter Hochspannung. Die italienische Regisseurin Ilaria Lanzino sezierte an der Oper Leipzig Machtkitzel-Drastik und ...
mehr lesen »Rémy Fichet übernimmt 2024/25 die Direktion des Leipziger Balletts
Rémy Fichet ist der designierte neue Direktor des Leipziger Balletts und wird ab der Saison 2024/25 dessen künstlerische Leitung an der Oper Leipzig übernehmen. In der Nachfolge des verdienten bisherigen Ballettdirektors und Chefchoreographen Mario Schröder wird Rémy Fichet die von Uwe Scholz begründete Tradition des Leipziger Balletts fortsetzen. Für die kommenden Spielzeiten ist die Zusammenarbeit mit innovativen Choreographinnen und Choreographen ...
mehr lesen »Freiberg: Jubelfeier für Rossini
Power, Poesie und Pointen adeln eine Neuinszenierung des „Barbier von Sevilla“ „Jubelfeier für Rossini“ – so könnte man den rauschenden Premierenabend vom vergangenen Sonnabend im Freiberger Haus des Mittelsächsischen Theaters betiteln. Denn er ist an Lebendigkeit im Wechselspiel der Musik Rossinis in der Wiedergabe durch die Mittelsächsische Philharmonie, der Regieeinfälle und der Spiellust der Protagonisten schwer überbietbar. Von Frieder Krause ...
mehr lesen »Kosice: Nach 65 Jahren wieder am Nationaltheater
„Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg“ – Romantische Oper von Richard Wagner in queere Kontexte gesetzt Anders als im deutschsprachigen Raum gibt es im slawischen Osteuropa (mit wenigen Ausnahmen wie Budapest) keine ausgeprägte Aufführungstradition für die Opern Richard Wagners. Die bipolare Wirkungsgeschichte der Bayreuther Festspiele und des rechtskonservativen Bayreuther Kreises, die Verflechtungen zwischen Winifred Wagner und Adolf Hitler sowie ...
mehr lesen »euro-scene: Ziemliche Zumutung
PUT YOUR HEART UNDER YOUR FEET … AND WALK! – Gastspiel von Steven Cohen (Frankreich) In deutscher Erstaufführung und in Zusammenarbeit mit den Berliner Festspielen wird ein Doppelabend mit Steven Cohen zur euro-scene präsentiert. Der zweite Part SPHINCTÉROGRAPHIE + DEFACE wird an morgigen Sonnabend, 11.11.2023 im Ballsaal des Lindenfels präsentiert. Hier Eindrücke vom ersten Auftritt im Schauspielhaus Von Moritz Jähnig ...
mehr lesen »euro-scene: Worte werden Ansichtssachen
KOULOUNISATION – Gastspiel von Salim Djaferi (Belgien) Mit Gastspielen wie KOULOUNISATION belegt die euro-scene, dass sie kein Festival des beaut ballet ist, bzw. keinesfalls ausschließlich. Die sechs Tage im November ermöglichen der theaterhungrigen Stadt Berührung mit Themen und Diskursen, die frei bundesdeutscher Standardprägung auf europäischen Bühnen und darüber hinaus geführt werden. Von Moritz Jähnig Der Theatermann Salim Djaferi ist ein ...
mehr lesen »Leipzig: Maybe This Time
Musikalisch mitreißende Inszenierung von John Kanders Musical „Cabaret“ am Schauspiel Leipzig Derzeit tut sich ungeheuer viel im Musiktheater Leipzigs. Fast will man sich die Augen reiben. Das Opernhaus nutzt sein gerade ausgeräumtes Parkett für zwei inszenatorisch genial gemache zeitgenössische Operneinakter und das Schauspiel trumpft mit einem englischen Musical prall voll Gesang und Tanz auf, dass der traditionsstolze Messestädter erst einmal ...
mehr lesen »Nürnberg: Wenig Begeisterung für szenische Seite
Donizettis «Lucia di Lammermoor» von 1835 in ein queeres Gewand gesteckt Urbane Kultur-Synergien: Am Sonntag-Vormittag gab es im Germanischen Nationalmuseum zur Ausstellung «Meisterwerke aus Glas» ein Konzert mit Glasflöte. Wenige hundert Meter weiter geht es in der Kunsthalle Nürnberg um «Positionen queerer Gegenwartskunst». Dazwischen Co-Branding für beide Themen: An der Oper Nürnberg feierte Gaetano Donizettis Belcanto- und Primadonnen-Vehikel aus dem ...
mehr lesen »euro-scene: Tour de parforce
Eröffnung mit ONE SONG – HISTOIRE(S) DU THÉÂTRE IV von Miet Warlop, Belgien Vorab gab es im Schauspiel Leipzig die protokollarische Eröffnung der 33. euro-scene durch den Schirmherrn, Oberbürgermeister Burghard Jung, auf der in diesem Jahr 15 Produktionen begrüßt werden, darunter eine Uraufführung und sechs deutsche Erstaufführungen sowie zwei internationale Koprodultionen aus dem Bereich Tanz/Performance. – Dann begann das Festival ...
mehr lesen »Budapest: Karol Szymanowskis „König Roger“
Slowakische Inszenierung des schwulen Musikdramas gastiert an ungarischer Nationaloper Eine Kulturreportage von Roland Dippel Am Ende wirft König Roger einen innigen Blick auf den jungen Mann. Sofort donnert der Beifall in den Schlussakkord für das Gastspiel des Nationaltheaters Kosice (Slowakei) in den Eiffel Art Studios, der dritten Spielstätte der Ungarischen Nationaloper Budapest gespielt wurde. An mitteleuropäischen Opernhäusern ist diese Begeisterung ...
mehr lesen »Leipzig: Sehr beifällig aufgenommen
„Die Zauberflöte“ inszeniert von Musicalspezialst Matthias Davids Das Programmheft nennt drei wichtige Daten: 30. September 1791 Uraufführung der „Zauberflöte“ in Wien, 25. Januar 1793 Erstaufführung in Leipzig, neuerliche Premiere hierselbst am 23. Oktober 2023. In 230 Jahren gehörte das in Originalfassung dreistündige Werk in vielen Deutungen immer mit großem Erfolg in Leipzig auf dem Spielplan. Von Moritz Jähnig Ausverkauft auch ...
mehr lesen »Dessau: Man schenkt sich Rosen
Alt bewährt und neu gesetzt – Johannes Weigand inszeniert „Der Vogelhändler“ Carl Zellers „Vogelhändler“ gehört zu jenen vielleicht zehn Operetten, deren Hits selbst theaterfernere Damen und Herren kennen und sofort mitsummen können. Eine steile These, die aber bei einem Vorstellungsbesuch in Dessau leicht überprüfbar und erlebbar ist. „Griaß enk Gott, alle miteinander“. Von Moritz Jähnig Bevor noch Wolfgang Kluge am ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Shakespeare in eigener Fassung
Jasmin Sarah Zamani inszenierte „Viel Lärm um nichts“ Am Annaberg-Buchholzer Theater gibt es aktuell eine Inszenierung von „Viel Lärm um nichts“, bei welcher man sich fragt, ob Shakespeare wirklich schon vor 400 Jahren gestorben ist. Wie unmodern waren eigentlich die letzten Jahrhunderte? Von Eva Blaschke William Shakespeare starb im Jahr 1616. Alle anderslautenden Theorien ignorieren wir jetzt einmal. In der ...
mehr lesen »Leipzig: Rein in die Muko!
Schockierend, geschmacklos, beleidigend – mehr davon! Musikalische Komödie zeigt mit „The Producers“ Haltung und unkorrektes Theater. Was frustrierte Theaterbesucher begeistert, ist der Mut, die Themen der Zeit anzusprechen, ohne in biestige Rituale zu verfallen, stellt unser Kritiker über diese Neuproduktion zusammenfassend fest. Und zeigt sich rundum begeistert. Von Henner Kotte Dürfen die denn das? Deutsche Maiden radebrechen schwedisch. Alte geben ...
mehr lesen »Kritisch, poetisch, relevant
Vorverkauf beginnt am 30. September Die euro-scene Leipzig 2023 findet vom 7. bis 12. November statt und zeigt 15 Produktionen, darunter 1 Uraufführung, 6 deutsche Erstaufführungen sowie 2 internationale Koproduktionen. Außerdem werden 2 weitere deutsche Erstaufführungen in Zusammenarbeit mit den Berliner Festspielen bzw. mit dem Fast Forward Festival des Staatsschauspiel Dresden präsentiert. Insgesamt umfasst das Festivalprogramm 26 Veranstaltungen. Zwei große ...
mehr lesen »Dessau ist viele Reisen wert
Große Programmvielfalt im Oktober am Anhaltischen Theater Mit „La Traviata” am 8. und 22. Oktober und „Madama Butterfly“ am 28. Oktober und zeigt das Anhaltische Theater Dessau zwei große Opernklassiker, die sich keiner entgehen lassen sollte. Ania Vegry und KS Iordanka Derilova wurden für ihre Leistungen als Protagonistinnen in den beiden dramatischen Stücken einhellig von der Presse gefeiert. Am 3. ...
mehr lesen »Altenburg: „Don Giovanni“, höchst unterhaltsam
Regisseur Bernd Mottl unterstreicht volkstheaterhafte Züge einer hochmoralischen Geschichte . Am 10. Seeptember 2023 hatte Mozarts Oper „Don Giovanni“ Premiere am Theater Altenburg Gera. Eröffnet wurde die Spielzeit diesmal in der kleineren thüringischen Stadt, mit der bedeutenden Theatertradition. Vor den Toren Leipzigs, was man dort nicht nur gerne hört. Von Moritz Jähnig „Don Giovanni“ ist eine Oper von Wolfgang Amadeus ...
mehr lesen »Leipzig: Stunde der Komödianten
Wiederaufnahme des erfolgreichen Musicals „Anatevka“ an der Musikalischen Komödie Es ist der Abend des hoch präsenten Ensembles mit dem herausragenden Milko Milev an der Spitze. „Anantevka“ gehört zu den wichtigsten und eindrucksvollsten Inszenierungen, die in diesem Jahr an der Musikalischen Komöide Leipzig laufen. In ihr kommen die sängerisch-komödianten Stärken dieser kleineren Musiktheaterbühne Leipzigs zum Tragen, die ihr vielleicht deutschlandweites Alleinstellungsmerkmal ...
mehr lesen »Motette für Martin Petzold
Thomanerchor, Oper Leipzig und die Thomaskirche erinnern an Martin Petzold Zum Andenken an den Leipziger Operntenor und Bachinterpreten Martin Petzold werden der Thomanerchor, die Oper Leipzig und die Thomaskirche eine öffentliche Motette gestalten. Am Freitag, dem 1. September 2023, um 18 Uhr treffen sich seine Familie, Freunde, Fans und Kollegen in der Thomaskirche, um an den begabten und beliebten Sänger ...
mehr lesen »Greifensteine: Wieder einmal Lifemusik
Begeisterte Zuschauer bei Preußlers „Krabat“ in geheimisvoller Inszenierung Die Greifensteinfestspiele warten in diesem Sommer mit einer mystisch-schönen Inszenierung des Schauspiels „Krabat“ in freier Natur auf. Das Meisterwerk von Otfried Preußler ist wie geschaffen für eine Naturbühne. Von Eva Blaschke Angeblich schrieb Otfried Preußler zehn Jahre an seinem Roman „Krabat“. Wer das Buch liest oder die Texte im Schauspiel hört, glaubt ...
mehr lesen »Döbeln: Zarewitsch mit gutem Ende
Operettengala rund um „Der Zarewitsch“ von Franz Léhar – Kartenvorverkauf gestartet Fällt Ihnen auf Anhieb eine Operette ein, die schlecht ausgeht? Haben Sie zu Sylvester schon etwas vor? Zu beiden Punkten hätte ich da etwas für Sie. Von Eva Blaschke Das Lied „Es steht ein Soldat am Wolgastrand“ kennen Sie sicherlich. Es stammt aus der Operette „Der Zarewitsch“ von Franz ...
mehr lesen »Seebühne Kriebstein: Ein Hipp-Hopp-Bettelstudent
Stephan Brauers inszenierte Millöcker-Klassiker für die Seebühne Kriebstein Auf der Seebühne Kriebstein wird in diesem Sommer „Der Bettelstudent“ gegeben. Eigentlich kann man mit dieser Operette und der fabelhaften Musik von Carl Millöcker nicht viel falsch machen. Aber in diesem Fall hat der Regisseur versucht, Operette mit Musical zu kreuzen. Von Eva Blaschke „Ach ich hab sie doch nur auf die ...
mehr lesen »Felsenbühne Rathen: Freikugeln und Zwänge
Webers „Freischütz“ für die Felsenbühne Rathen neu inszeniert Haben Sie schon einmal den „Freischütz“ auf der Felsenbühne in Rathen gesehen? Falls nicht, haben Sie etwas verpasst. Hier die Rezension der Neuinszenierung von einer Bühne, die für dieses Stück wie geschaffen ist. Von Eva Blaschke Kennen Sie Rathen in der Sächsischen Schweiz? Dort gibt es eine Freilichtbühne in einem Talkessel. Der ...
mehr lesen »Leipzig: Blühfreudige „Madame Butterfly“
Wiederaufnahme mit Karine Babajanyan in der Titelpartie Leidenschaftlich, ergreifend ohne falsche Süße und mit einer atemberaubenden visuellen Präsentation im Cinemaskope-Breitwand-Format erweckt die „Madam Butterfly“-Inszenierung von Aron Stiehl heute einen gesellschaftlich wacheren Eindruck denn je. Musikalisch erreicht die Wiederaufnahme am Sonntagabend nicht die musikalische Durchsichtigkeit, die im März 2015 die Hörer in den Bann schlugen. Von Moritz Jähnig Giacomo Puccinis Oper ...
mehr lesen »Leipzig: Durchhalten als Wäschenummer
„Letzte Station Torgau“ gibt dem Grauen Raum Etwa zwei Stunden lang schildern sechs Schauspieler und Schauspielerinnen ohne jede Emotionalisierung in Stimme und Geste Schikanen, die jeder besser für undenkbar hielte. Und die doch so real existierten und existieren. Nicht nur in Torgau, damals im Unrechtsstaat. Von Moritz Jähnig Die Szene in Leipzigs Kammerspielbühne „Diskothek“ ist spartanisch gestaltet: Ihr Boden ist ...
mehr lesen »Leipzig: Eine ästhetische Wonne
„Fusion“ – Balletturaufführung von Mario Schröder – Musik Harry Yeff und Gadi Zoller. Am Schluss Standing Ovation und Jubel ohne Ende. Und doch macht dieser Schluss des Ballettabends „Fusion“ nicht froh. Sieht so die schöne neue Welt der Zukunft aus? Von Moritz Jähnig Mario Schröder, der Ballettdirektor des Leipziger Compagnie, ist bekannt für seine experimentellen Ansätze. Er kombiniert traditionelle ...
mehr lesen »Leipzig: “I’m a creator, I’m a destroyer“
Späte Wiederaufnahme von Claudia Bauers “Meister und Margarita”-Inszenierung Das Schauspiel Leipzig weiß wirkliche Überraschungen aus der Schulblade zu zaubern! So ist jetzt nach einer Wiederaufnahme „Der Meister und Margarita“ nach dem Roman von Michael Bulgakow erlebbar. Von Moritz Jähnig I’m a creator, I’m a destroyer“ – der erste vom live-Duo gesungene Satz wird in den folgenden fast zweieinhalb Stunden inhaltlich ...
mehr lesen »Leipzig: Die mörderische Enge
Erste Inszenierung von Brittens „Peter Grimes“ am Opernhaus Nach „Don Giovanni“ (Matthias Foremny/Katharina Thoma) im Januar, „Giulio Cesare in Egitto“ (Rubén Dubrovsky/Damiano Michieletto) im April ist „Peter Grimes“ (Christoph Gedschold/Kay Link) die dritte gelungene und so stürmisch wie lange nicht erlebt bejubelte Premiere der unter das thematische Motto Außenseiter gestellten Spielzeit im Opernhaus Leipzig. Von Moritz Jähnig Brenden Gunnell als ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Die Unverwüstlichen mit der Kühltruhe
Johann Strauß‘ Operette „Die Fledermaus“ inszeniert von Andreas Rosar Intendant Moritz Gogg war gut beraten, angesichts des derzeitigen Weltgeschehens mit der unverwüstlichen „Fledermaus“ von Johann Strauß kurzfristig seinen eigentlich angedachten Spielplan am Annaberger Winterstein-Theater durch ein Werk mit Entspannungs- und Frohseineffekten aufzulockern. In seinen Begrüßungsworten am Premierenabend brachte er die Hoffnung zum Ausdruck, dass dieses Konzept aufgeht und die „Fledermaus“ ...
mehr lesen »Leipzig: Kitsch braucht Mut und klare Kante
Die MuKo herzt ein Mauerblümchen: „Das Veilchen von Montmartre“. Man muss von einer Wiederausgrabung sprechen, wenn die Musikalische Komödie Leipzig jetzt Kalmans 1930 in Wien uraufgeführte, in Deutschland heute kaum noch aufgeführte Operette „Das Veilchen von Monmartre“ herausbringt. Mit Robert Stolz hatte das Haus Dreilinden auf diesem Wege großen Erfolg. Wie funktioniert das jetzt mit Kalman? Von Henner Kotte Noch ...
mehr lesen »Freiberg: Erfolgreiche Suche nach der Wahrheit
„Jesus Christ Superstar“ in der Nikolaikirche der Berg- und Silberstadt aufgeführt Erfolgreiche Suche nach der Wahrheit – eine solche ist derzeit in der Nikolaikirche Freiberg erlebbar. In einer Inszenierung des Mittelsächsischen Theaters wird dort mit Andrew Lloyd Webbers Rockoper „Jesus Christ Superstar“ den letzten Tagen des Gottessohnes mit all ihren Fragen um Verrat, Leugnung, Macht, Manipulation der Massen nachgespürt und dem ...
mehr lesen »Leipzig: Eingesperrt im öffentlichen Raum
Luis Buñuel Filmklassiger als Stückvorlage für die Schauspielbühnen in Leipzig und Bochum eher enttäuschend Elfriede Jelinek hat 2008 in ihrem düsteren, politischen Theatertext „Rechnitz“ auf den Würgeengel aus Boñuels surrealistisches Filmwerk aus den 60er Jahren zurückgegriffen und mit diesem überaus bildmächtigen Filmdrama ihrerseits Theatergeschichte geschrieben. Eine Koproduktion der Schaupielhäuser Bochum und Leipzig verdichtete den Stoff 60 Jahre später ein weiteres ...
mehr lesen »Leipzig: Assi-Watching – Eine Aufstiegsgeschichte
„Das ÜZ“ greift zum Buch und präsentiert „Ein Mann seiner Klasse“ Es hat ja Zeiten gegeben, wo Zoodirektoren Menschen fremder Kulturen in Käfige steckten und diese dann dem gemeinen Volk präsentierten. Solche Shows werden heute aus guten Gründen verachtet, mehr noch, Meinungsmacher verurteilen damalige Aufklärer aufs Schärfste, und die Diskussionen laufen heiß von Pinkert bis Brehm, bis hin zu Karl ...
mehr lesen »Jenseits auftrumpfender Virtuosität
Die Philharmonie Leipzig veröffentlicht ihre Einspielung von Dvořáks „Aus der Neuen Welt“ Von Roland H. Dippel – 16.03.2023 Wer sich mit Antonín Dvořáks Neunter Sinfonie „Aus der Neuen Welt“ gegen die Überflut von Konkurrenz- und Referenzaufnahmen dieses überaus beliebten Orchesterstücks stemmt, hat äußerst gewichtige Gründe – oder besondere. Die Philharmonie Leipzig kann diese vorweisen. Das Orchester ist mit einem Alter ...
mehr lesen »Dessau: Sehr selten, sehr besonders
Zemlinskys legendäre Oper „Der König Kandaulus“ als Gabe zum Kurt-Weill-Fest Es ist ein Werk, das dem Hörer kalte Schauer über den Rücken jagt und in Dessau von Jakob Peters-Messer und kongenialen Team zu einer Freude fürs Auge inszeniert worden ist. Markus L. Frank und die Anhaltinische Philharmonie heben dieser reich instrumentierten Musik auf die Ebene des Unvergeßlichen. Von Moritz Jähnig ...
mehr lesen »Nürnberg: Vom bürokratischen zum digitalen Kosmos
Kafkas „Process“ als Tanztheater mit Musik von Friederike Bernhardt Am Leipziger Schauspiel kreierte die 1986 in Wittenberg geborene Komponistin Friederike Bernhardt Musik und Sounds zu Produktionen wie „Eines langen Tages Reise in die Nacht“, „Penthisilea“, „Die Räuber“ und „Ein Wahnsinn“. Jetzt war ihre Musik für „Der Process“ nach Kafka mit dem SETanztheater in der Tafelhalle Nürnberg ein substanzieller Teil dieser ...
mehr lesen »Liege/Belgien: Gebärden voll Liebe und Mitgefühl
Ambroise Thomas’ selten gespielte „Hamlet“-Oper an der Opéra Royal de Wallonie-Liège. Das 1863 begonnene und 1868 als letzte Produktion in der Pariser Opéra Le Peletier herausgekommene Werk ist neben Charles Gounods „Roméo et Juliette“ die bedeutendste französische Shakespeare-Oper des mittleren 19. Jahrhunderts. Die Opéra Royal de Wallonie-Liège zeigt eine Ko-Produktion mit der Opéra Comique Paris, dem Peking Musikfestival und dem ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Verneigung vor großer Schauspielkunst
„Kabale und Liebe“ mit Daniel Minetti in der Regie von Jan Holtappels Große Schauspielkunst bekommt man derzeit am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg-Buchholz geboten. An dieser Stelle finden Sie keine Kritik, sondern eine Verbeugung. Von Eva Blaschke Wann ist eine Schauspielaufführung eigentlich gelungen? Für mich persönlich, wenn ich zwanzig Minuten nach Beginn die Altertümlichkeit der Sprache nicht mehr bemerke. Wenn ich mir ...
mehr lesen »Leipzig: Raus! Uns gehört dieses Land
„Anatevka“ in der MuKo und die Kommentare zu Zeit In dem 1964 am Broadway uraufgeführten, mit neun Tony Awards ausgezeichneten Kult-Musical begleiten mitreißende Tanzszenen und großangelegte Shownummern Momente eines Vaters, dessen Träume und Hoffnungen zutiefst berühren. Aber auch die aktuelle Zeitgeschichte spielt mit. Von Henner Kotte Tragisch sind Geschichten, die „Der Fiedler auf dem Dach“ über das Schtetl „Anatevka“ erzählt: ...
mehr lesen »Dresden: Der fluide Mann
„Dorian“ an Staatsschaupiel – Regie Robert Wilson und Team, Darsteller Christian Friedel gefeiert Es ist hilfreich Oscar Wildes Roman „Das Bildnis des Dorian Gray“ gelesen zu haben. Es ist hilfreich die Lebensumstände des getriebenen irisch-britischen Autors zu kennen. Es ist hilfreich, den Alben von „Woods of Birnam“ nicht fremd gegenüber zu stehen. Alls das braucht es aber auch nicht, um ...
mehr lesen »Leipzig: Rhythmischer Beifall
„Lazarus“ von David Bowie wieder im Spielplan des Schauspiel Leipzigs Der Siegeszug von David Bowies Musical „Lazarus“ auf deutschen Bühnen ist scheinbar noch lange nicht beendet. Er begann 2018 in Düsseldorf. Im neuen theater Halle hatte das auf den Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ zurückgehende Stück Ende vergangenen November Premiere. Von Moritz Jähnig Nun wird „Lazarus“ nach langer ...
mehr lesen »Deutlicher Aufwärtstrend bei Zuschauerzahlen
Gespräch mit Kay Kuntze, Generalintendant des Theaters Altenburg Gera Das Theater Altenburg-Gera ist immer wieder in den Schlagzeilen, und zwar in ganz positiver Weise. Viel bejubelt wurde in der Presse die Wiederentdeckung von Gottfried von Einems „Dantons Tod“. Über Erfolge, die Maßstäbe setzen, Misserfolge, die keine sind, und die großen und kleinen Sorgen am Haus sprach mit dem Generalintendanten und ...
mehr lesen »Anhaltend positive Vibes
Zwischen Öffnung, Neuerwerbungen und Kontinuitäten – MdbK Leipzig in einer spannenden Saison Das Museum der Bildenden Künste in Leipzig startet in das Jahr 2023 mit einer geballten Portion positiver Vibes. Das liegt nicht nur an der eindrucksvoll präsentierten Neuerwerbung der großformatigen Fotografie El Ejido von Andreas Gursky innerhalb der Ausstellung Bilderkosmos Leipzig, sondern ebenso am neuen Leitbild und natürlich an ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Voll zeitgemäßer Bezüge
Uraufführung der Operette „Hopfen und Malz“ in der Regie von Jasmin Solfaghari In Annaberg-Buchholz war am 21.01.2023 die Uraufführung einer Operette von Daniel Behle und Alain Claude Sulzer zu bestaunen. Ein neues Musiktheaterwerk hat erfolgreich das Licht der Welt erblickt. Von Eva Blaschke Zur Welturaufführung war es voll im Annaberg-Buchholzer Theater. Viel auswärtiges Publikum und reichlich Presse hatten sich das ...
mehr lesen »Leipzig: Von soghafter Wirkung
Wiederaufnahme des Ballettabends „Rachmaninow“ von Uwe Scholz und Mario Schröder Der Jahreswechsel 2022/23 bescherte dem Publikum des Leipziger Balletts die Möglichkeit, dem 2014 edierten Ballettabend „Rachmaninow“ wieder erleben zu können. Damals schon zeigte sich unser Kritiker begeistert. Neun Jahre später zur Wiederaufnahme nimmt auch er den Jubel wieder auf. Von Moritz Jähnig Viel Gutes gelangt über Zürich nach Leipzig. Diese ...
mehr lesen »Zürich: Gottgleich und genderfluid
Calixto Bieitos umjubelte Inszenierung der frühbarocken Oper «Eliogabalo» von Francesco Cavalli Zum Abschluss des alten Jahres 2022 präsentierte die Oper Zürich eine Rarität der barocken Opernliteratur. Mit einer gelungenen Textbearbeitung und musikalischen Interpretation, verbunden mit einer schlüssigen Inszenierung gelingt es, das Publikum mit der immer noch aktuellen Thematik vom Sexualpartner maßlos konsumierenden und in Allmachtsphantasien schwelgenden tyrannischen Herrscher zu überzeugen ...
mehr lesen »Leipzig: „Otello“ im Beinkleid
Verdis Alterswerk – ein musikalischer Triumph in angenehm neutraler Verpackung Die Stimmung am Premierenabend in der Leipziger Oper 17. Dezember 2022 erinnerte mit einiger Phantasie an den Abend der Uraufführung der Oper am 5. Februar 1887 an der Mailänder Scala. Großes Gedränge im Foyer. Hautevolee trägt Festtagskleid. Medienvertreter tragen wichtigen Mienen. Das Haus am Augustusplatz hält tapfer mit und strahlt ...
mehr lesen »Die Schönheit der alltäglichen Dinge
„Olga Costa. Dialoge mit der mexikanischen Moderne“ vom 1. 12. 2022 bis 26. 3. 2023 im Museum der bildenden Künstle Leipzig Die europaweit erste Gesamtwürdigung des Werkes der mexikanischen Malerin und Künstlerin Olga Costa erfolgt noch bis März nächsten Jahres in einer üppigen Ausstellung im Museum der bildenden Künstle Leipzig. Sie führt 80 Leihgaben zusammen und hat das Zeug zum ...
mehr lesen »Košice: Szymanowskis „König Roger“ und die schwule Emanzipation
Mutige Inszenierung einer polnischen Oper von 1926 im aktuellen Kontext aufgeheizter gesellschaftlicher Debatten in der Slowakei So brandaktuell kann ein Regiekonzept im Kern aktueller gesellschaftlicher Debatten aufschlagen: Seit langem stand fest, dass Regisseur Anton Korenči am Štátne divadlo Košice (Staatstheater Kaschau) den Schwerpunkt seiner Inszenierung von „König Roger“ auf die Biographie ihres Komponisten Karol Szymanowski und dessen Beziehung zu dem ...
mehr lesen »Braunschweig: Steffen Schleiermachers „Siegfried – eine Bewegung“
Wagner-Held auf Identitätssuche in einem Tanzstück von Gregor Zöllig. Für ein außergewöhnliches Projekt erhielt der Leipziger Komponist, Pianist und Leiter der Gewandhaus-Reihe Musica Nova Steffen Schleiermacher (geb. 1960) einen Kompositionsauftrag des Staatstheaters Braunschweig. Dort gelangen nur die Eckstücke „Das Rheingold“ (seit Oktober 2022) und „Götterdämmerung“ (Premiere am 3. Juni 2023) aus Richard Wagners vierteiligem Bühnenfestspiel „Der Ring des Nibelungen“ ...
mehr lesen »Leipzig: Dreimal Weltsicht
„Marin / Schröder“ – Tanzstücke von Maguy Marin kombiniert mit Mario Schröders Uraufführung „Panta Rhei“ im Rahmen der euro-scene. Die Leipziger euro-scene fand ihren Abschluss mit einer großen Inszenierung in der Oper. Bestehend aus zwei Tanzstücken der großen französischen Choreographin Maguy Marin, getanzt von Mitgliedern des Leipziger Balletts sowie der Uraufführung eines neuen Balletts von Chefchoreograph Mario Schröder. Damit ist ...
mehr lesen »Leipzig: Zum Hinhören und Wegsehen
Lortzings „Undine“ musikalisch geleitet von Christoph Gedschold zur Spielzeiteröffnung. „Undine“ von Albert Lortzing steht als erste Inszenierung unter der Intendanz von Tobias Wolff auf dem Plan. Dieser Spielzeitauftakt ist zugleich das Debüt von Regisseur Tilmann Köhler am Leipziger Opernhaus. Während die musikalische Umsetzung großen Beifall verdient, sind die Inszenierung, die Kostüme und das Bühnenbild wenig gelungen. Von Moritz Jähnig Eine ...
mehr lesen »Dessau: Eine „Wiener Maskerad“ auf anhaltisch
Richard Strauss „Der Rosenkavalier“ als Zeitenreise mit Harlekin. Am 13.11. und 20.11.2022 ist zum letzten Mal Richard Strauss‘ Oper „Der Rosenkavalier“ auf der Bühne des Anhaltischen Theaters zu erleben. Die lustvoll-pompöse Inszenierung von Michael Schachermaier hatte bereits seit Ende der vorangegangenen Spielzeit über den Raum Dessau/Halle hinaus große Interesse erweckt und fachliche Zustimmung erfahren. Von Moritz Jähnig „Der Rosenkavalier“, d ...
mehr lesen »euro-scene: The Ghosts Are Returning
Gastspiel GROUP50:50 (Deutschland/D.R Kongo/Schweiz) in der Schaubühne Lindenfels. „The Ghosts Are Returning“ ist zeitgenössisches bzw., wie es sich selbst nennt, postdokumentarisches Musiktheater, das sich zuerst einmal zu jeder Kategorisierung, ob inhaltlich oder formal, quer legt. Das tut gut. Das macht es aber seinem jubelnden Publikum nicht einfach. Von Moritz Jähnig Die Vorgeschichte steht im Programmheft: 1952 schnürte nach längerem Arbeitsaufenthalt ...
mehr lesen »euro-scene: Jan Martens gefeiert
GRIP & Dance on Ensemble aus Belgien fesselte im Leipziger Schauspielhaus. Anhaltender Beifall zur Eröffnung der 32. Leipziger euro-scene am Dienstagabend, (8.11.) im Schauspielhaus. Der Jubel galt dem Gastspiel von GRIP & Dance on Ensemble, der nicht erst seit kurzem medial häufig beachteten Truppe des belgischen Choreographen Jan Martens. Von Moritz Jähnig Das Tanzstück trägt den gar garstig sperrigen Titel ...
mehr lesen »Weimar: „Der goldene Hahn“ – Politikverdrossenheit und galaktische Erotik
Vieldeutige Märchenoper vielschichtig gedeutet. Ausgerechnet „Der goldene Hahn“ wurde im internationalen Ausland eine der meistgespielten Opern Nikolai Rimsky-Korsakows. Am Deutschen Nationaltheater Weimar verbinden sich Stephan Kimmigs poetische Dystopie, ein opulenter wie intelligenter Triumph der Staatskapelle unter Andreas Wolf und eine brillante Ensemble-Leistung. Von Roland Dippel Dabei hatten die zaristische wie die sowjetische Regierung seit der posthumen Uraufführung am 7. Oktober ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Bunte Zauberflöte
Zum Hören und zum Mitdenken. Am 29.10.2022 feierte im Annaberg-Buchholzer Theater eine Zauberflöte Premiere, die auch in den folgenden Spielzeiten immer wieder aufgenommen werden soll. Darauf kann man sich freuen: Es ist ein Stück zum Seele baumeln lassen. Von Eva Blaschke Zur Premiere war es im Zuschauerraum voll und die Darsteller trafen auf ein ausgehungertes Publikum, welches sich auf ein ...
mehr lesen »Freiberg: Mit psychiatrischer Hilfe
„Die Lustigen Weiber von Windsor“ in der Nervenklinik. Eine solche möchte Sergio Raonic Lukovic in seiner ersten Inszenierung als Intendant des Mittelsächsischen Theaters mit Otto Nicolais komisch-phantastischer Oper „Die lustigen Weiber von Windsor“ seinem Publikum geben. Da wird über Eifersucht, Emanzipation, Selbstbewusstsein sowie Umgang mit Niederlagen nachgedacht. Dies ist nicht immer schlüssig und somit streitbar. Der große Schlussbeifall galt so ...
mehr lesen »Leipzig: „Romeo und Julia“ #2 – im Kollektiv gesprochen
Shakespeares „Romeo und Julia“ am Schauspiel Leipzig verhandelt das Wesen der Liebe 32 Charaktere nennt der Besetzungzettel von William Shakespeares wohl berühmtesten Drama „Romeo und Julia“. In ihrer Bühnenfassung benötigt Regisseurin Pia Richter sieben Darsteller für essentielle Figuren. Was wird verhandelt? Das Wesen der Liebe. Nicht weniger, aber auch nicht mehr. Von Moritz Jähnig Tragik auf Bubble-Gum-Basis Die Szene auf ...
mehr lesen »Leipzig: „Romeo und Julia“ #1 – klassisch-modern getanzt
Mirko Mahr erzählt ein ergreifendes Tanzstück zu Prokofjews Ballettmusik Wenige Tage vor Beginn des internationalen Tanzfestivals „Euro-Scene“, das vorzüglich avantgardistische europäische, in diesem Jahr erstmals auch außereuropäische Tanzpositionen im daran gemessen bescheidenen Leipziger Kosmos zeigt, tut es wohl, sich an die in dieser Region gewachsene Formtradition zu erinnern. Das mit einem Besuch des Tanzstückes „Romeo und Julia“ an der Musikalischen ...
mehr lesen »Leipzig: euro-scene 2022 erstmals außereuropäisch
Vielfältiges Programm zum 32. Jahrgang des traditionellen Tanz-Treffens Die 32. euro-scene Leipzig findet vom 8. bis 13. November 2022 statt und zeigt 12 Produktionen unter anderem aus Belgien, Frankreich, Italien, Kongo, Mosambik und Ungarn, darunter drei Uraufführungen, vier deutsche Erstaufführungen und vier internationale Koproduktionen. Insgesamt beinhaltet das Programm des europäischen Tanz- und Theaterfestivals in diesem Jahr 32 Veranstaltungen. Starchoreograf Jan ...
mehr lesen »Leipzig: Wortstrudel und Musik
Uraufführung „Luna Luna“ von Maren Kames am Schauspiel Leipzig. Popliteratur für die Stadttheaterbühne zu adaptieren, will wohl überlegt sein. Maren Kames 2019 im Secession Verlag Zürich erschienenes Buch „Luna Luna“ ist ein lyrischer Text, auf den sich das Etikett Popliteratur kleben lässt, ohne Widersprüche auszulösen. Er wird andererseits auch schon mal in die Nähe eines Heiner Müller gerückt. Die Hörspielfassung ...
mehr lesen »Leipzig: „Drei Frauen aus Deutschland“
Eine literarische Collage von und mit Barbara Auer, Gesine Cukrowski und Ann-Kathrin Kramer Am Tag der Deutschen Einheit setzte das Schauspielhaus ein außergewöhnliches Format aufs Programm. Ein Gastspiel mit dem nicht so passenden Titel »Drei Frauen aus Deutschland« brachte Lebensprotokolle und Textpassage zu gehör. Den Abend erlebt hat Petra Kießling Vorgetragen wurde aus Werken von Bettina von Arnim (1785-1859), Else ...
mehr lesen »Annaberg: Falstaff – Der ewige Verführer
Deutsche Erstaufführung eines Opern-Zweiakter von Michael William Balfe, 1832. Das Konzept der Intendanz des Eduard von Winterstein-Theaters ging auch diesmal auf: Entdeckung eines zu Unrecht vergessenen Opernkomponisten und seines wunderbaren Werks, dazu ein fulminant aufspielendes Orchester und bestens besetzte Rollen in einer verrückten Regie. Was will man mehr? Ein Publikum das noch mehr ins Theater strömt und das Live-Theater feiert! ...
mehr lesen »Gera: Humanist ohne Macht-Gen
Von Einems Büchner-Oper „Dantons Tod“ in Gera. Eine Premiere aus langer Lockdown-Warteschleife – und ein runder Opernabend. „Dantons Tod“, Gottfried von Einems Sensationserfolg von den Salzburger Festspielen 1947, hat in den letzten Jahren eine Renaissance in Magdeburg, München, Wien und jetzt am Theater Altenburg Gera. Von Ronald Dippel Wenn die Chorstimmen bei den Hinrichtungen Dantons und seiner Gefährten zum Fall ...
mehr lesen »„Der Mensch und die Arbeit“ Wolfgang Hilbig Lesung 2022
Im Rahmen der 10. Tage der Industriekultur Leipzig 2022 lud der veranstaltende Industriekultur Leipzig e.V. zum neunten Mal unter dem Motto „Der Mensch und die Arbeit“ zu einem vom moritzpress Verlag organisierten Wolfgang-Hilbig-Abend ein. Der der am neuen theater Halle engagierte Schauspieler Martin Reik las die Erzählungen „Durst“, „Die verlassene Fabrik“ und „Idylle“ sowie den essayistischen Text „Über den Tonfall“ ...
mehr lesen »IPIHAN – Romantik pur
If Paradise Is Half As Nice #12 war vom 2. und 4. September 2022 auf dem Gelände des ehemaligen Leipziger Bahnhofs in Dresden zu erleben. Das holländische Künstlerkolletiv antwortete mit seinen Mitteln auf die Innenstadtbrache. Fotoimpreesionen vom Eröffnungsabend. Beteiligte Künstler: Pim Palsgraaf, Daan Botlek, Willem Besselink, Ties Ten Bosch, Regina Kelaita, Jordy Walker, Michiel Jansen, Guus Vreeburg, Esther Kokmeijer, Maurice ...
mehr lesen »Schloß Freudenstein: Musikalisches Feuerwerk in kalter Sommernacht
Mittelsächsische Philharmonie gestaltete Wunschprogramm des scheidenden GMD Jörg Pitschmann Ein solches hat die Mittelsächsische Philharmonie vergangenen Sonnabendabend, 30.07.2022 im Innenhof von Schloß Freudenstein zu Freiberg entzündet und damit die 500 Konzertfreunde im bestens gefüllten Rund aufgewärmt. Zum Glück hatte der Regen des Tages aufgehört. Die stimmungsvolle Ausleuchtung des Schloßhofes erhöhte zusätzlich den Reiz dieses besonderen Konzertes. von Frieder Krause Die ...
mehr lesen »Freilichtbühne Greifensteine: Eine Persiflage
Robin Hood von Robert Strauß als Sommerspaß Am Sonntag, den 24.07.2022 feierte das Schauspiel Robin Hood auf den Greifensteinen Premiere. Angekündigt war es als Familienstück von Robert Strauß. Zu sehen bekam der erstaunte Besucher dann eine Persiflage. Von Eva Blaschke Am Premierensonntag war es voll auf den Greifensteinen, viele Familien mit Kindern waren unter den Besuchern und das Wetter war ...
mehr lesen »Annaberg-Buchholz: Jedermann unter Luthers rotem Rock
Die aktuelle Inszenierung des Eduard-von-Winterstein-Theaters setzt die neuen Sichtweisen der Intendanz mit ungewöhnlichen Regie-Konzepten fort und fährt gut dabei. Das Publikum begeistert von der Leistung des Schauspielensembles. Von Eve Eveline Schicker-Figura Hugo von Hoffmannsthals „Jedermann, Spiel vom Sterben des reichen Mannes“ war 1911 in Berlin uraufgeführt worden und wurde ein bleibender Erfolg auf den Theaterbühnen. Die Grundaussage: Jedermann ist jederzeit ...
mehr lesen »Leipzig: Die Grandezza der Gosse
In der MuKo tanzen „Me and my Girl“ den Lambeth Walk of Fame. Es ist eine einfache Geschichte, doch sieht man sie stets gern: „Der Weg nach oben“ ist auch für sozial Benachteiligte begehbar: Mal durch Zufall, mal durch die Liebe, mal ham die Armen geerbt. Von Henner Kotte Die Geschichten von „Pretty Woman“, „My fair Lady“ und „King Ralph“ ...
mehr lesen »Seebühne Kriebstein: Alles wendet sich zum Guten
„Der Graf von Luxemburg“ – eine Operettenrarität überzeugt ihr Publikum Im Sommer 2022 wird auf der Seebühne Kriebstein eine heute nur wenig gespielte Operette gegeben: Der Graf von Luxemburg. So hat man Gelegenheit, vor toller Kulisse weitgehend unbekannte Musik und viel Wortwitz zu erleben. Von Eva Blaschke Als die Operette „Der Graf von Luxemburg“ 1909 erstmals im Theater an der ...
mehr lesen »LEIPZIG: „Frühlings Erwachen“ bei Spielfreude und Livegesang
Die sogenannte Kindertragödie “Frühlings Erwachen“ von Frank Wedekind erlebte am Schauspiel Leipzig eine bejubelte Premiere. Das Stück reflektiert durch die Zeiten gültig das ewige Thema vom Erwachsenwerden in einer von der Jugend als schwer zugänglich empfunden Gesellschaft. Wandeln sich die gesellschaftlichen Verhältnisse, wanden sich die Antworten, die man auf dem Theater dazu erwartet. Von Moritz Jähnig Für den genialen Theatermenschen ...
mehr lesen »Leipzig: Nicht verzagen, Maske tragen
Dänisches Verwirrspiel spaßt auf großer Opernbühne Auf der Bühne des Opernhauses am Leipziger Augustusplatz erfreut schon seit einigen Wochen die Inszenierung einer Komischen Oper das Publikum und erfährt reichlich Beifall, die alle Züge einer großen klassischen Operette hat. Für uns gesehen hat sie der ebenfalls begeisterte Henner Kotte „Sie zeigt uns ihre Kunst und Art, ‘s ist zum Weinen und ...
mehr lesen »Leipzig: „Das kalte Herz“
Enrico Lübbe befüllt ein beunruhigendes Märchen mit großer Ruhe. Wilhelm Hauffs “Das kalte Herz“ als April-Premiere auf der Großen Bühne. Das Weihnachtsmärchen in diesem Jahr schon am Ostersonntag? Wohl kaum. Leipzigs Intendant macht Ernst mit dem gern im Munde geführten Spruch, Märchen seinen für die großen Menschen. Der schwäbische Literat Wilhelm Hauff war zu seiner Zeit ein wichtiger und umtriebiger ...
mehr lesen »Freiberg: Eine geniale Kombination
Als solche entpuppt sich ein Projekt des Mittelsächsischen Theaters in Freiberg: Erlebt man zuerst im Theatersaal Francis Poulencs Musiktragödie „Die menschliche Stimme“, erklingt nach der Pause in der direkt gegenüber gelegenen Nikolaikirche, also im sakralen Raum, Arvo Parts „Te Deum“ für drei Chöre und Streichorchester. Dies dürfte höchsten Seltenheitswert haben und kommt als ein Abenteuer daher, das bestens gelungen ist. ...
mehr lesen »Leipzig: UA UA UA – Spekulette sich, wer kann!
Des Schauspiels lange Zunge zum Schokokeks: „Für meinen Bruder“. UA UA UA sind keine Affenschreie, sondern die theatertechnische Abkürzung für Uraufführung. Auf dem Spielplan der Diskothek wird man des Kürzels immer wieder ansichtig, erhofft sich wohl davon die Leitung des Leipziger Schauspiels Bedeutung über sich hinaus und Lob ob Innovation und Autorenförderung. Über solches Stückgut jedoch hat man die Theaterinteressen ...
mehr lesen »Leipzig: Enge in der Reihe zwölf
Afterkunst und Hochkultur – Die MuKo lässt „Die Kinokönigin“ hochleben Die geliebtesten Zuschauer sind ja diejenigen, die nach dem dritten Klingeln in die Reihen hecheln und sich lautstark amüsiert fühlen, wenn sie dem weiteren Publikum missfallen. Solch woke Bagage stürmte denn sonntagnachmittäglich die zweite Vorstellung der „Kinokönigin“ und nahm Platz in Reihe zwölf, maulte belustigt über das banale Bühnengeschehen und ...
mehr lesen »Leipzig: Chor hinter Drahtgittern
Patrick Bialdygas vollständiger „Lohengrin“ an der Oper Leipzig Norman Heinrichs Bühnenbild ist schon beim Pflicht-„Lohengrin“ für die mit dem Großprojekt „Wagner22“ endende Intendanz von Prof. Ulf Schirmer ein Beitrag zu den Nachhaltigkeitsplänen von dessen Nachfolger Tobias Wolff. Das liegt auch ein bisschen an der Pandemie. von Roland H Dippel Katharina Wagner warf im Herbst 2020 und dann wieder im Januar ...
mehr lesen »Chemnitz: Vier Küsse für Tristan
Robert-Schumann-Philharmonie wie im Sog von Wagners „Tristan und Isolde“. Selten fesselt Richard Wagners 1862 uraufgeführte Oper durch eine derartige Detailgenauigkeit, wie – leider nicht mehr allzu oft zu erleben – „Tristan und Isolde“ in der Regie von Elisabeth Schöppler am Theater Chemnitz. Die Regisseurin hat 2019 für das Opernhaus bereits die ausgezeichnete „Götterdämmerung“ erstellt. Von Moritz Jähnig Vieles ist unkonventionell ...
mehr lesen »Leipzig: Unheimlich. Undine.
Musiktheaterprojekt „Undine“ von Anna-Sophie Mahler am Leipziger Schauspiel uraufgeführt. Nach „La Bohème“ (2021) verhandelt Anna-Sophie Mahler in „Undine“ zum zweiten Mal am Schauspiel Leipzig eine brennende gesellschaftliche Zeitfrage. Die Accessoires der großen Opernrobe sind besentfalls ahnbar. Das Ergebnis ist ein atmenrauender Abend. Es geht um die Apocalypse – now. Von Moritz Jähnig Alles beginnt ganz harmlos. Ein paar Mitwirkende stehen ...
mehr lesen »Hannover: Völlegefühl nach Mondtag-Show
Stephan Zilias dirigiert Marschners „Vampyr“ in Hannover phänomenal. Intendantin Laura Berman nannte den Komponisten Heinrich August Marschner bei ihrer Begrüßung vor der „Vampyr“-Premiere hymnisch ihren Amtsvorgänger. Marschner war in Hannover als Komponist nicht mehr so erfolgreich wie in Leipzig, wo „Der Vampyr“ (1828) und seine „Ivanhoe“-Oper „Templer und Jüdin“ ihre Uraufführung erlebten, oder wie in Berlin mit „Hans Heiling“. Eine ...
mehr lesen »Halle: Tristan, Isolde und die Bilderwand
Überzeugende Übernahme aus Hagen bald nicht mehr im Spielplan. Nur noch einmal ist nach jetzigem Stand die „Tristan und Isolde“-Inszenierung von Jochen Biganzoli in der Oper Halle zu bewundern sein. Sie folgt nach 18 Jahren auf eine Aufführung voll bemühter Originalität, die der von uns hochverehrte René Kollo dem Publikum der Saalestadt schenkte. Die Sicht von Biganzoli und Kollegen ist ...
mehr lesen »Dessau: Personen im Ausnahmezustand
Giuseppe Verdis „Die Macht des Schicksals“ hoch konzentriert und reduziert. Giuseppe Verdis Oper „Die Macht des Schicksals“, 1862 am Mariinski-Theater in Sankt Petersburg uraufgeführt, ist ein prächtiger Bilderbogen um Liebe und Verstehen, um Freundschaft, Tod und die ewig trennenden kulturellen Konflikte. Die delikate szenische Vielfalt, mit welcher der Maestro diese existenziellen Fragen für den russischen Zarenhof im 19. Jahrhundert noch ...
mehr lesen »Leipzig: Schön. Aber uninteressant
„Rituale“. Choreographische Uraufführung von Mario Schröder in Leipzig. Rituale bestimmen unser Leben. Ohne sie wäre die Spezies Mensch vermutlich längst ausgestorben. Immer wieder sind Rituale Gegenstand von Choreographien, so auch in Leipzig 2009 bei Heike Hennig. Damals für seine innovative Untersuchung einer menschlichen Grundkosntante zurecht preisgekrönt und ins Gedächtnis eingeschrieben. Für die Premiere der gleichnamigen Mario-Schröder-Choreographie gab es anhaltenden Applaus ...
mehr lesen »Leipzig: Der Gips der Geschichte
Schauspielstudenten erobern „Die lächerliche Finsternis“. Sie heißen Philipp Adrian Djokić, Matthis Heinrich, Leonhard Meschter, Ellen Neuser, Ronja Oehler und Ronja Rath, Laura Storz, Paula Vogel und Leonhard Wilhelm. Sie studieren und verstärken derzeit das Ensemble des Leipziger Schauspiels, um Berufserfahrung zu sammeln. Zum Abschluss präsentieren sich die Eleven mit einer Inszenierung, die ohne Altvordere auskommt: „Die lächerliche Finsternis“ soll in ...
mehr lesen »LEIPZIG: „Frauen für Fun“
„Bullets Over Broadway“ an der Musikalischen Komödie Leipzig Wie gut, dass man bei diesem Tempo, diesem Witz und diesen Sounds nicht oft zum Nachdenken über Benutzungsstrukturen und Abhängigkeiten am Theater kommt. Die deutschsprachige Erstaufführung von „Bullets Over Broadway“ nach Woody Allen wurde in der Inszenierung von Chefregisseur Cusch Jung zu einem triumphalen Erfolg. Ensemble, Ballett, Chor, Orchester der Musikalischen Komödie ...
mehr lesen »LEIPZIG: Dreimal Lukretia
Das Schauspielhaus uraufführt kein Drama, aber ein gut Stück Theaterrache. „Erfolg ist die beste Rache“, meint Hollywoodstar Michael Douglas und hat recht. Nicht nur in Kunstberufen wünscht man Kollegen, Nachbarn, Politikern in Nah und Fern Schlimmstes. Hat man das Unrecht nach den eignen Werten korrigiert, ist man der Held. Von Henner Kotte Ohne Rachetragödien (darstellerisch wie privatim) ist Theater gar ...
mehr lesen »LEIPZIG: Goethe genügt
Premiere eines „Faust“-Balletts von Edward Clug in Leipzig. Das „Faust“-Ballett von Edward Clug überrascht mit einer geradezu buchstabengetreuen Erzählweise und scheint wie für die Buchstadt Leipzig mit „Auerbachs Keller“, ihrem Goethe, ihrem Mephisto und ihrem Faust konzipiert, Uraufgeführt wurde das Stück des rumänischen Choreographen allerdings 2018 in Zürich. Von Moritz Jähnig Die Geschichte spult sich im tradierten Bilderkosmos ab, der ...
mehr lesen »LEIPZIG: Ausstiegsgeschichte mit „vermeertem“ Ende
Schauspiel Leipzig gibt Dorian Brunz‘ „beach house“ einen hörbar bunten Rahmen. Ronny hat das große Los gezogen: Vier Wochen Urlaub im Beach Haus mit Blick auf den Golf von Mexiko! Da ist für ihn, die rheumakranke Mutti und Zwillingsschwester Taylor das bessere Leben förmlich zu greifen: Einmal in Florida wohnen wie Madonna, Matt Damon, Missy Elliott und Justin Timberlake! Bislang ...
mehr lesen »FREIBERG: Lauter Verrückte
Komische Oper von Johann Simon Mayer am Theater in Freiberg Lauter Verrückte! Das denkt man aktuell des Öfteren, zum Beispiel beim Zeitung lesen oder montags beim Blick aus dem Fenster. In unserem Fall ist es der Titel eines Musiktheaterstückes von Johann Simon Mayr (1763-1845). Musikbegeisterten ist dieser Herr vielleicht als Lehrer von Donizetti ein Begriff. Aber er komponierte auch selbst ...
mehr lesen »ANNABERG-BUCHHOLZ: Ein „Weißer Wal“ im Wohnzimmer
Neuinszenierung des Orson-Welles-Stücks in Annaberg Ja, sie lesen richtig. Der „Moby Dick“ von Hermann Melville, den meisten bekannt aus der Filmumsetzung von 1956 mit Gregory Peck in der Hauptrolle, ist nun in Annaberg gestrandet. Und zwar in der Bühnenadaption „Orson Welles probt Moby Dick“. Der Name Orson Welles verheißt dem Besucher des Theaters schon mal etwas Besonderes. Denn der Künstler ...
mehr lesen »LEIPZIG: Schloss ohne Schlüssel
K! sagte er, sagte sie, sagte das Schauhaus: Der Kritiker meint: Eben K! Kafka ist unfassbar. Kafka ist interpretierbar. Kafka ist Wortschöpfer und kafkaesk. Kafka ist mit Genuss und Gewinn lesbar. All seinen Erzählungen wohnt die Tragik von K.s Beruf und Leben inne. Kafkas Roman „Das Schloss“ blieb unvollendet und sollte mit dem Tod des Autors ausgelöscht werden. Max Brod ...
mehr lesen »Klingers „Beethoven“ für alle
Das Museum der bildenden Künste Leipzig macht es möglich.Leipzig ist in der vorzüglichen Lage, ein grandioses Werk zu besitzen, das zwei große Künstler vereint: Max Klinger (1857-1920) und Ludwig van Beethoven (1770-1827). Klingers monumentales Hauptwerk „Beethoven“ kann nun wieder im Museum der bildenden Künste besichtigt werden, und zwar am neuen Standort. Das bedeutende Werk mit dem thronenden Komponisten hat seinen ...
mehr lesen »Jörg Ernert huldigt „Serenissima“
Neu in der Leipziger Galerie the grass is greener Wer könnte diesem bezaubernden Lächeln widerstehen? Galeristin Esther Niebel und der Leipziger Künstler Jörg Ernert laden gut gelaunt in die neue Ausstellung „Serenissima“ ein. Selbst Ernerts Gemälde „Venedig, Hoflicht“ in ihrer Mitte strahlt, dass es eine Freude ist, es anzuschauen. Zu besichtigen ist die Schau in der Galerie the grass is ...
mehr lesen »LEIPZIG: Interview mit einem, der auf dem Klo saß
Weiteres Bücherdrama im Schauhaus – Diesmal: Anke Stelling: „Schäfchen im Trocknen“ A: Das Schauspiel war ja ganz schnell mit dem Spielplanbeginn nach dem Lockdown. Und dann gleich mit einer Premiere. Toll. B: Kannste auch lesen. Wieder ein Buch, dass sie spielen. A: Ich denke, Theater zeigt die Dramatik. B: Dachte ich auch. Aber das Schauspiel Leipzig empfindet sich wohl als ...
mehr lesen »LEIPZIG: Ich bin, was ich nicht bin, war oder wäre
Das „Pink Hotel Lulu“ macht in der Schauhaus-Diskothek die Realitätsflucht möglich Da fühlt man sich besser als zu Hause: Wo? Im „Hotel Pink Lulu“. Nettes Personal umsorgt einen und erfüllt jeden Wunsch. Wirklich jeden! Dort ist jedes Leben möglich, ganz so wie man’s möchte. Ä Träumchen! „Herzlich willkommen im Hotel Pink Lulu, die Welt der unendlichen Wünsche und Erfüllungen. Bitte ...
mehr lesen »LEIPZIG: Papas Lebensuhr tickt aus
Das Schauhaus Leipzig präsentiert mit „Vater“ das Vergessen als Kunst „Glücklich ist, wer vergisst“, ist tatsächlich nur eine Polka von Johann Strauß (Sohn). „Glücklich ist, wer vergisst, was nicht mehr zu ändern ist“ bleibt Wunsch und wird nicht Realität. „Ich bin ein Baum, der jeden Tag mehr Blätter verliert“, sagt der alte Mann und vergisst. Dabei ist Vergessen ein ganz ...
mehr lesen »FREIBERG: Telefon und Mantel
Rückblick auf zwei erfolgreiche Operneinakter am Theater Freiberg Das Mittelsächsische Theater gibt in Freiberg zwei Einakter an einem Abend. Neben Puccinis „Mantel“ ist auch ein weniger bekanntes Stück von Gian Carlo Menotti zu hören: „Das Telefon“. Der Geheimtipp war leider nur bis zum 16.10.2021 auf dem Spielplan! Wir erinnern an dieser Stelle aber gern an diesen großen Erfolg. Gespielt werden ...
mehr lesen »LEIPZIG: Ladies in Pink
In der Leipziger Schauhausdiskothek: Frauen an und für sich Mit der Dramatik an den Schauspielhäusern ist dies augenscheinlich so ‘ne Sache: Mangels Mut und greifbarer Theatertexte verhunzen Dramaturgen und Regisseure Bestsellerromane, stellen Archivalien, Protokolle und Augenzeugenberichte als Scheindokumentationen zusammen oder peppen ihre Inszenierungen mit Video, Audio, Schlamm und Schleim so auf, dass die Bühnenkunst schlicht nicht mehr zu erkennen ist. ...
mehr lesen »LEIPZIG: Ultemosch oder Abklingendes Gezappel
„Die Rättin“ als beeindruckendes Schaustück ohne dramatische Regeln „Kein von den Göttern oder dem einen Gott verhängtes Strafgereicht droht uns – es sind die Menschen selbst, die durch ihr Verhalten eine mögliche Vernichtung riskieren.“ Günter Grass schrieb seinen apokalyptischen Roman „Die Rättin“ (1986) in Unkenntnis gegenwärtiger Klimabewegungen und -kompromisse, gar noch vor dem GAU in Tschernobyls Atomreaktor. Jetzt sieht man ...
mehr lesen »LEIPZIG: Drei Männer nackt im Museum
Das Schauspiel Leipzig zerlegt in der Kunsthalle „Kunst“ Nacht ist’s, als drei Gestalten sich mit der Taschenlampe in der Galerie leuchten. Serge möchte unbedingt, dass die Freunde seine teure Kunst-Neuerwerbung betrachten. Marc sagt zum weißen Bild: „Einfach Scheiße!“ Serge sieht darin aber vielmehr: „Objektiv gesehen ist es nicht weiß. Es hat einen weißen Untergrund, und dazu eine ganze Farbskala von ...
mehr lesen »LEIPZIG: Los vom Mumpitz!
Die Muko Leipzig präsentiert in „Juxheirat“ Frauenbewegung anno 1904 Vorhang auf! In Stephan von Wedels Bühnenbild liegen die klassizistischen Säulen verquer. Ersichtlich: Die Stützen der Gesellschaft sind gefallen und nicht wiederaufzurichten. Zu Franz Lehárs Operettenmusik geben dann in der Arena selbstbewusste Damen allen Herren einen Korb – niemals Ja zu deren Herrschaft. Nein, sie wollen nicht mehr unter männlicher Allmacht ...
mehr lesen »„Schicht“ von Werner Fricke (+)
Alte Papierfabrik Trebsen 2010. In der lange verlassenen Umkleide der 1992 geschlossenen Fabrik stehe ich vor offenen Spinden, die Männer sperrten sie nicht einmal mehr ab, als sie für immer gingen. Staub liegt nun auf den Dingen. Arbeitsjacken hängen noch immer an Haken. Einzelne Stiefel stehen herum, Arbeitsschuhe mit abgelaufenen Sohlen und gerissenem Leder, Spinnweben überall und Scherben. Vorhänge an ...
mehr lesen »Die Bühne als Schreibtisch
Dr. Ingolf Huhn in Annaberg-Buchholz als Intendant verabschiedet Im Felsenrund der Greifensteine wird auch 2022 die Briefchristl sprinten (Wir berichteten), der Dampfer auf dem Wolfgangsee jedoch nicht mehr fahren. Am 22.08.2021 konnten zahlreiche Zuschauer zum letzten Mal die Erfolgsinszenierung des „Weißen Rössl“ aus der Spielzeit 2020 erleben. Auch sie stand wie die Premiere des „Vogelhändlers“ in der Gunst des Wettergottes, ...
mehr lesen »ANNABERG-BUCHHOLZ: Abschied mit Zeller
Die über ein Jahrzehnt dauernde Intendanz von Dr. Ingolf Huhn am Eduard-von-Winterstein-Theater Annaberg-Buchholz steht auch für viele Musiktheater-Inszenierungen seinerseits mit Uraufführungen, Wiederentdeckungen sowie beliebten Repertoirewerken in handwerklich guter, dem Werk verpflichtender Arbeit. Bei den Greifenstein-Festspielen 2021, früher als von ihm trotz Renteneintrittsalter gedacht, schloss sich diese eindrucksvolle Bilanz mit einer Inszenierung von Carl Zellers „Vogelhändler“. Und sie bereitet dem Publikum, ...
mehr lesen »Die Saison 2021/22 der Oper Leipzig
Prof. Ulf Schirmer, seit 2011 Intendant der Oper Leipzig und seit 2009 ihr Generalmusikdirektor, stellte zum Ende dieser Saison am 15. Juli 2021 das Programm der kommenden Spielzeit vor. Bereits bekannter Höhepunkt und Abschluss der Saison werden die Festtage »Wagner 22« mit Aufführung aller 13 Bühnenwerke Richard Wagners, begleitet von künstlerischen und wissenschaftlichen Programmangeboten und einem Open Air Wochenende. In ...
mehr lesen »LEIPZIG: Der Pizzaofen des Grauens
Musikalische Komödie serviert Qualitätspasteten nach genialer Musikrezeptur. Seit 65 Jahren sorgt Steven Sondheim in der Musical-Kultur für Furore, doch ist sein Oevre weniger eingängig als die Hits eines Andrew Lloyd Webber. Auch die Themen seiner weltweit aufgeführten Werke liegen neben dem Mainstream. Von Henner Kotte Gypsy (1959) erzählt die Tragik zweier Töchter, die die Mutter in Bühnenkarrieren zwingt. Into the ...
mehr lesen »„Und was bedeutet das für mich“
Schauspiel Leipzig stellt Spielzeit 2021/22 vor. „Und was bedeutet das jetzt für mich“, lautet das Motto der Saison 2021/22 am Schauspiel Leipzig. Offen in der Formulierung, ohne vorzeitige Bewertung oder Festlegung im Ergebnis, bereit für Erkundungen und Entdeckungen. Neben 28 Premieren, darunter 11 Uraufführungen, macht das Schauspiel die Stadt Leipzig mit dem Langzeitprojekt „Pay attention!“ zu seiner vierten Bühne, und ...
mehr lesen »CONNECIÒN – Jenny Hoffmann & Daniel Adrian Venegas La Reta
Ausstellung in der Galerie Alte Handelsschule Leipzig Wenn man hierzulande nach einem typischen Nationalspiel fragt, fallen die Antworten höchst unterschiedlich aus. Nicht so in Mexiko. Dort wird das Kartenspiel „La Loteria“ durch alle Gesellschaftsschichten, Altersstufen und vor allem in Familien gespielt. Beste Gelegenheit dazu bieten zumeist Fest- und Feiertage. Zur Popularität des Spiels tragen insbesondere die einfachen Spielregeln ähnlich wie ...
mehr lesen »Silvester Schauspiel Leipzig: „Der nackte Wahnsinn“ – online
Zu Silvester streamt das Schauspiel Leipzig mit „Der nackte Wahnsinn“ (R: Enrico Lübbe) einen der großen Klassiker unter den Theaterkomödien: Als Theater auf dem Theater konzipiert, spielt Michael Frayns Stück mit der ganzen Palette an Theaterklischees und Bühnenpannen — und nicht zuletzt mit den Möglichkeiten der Drehbühne, so dass im Laufe des Stücks alles sichtbar wird: das Geschehen vor, auf und hinter der ...
mehr lesen »Silvester Oper Leipzig: „Il Trovatore“ – online
Giuseppe Verdis Dramma lirico »Il trovatore« konnte in gekürzter Version und trotz Schließung der Oper Leipzig online Premiere feiern. An Silvester wird Jakob Peters-Messers Aufführung in kongenialer und voller Besetzung noch einmal online zu erleben sein. Ein besonderer Dank geht an die beteiligten Solistinnen und Solisten sowie das Gewandhausorchester und den Opernchor, die eine erneute kostenfreie Ausstrahlung ermöglicht haben. Die ...
mehr lesen »Ab Januar: Gotthold-Müller-Ausstellung in Altenburg
Der Kulturbund Altenburger Land e.V. im Januar 2021 lädt ein: 148. Ausstellung vom 12.01. bis 19.02.2021 „Gotthold Müller – Blick ins Altenburger Land“ Ölbinder. Ausschnitte aus dem künstlerischen Schaffen des 1917 in Ehrenhain geborenen und 2012 verstorbenen Malers Gotthold Müller Ausstellungseröffnung Dienstag, 12. Januar 2021 um 18:00 Uhr Sollten die CORONA-Einschränkungen zu diesem Zeitpunkt noch bestehen, fällt die Ausstellung aus! ...
mehr lesen »GERA: Zwei Opern mit Telefon
Einakter von Menotti und Poulenc auf der großen Bühne Das letzte Wochenende vor der zweiten Theater- und Konzertschließzeit ab 2. November zeigte eine Vielzahl von Möglichkeiten im Umgang mit Hygienekonzepten. Am Theater Plauen-Zwickau teilte man die Premiere von Händels „Tamerlano“ sogar in zwei Abende, von denen die Premiere des ersten am 31. Oktober noch stattfinden konnte und der für den ...
mehr lesen »LEIPZIG: „Lohengrin“ mit der Brechstange
Oper Leipzig: Kein Beitrag zu „Wagner 22“ Im Kurzaufsatz „’Lohengrin‘ neu denken“ für das Programmheft zur „Lohengrin“-Premiere in der Oper Leipzig beantwortet Generalintendant Prof. Ulf Schirmer seine Selbstbefragung über die Legitimität besonderer Spielmaßnahmen während der Pandemie so: „Wir haben dabei kein formelhaftes Vorgehen, sondern entscheiden für jedes Werk individuell neu, wie wir mit ihm umgehen können und dürfen, sodass wir ...
mehr lesen »„Alles nicht wahr“ – 30 Jahre euro-scene
Die euro-scene Leipzig begeht vom 03. – 08. November 2020 ihr 30jähriges Jubiläum. Unter dem Motto „Alles nicht wahr“ zeigt die euro-scene Leipzig vor allem Gastspiele mit Künstlerinnen und Künstlern, die dem Festival besonders nahestehen. Dazu gehört der Puppenmagier Nikolaus Habjan aus Wien, der als Regisseur, Rezitator und Sänger gemeinsam mit der Musicbanda Franui das Festival mit dem Musiktheater „Alles ...
mehr lesen »LEIPZIG: Fest versprochen: Wirtschaftliche Prosperität für eine Leiche
„Der Besuch der alten Dame“ wird im Schauhaus zur knalligen Farce auf das Heute. Friedrich Dürrenmatt beschrieb die Welt als tragische Komödie. Seine Bühnenwerke sind Klassiker, die die Gegenwart kaum noch zur Kenntnis nimmt. Unverständlicherweise, denn Dürrenmatts Theatertexte nehmen weniger verkopft als die Lehrstücke des Genossen Bertolt Brecht die bizarren Auswüchse der kapitalistischen Gesellschaft ins Visier. von Henner Kotte Anlässlich ...
mehr lesen »Corinna Klußmann entdeckt „flora und faulsein“
Alexander Belavin zum dritten Mal in der Alten Handelsschule. Es ist Freitag, der 9. Oktober, und ich bin wieder in der Alten Handelsschule. Diesmal bin ich etwas später dran, es ist ungefähr Viertel nach Sieben, und es sind bereits Menschen anwesend. Anlass ist die Vernissage der Ausstellung „flora & faulsein“ von Alexey Belavin. Wie ich in der kurzen Ansprache von ...
mehr lesen »LEIPZIG: Liebesmär. Tränenmeer. Noch mehr
Das Leipziger Schauspiel artikuliert eindrucksvoll die Tragödie von „Medea“. „Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht“, schrieb Aristoteles. Mit diesem Zitat eines großen Theatermannes beginn die Rezension Von Henner Kotte Ob angesagter Inszenierungsaction und -klamauk vergaß der geneigte Zuschauer letzter Zeit oft, dass Schauspiel Sprechtheater heißt und sein sollte. Euripides und seinem antiken ...
mehr lesen »FREIBERG: Oper als Tagesschau
Auch am Mittelsächsischen Theater in Freiberg und Döbeln wird nun wieder gespielt. Am 18. September 2020 gab es die Premiere einer Operngala mit Tagesschauelementen. Von Reiner Nebel Von der grundsätzlichen Idee her hat man am Mittelsächsischen Theater mit „Die Operngala – Eine Zeitreise“ etwas ganz ähnliches versucht, wie das Eduard-von-Winterstein-Theater mit dem Greifenstein-Memory und der Jukebox. Man präsentierte Ausschnitte aus ...
mehr lesen »Eisler-Konzert im Mendelssohn-Saal
Im Mendelssohn-Saal des Gewandhauses zu Leipzig fand die erfolgreiche Uraufführung des Auftragswerks „The Weight of Silence“ für Kammerensemble von Johanna Ruotsalainen (geb. 1983), der zweiten Eisler-Stipendiatin der Stadt Leipzig 2020, statt. Im Konzert Hanns Eisler/musica nova erklangen auch Werke von Hanns Eisler und „Tenuous Brillance“ für Flöte, Oboe, Violine, Violoncello und Schlagwerk (2007) von Patricia Martinez (geb, 1973), der zweiten ...
mehr lesen »ANNABERG-BUCHHOLZ: Ein Pferd wird zum Star
Musical-Premiere „Cinderella“ in Annaberg-Buchholz. Wenn zu Beginn einer Premiere der Intendant vor den Vorhang tritt, verheißt dies in der Regel nichts Gutes. Im hier zu besprechenden „Fall“ traf dies nicht zu. Dr. Ingolf Huhn verkündete im Corona-ausverkauften Hause (immerhin 50% der vorhandenen Kapazität) gut gelaunt eine neue Regel: Wenn sofort zum Schluss der Vorstellung die Türen geöffnet würden, dient solches ...
mehr lesen »„AUSGEFLOGEN“
Das Künstlerhaus 188 zu Gast in der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna. Seit dem 4. September 2020 ist in den Räumlichkeiten der Galerie im cCe Kulturhaus Leuna die Ausstellung „AUSGEFLOGEN – Das Künstlerhaus 188 zu Gast“ zu sehen. Sonderöffnung. Die Galerie lädt am Sonnabend, dem 10. Oktober 2020 von 14.00 bis 17.00 Uhr alle interessierten Gäste zu einem Ausstellungsbesuch herzlich ...
mehr lesen »LEIPZIG: Die Romantik nach Ischgl
Schauspiel Leipzig lässt Jelineks und Schubert zwiefach in den Winter reisen. „Das Wandern ist des Müllers Lust“ beschrieb der Dessauer Wilhelm Müller sein Hobby. Chormeister Zöllner soll den Text in Zills Tunnel zu Leipzig vertont haben. Andere Gedichte, die von Müllers Leidenschaft zeugen, fasste Franz Schubert 1827 im Zyklus „Winterreise“ zusammen und schuf damit ein Hohelied deutscher Romantik. Von Henner ...
mehr lesen »„Georgische Reise“ von Werner Fricke (+)
Wir waren Fremde Reisende Georgien 2008, wenige Wochen nach dem Krieg Wir waren Gäste Wir sahen und wir wurden gesehen Bilder, flüchtig kadriert Fotografien durch das Fenster des fahrenden Busses Wir trafen Menschen In den Bergen des Kaukasus und In den Städten Wir waren Künstler auf den Spuren der Kunst Pirosmani Jetzt reise ich nicht mehr Gestern saß ich im ...
mehr lesen »Absturz ins Rechts
Diese Uraufführung von „Ein Berg, viele“ hätte es nie geben dürfen! meint unser erschrockener Kritiker Henner Kotte. Vorspiel Corona bewusst ist sich das Schauspielhaus und hat Zettelchen bereitgelegt, die den geneigten Zuschauer künden, wie er sich vor, während und nach der Vorstellung zu verhalten habe. An die Maßgaben halten sich viele, doch zwischendrin so hippe Leute, die ab und zu ...
mehr lesen »Wiener Weltverdruss im Leipziger Schauspielhaus
Jelineks und Schuberts Winterreise – Winterreise nicht ganz verdoppelt. Trotz des Titels „Winterreise / Winterreise“ und gleich dreier Musikdesigner verschwindet Schuberts Musik gegen Ende fast ganz aus der vierten Produktion von Stücktexten der österreichischen Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek in der Intendanz von Enrico Lübbe. Das dauerte am Beginn der Spielzeit des Schauspiels Leipzig mit dem Motto „Gefühlte Wirklichkeit“ über zwei Stunden. ...
mehr lesen »Corinna Klußmann entdeckt “The Meaning of Life”
Zum ersten Mal in der Alten Handelsschule Leipzig. Ich bin das erste Mal in der Alten Handelsschule und in dieser Nachbarschaft unterwegs. Ich interessiere mich für Architektur und Geschichte, finde alte Gebäude toll und bin so schon von außen begeistert: Ein großes Gebäude, erbaut 1894-95, erweitert 1911, nicht auf Hochglanz saniert. Wunderschön auch die Turnhalle im Hof mit ihren großen ...
mehr lesen »Gerhard Kneifels umjubeltes Comeback
DDR-Musical im Westbad: „Bretter, die die Welt bedeuten“. Am Freitagabend gab es im Westbad die Premiere von „Bretter, die die Welt bedeuten“. Es war die allererste Produktion eines Werks des Heiteren Musiktheaters der DDR seit dem Mauerfall 1989, welches nicht von den Gattungsspitzenkomponisten Guido Masanetz und Gerd Natschinski stammt. Der DDR-Operettenpapst Otto Schneidereit nannte das Operetten-Musical von Gerhard Kneifel (1927-1992) ...
mehr lesen »The Meaning of Life
Ausstellung von Kay Brudy und Carsten Busse in der Alten Handelsschule Leipzig. Als die britische Komikertruppe Monty Python 1983 „The Meaning of Life“ in die Kinos brachte, rechnete wohl niemand damit, dass mit diesem Film die Fragen nach dem Sinn des Lebens nun hinreichend geklärt würden. Statt Antworten gab es denn auch eine episodenhafte satirische Abrechnung mit der Absurdität des ...
mehr lesen »„Signal“ für Avantgarde
Kompositionen für Megaphon-Chor im Bergbau-Technik-Park uraufgeführt . Begegnet man einer Gruppe mit Megaphonen und Notenständern, kann das nur ein Megaphonchor sein. So schräg diese Vorstellung sein mag, tatsächlich spielte anlässlich der 8. Tage der Industriekultur solch ein Chor im Bergbau-Technik-Park direkt neben der Zentraldeponie südlich von Leipzig. Von Barbara Röhner Während die Zuschauer wie im inneren einer Arena unter dem ...
mehr lesen »4. Sächsische Landesausstellung Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen – Eine Annäherung
8:57 Ankunft mit der S-Bahn aus Leipzig. Der Bahnhof wirkt ein wenig überdimensioniert. Mit seinen Ausmaßen, seinen stolzen Skulpturen und dem großen Wandbild erinnert er geradezu greifbar an andere Zwickauer Zeiten. 9:00 Ein wenig suchend blickt man sich um, nirgends ist das leuchtende Gelb der Ausstellung zu entdecken. Der Bus Nr. 10 soll direkt bis zur Zentralausstellung fahren, nur von ...
mehr lesen »Neu: Radwerkstatt am Rochlitzer Schloss
Mulderadweg – zweite Fahrrad-Selbsthilfewerkstatt in Rochlitz. Das Rad, das Fahrrad, so wie wir es heute kennen, wurde in den 1850ger Jahren als Kind des Industriezeitalters geboren. Bis heute, und heute vielleicht mehr denn je, drückt es Individualität und Fitness seines Fahrers aus, kennzeichnet seine Freiheit und Naturverbundenheit. Deshalb misst sich die touristische Wertigkeit einer Region nicht zuletzt an ihrer Fahrradinfrastruktur. ...
mehr lesen »Kunstmuseum Moritzburg (Halle): Karl Lagerfeld. Fotografie
Als Mode- und Kunstinteressierte war die Ausstellung Retrospektive mit Fotografien von Karl Lagerfeld im benachbarten Halle sozusagen ein Pflichttermin für uns. Zu dritt mit dem Auto angereist, war zunächst die innerstädtische Verkehrsführung in Halle mit den vielen Einbahnstraßen zu überlisten und dann galt es auf dem engen Parkplatz vor dem Museum eine Lücke zu finden. Angekommen, zogen uns sofort großflächige ...
mehr lesen »Leipzig: „Nein Doch Aber“
Benjamin Springer, Alexander Kavtea, Sebastian Wünsche in der Alten Handelsschule Leipzig. Von Benjamin Springer, Alexander Kavtea und Sebastian Wünsche ist es bereits die zweite Ausstellung im Ausstellungssaal des Kunstquartiers Alte Handelsschule. Hieß ihre erste Ausstellung vor einem reichlichen Jahr „Auf Teufel komm raus“, scheint es auch in dieser Ausstellung diabolisch zuzugehen, wenn man sich die Worte von Goerge Bataille vergegenwärtigt, ...
mehr lesen »Ein freier Geist
Ein Portrait über Dr. Lothar Hiersemann Seiner Geburtsstadt Leipzig ist er immer treu geblieben, auch wenn die Bergmanns-Figuren im Arbeitszimmer seiner Gohliser Wohnung seine anderen Wirkungsstätten andeuten. Über dem Gemälde eines Segelschiffs hängt eine Ofenkachel an der Wand mit dem Portrait des Dichters Joachim Ringelnatz. Die Bücherwand spiegelt ein breites Interesse wider. Ein Schrank birgt über einhundert wissenschaftliche Publikationen, die ...
mehr lesen »Mit dem Publikum auch in Coronazeiten verbunden
Blick auf Aktivitäten in Annaberg-Buchholz, Freiberg und Altenburg/Gera. Während die Leipziger Oper auf ihrer Website ihr Publikum lediglich mit einem Videoclip einer Inszenierung (Opernkino) grüßt und somit recht unpersönlich bleibt, gehen kleinere Theater auf demselben andere Wege. Somit werden auf liebenswerte Weise Verbindungen zu allen Publikumsschichten geschaffen. Also auch zu denen, die Berührungsängste mit den sozialen Netzwerken haben. Schauen wir ...
mehr lesen »Teufel nochmal – it is magic!
Das Schauspiel Leipzig lässt Michail Bulgakows Meister und Margarita tanzen. Michail Bulgakows (1891 – 1940) Der Meister und Margarita ist „ein philosophischer Roman, von dem man sich nicht losreißen kann, den man mit dem gleichen lebhaften, nicht nachlassenden Interesse liest, wie ein Werk mit spannendem Sujet, etwa einen Kriminalroman. In jedem Kapitel geschieht etwas. Von Henner Kotte Das ist eine ...
mehr lesen »Das Eismädchen irrt
„Eriopis – Medeas überlebende Tochter erzählt alles“ im Schauspiel Leipzig. Die Schlagzeile versteht sich: Die Schwester der ermordeten Zwillingsjungen spricht im TV und anderswo. Das bringt Quote, Auflage und Theaterzuschauer. Natürlich übertreibt der Drama-Titel – von einem Mythos ist niemals alles erzählt. Und Medea, die Monstermutter ist ein solcher Mythos zweifellos. von Henner Kotte Jahrtausende haben sich Künstlerphantasien an ihm ...
mehr lesen »Ein Freiberger Goldschatz
Wenn Edmond auf Monte Christo den Schatz hebt und somit in ein neues Leben startet, dann hat solches das Ensemble des Freiberger Theaters mit der Musicalpremiere des „Grafen von Monte Christo“ getan. Der Ausfall von drei Darstellern und zu guter Letzt der Hauptdarstellerin am Tag davor lösten logischerweise im KBB, beim Regisseur und allen Beteiligten die Alarmstufe Rot aus. Doch ...
mehr lesen »Vom Lückenbüßer zum Erfolgsmodell?
Impressionen von der Verleihung des 2. Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur des Freistaates Thüringen am 3. Februar 2020 in Jena. Dicht gedrängt sitzen die meist universitären Besucher an diesem Montagabend (3.2.2020) in Jena im Sonderausstellungsraum der Schott-Villa zusammen. Man kennt sich, fachsimpelt, diskutiert. Anlass ist die zweite Verleihung des Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur des Freistaates Thüringen. Fast als Letzter schafft es ...
mehr lesen »Lene allein zu Haus
„Ene mene Maus und du bist raus – eine Mord(s)komödie“ im Frauenzimmertheater Leipzig. Odin Ludwig ist Lenes erfolgreicher Macker. Seit zwanzig Jahren ist sie mit dem Banker verehelicht. Heute ist Hochzeitstag, und Lene hat es schön gemacht: Karpfen gekocht, Wein kaltgestellt, Konzertkarten besorgt, die Falten geglättet und nach dem schönen Abend erhofft sie sich noch schönen Sex. Von Henner Kotte ...
mehr lesen »Neues aus Beton und Stahl
Industriefotografien der 1920er Jahre in Sachsen. Der Enkel Max Gotthilf Richters übergab im November 2017 dem Stadtgeschichtlichen Museum das Firmenportfolio der Baufirma seines Großvaters. Die Aufnahmen daraus werden jetzt erstmalig in der Studioausstellung gezeigt. Chemnitz. Uhr- und Fahrstuhlturm 1928 Sie wurden durch das Fotoatelier Hermann Walter im Auftrag der Leipziger Stahlbetonfirma Max Gotthilf Richter für Werbezwecke in den Jahren 1912 ...
mehr lesen »Neu in Leipzig: Galerie K.
Zum Auftakt stellen drei Künstler aus. Der französische Künstler Marc-Antoine Petit baut Häuser aus (Well)-Pappe und stapelt sie. Seine Stapelhäuser finden sich in Reliefs, in leeren Gehäusen wie Reisekoffer, Gitarrenkörper oder Geigenkoffer wieder. In der neuen Galerie K. im Kunst- und Kreativzentrum, dem ehemaligen Autohaus in der Lindenthaler Straße 61-65, stellt auch der in Halle lebende Künstler, der an der ...
mehr lesen »Notwendig, brav, bewegend
„Kuss der Spinnenfrau“ an der MuKo Leipzig. Ohrenbetäubende Standing Ovations am Ende, aber oft lastendes Schweigen während der Premiere. „Kuss der Spinnenfrau“ von John Kander, Fred Ebb und Terrence McNally erlebte im MuKo-Domizil Westbad seine Leipziger Erstaufführung: 43 Jahre nach der Erstausgabe des für lateinamerikanische Länder epochalen Romans von Manuel Puig (1976) und der fast überall gespielten Bühnenfassung, 35 Jahre ...
mehr lesen »Henner Kotte schaut Tatort
Fahrt in die Fernsehfilmgeschichte und wieder hinaus. „Trimmel hat regelrecht Angst, als er da an der Autobahn-Tankstelle Merseburger Straße steht und auf das Taxi wartet, das ihn nach Leipzig bringen soll: Er hat sich nicht an die Spielregeln gehalten. Zu allem Überfluß steht auf der anderen Seite der Tankstelle ein Volkspolizei-Wagen, und zum ersten Mal hat der Polizist Trimmel Angst ...
mehr lesen »Nils Müller begegnet dem OPTIMIERTEN MENSCHEN
I. Seit die Menschen die Erde bewohnen, suchen sie – ihren Bedürfnissen entsprechend, mehr oder minder gut mit Verfahren bekannt und mit Gerätschaften ausgerüstet – die Natur zu nutzen und zu verändern. Die Natur beherrschen kann der Mensch aber nur, wenn er in ihre Geheimnisse eindringt, sich zunehmend sicherer in Raum und Zeit orientiert, die Natur erkennt. Das Sammeln von ...
mehr lesen »ESP für Zugereiste
Im Schauspielhaus erklärt sich ein Team den Leipziger Südraum und scheitert. Da gab es einst im Schulsystem der DDR das Fach ESP, was Oberschüler in die Sozialistische Produktion einführte. Es erklärte, wie welches Produkt entsteht. Wer davon den Nutzen hat. Wer ausgebeutet wird oder eben nicht. Von Henner Kotte Auch das Braunkohlerevier um Leipzig stellte solcher Unterricht damals vor: „Als ...
mehr lesen »Altenburg: Freude und Neugier bei „MalSEHEN“
Siegfried Kunkel in der 145. Ausstellung der Kulturbund-Galerie. Freude und Neugier stellen sich beim Betrachter der 34 Bilder und 6 Skulpturen ein, die der Frohburger Siegfried Kunkel in der 145. Ausstellung der Kulturbund-Galerie unter dem Motto „MalSEHEN“ präsentiert. Freude an den durch Aussagekraft und Schönheit überzeugenden Exponaten und Neugier beim „Bummel“ zum Nächsten. Der gebürtige Altenburger zeigt seine Kunst bereits ...
mehr lesen »Humanoide Selbstkorrektur?
Ausstellung “DER OPTIMIERTE MENSCH”: Performance mit unliebsamen Denkanstößen. Da kenne sich noch jemand aus. Erst wird die haptische Welt zunehmend unwichtig. Denn was wirklich zählt, ist doch das Twittern und Googeln auf Monitoren, Touchscreens und Displays. Aber bei der Vernissage zur in Kooperation mit dem Industriekultur Leipzig e. V. entstandenen Ausstellung „DER OPTIMIERTE MENSCH“ im Museum der bildenden Künste Leipzig ...
mehr lesen »Janáček-Expertise vom Originalschauplatz
Das Nationalheater Brünn gastiert mit “Jenůfa” in der Oper Leipzig. Katerina Kalistova, Vizekultusministerin von Tschechien, und Oberbürgermeister Burkhard Jung beenden in der Oper Leipzig mit einem würdigenden Rückblick das tschechische Kulturjahr. Danach hob sich der Vorhang über einem Gastspiel des Nationaltheaters Brünn vor weitaus mehr leeren Plätzen als für dieses Gastspiel mit über 200 Mitwirkenden aus der Partnerstadt Leipzigs angemessen ...
mehr lesen »Liebeszauber, Scheinmoral und Anerkennungswunsch
Neuinszenierung von Emmerich Kálmáns „Csárdásfürstin“ am Theater Annaberg. Wieder einmal besingt Sylva Varescu die Berge ihres Heimatlandes. In Annaberg hat sie davon reichlich. Doch jeder weiß, es geht hier um mehr. Die Fürstin des Csárdás kämpft um die Anerkennung in höfischen Kreisen, erlebt die Scheinmoral derselben samt der bürgerlichen Gesellschaft und mixt das alles mit wunderschönen Melodien. von Frieder ...
mehr lesen »Oh, Thus‘chen, was bist du so blass
Von der Germanen List und Herrlichkeit – „Die Hermannsschlacht“ am Schauspiel Leipzig. Blöde Tusse! „Felicita“ sang sie mit Ventidius, ihrem italienischen Lover. Der machte ihr einen blutroten Schal zum Geschenk. Den legte Thusnelda, als das eingebildete Glück dann vorbei, ihm um den Hals und zog mit Kraft zu. Die Liebe war längst dem Kampfe gewichen, und Gatte Hermann schlug die ...
mehr lesen »ANDERES SCHIFF, ANDERER TRANK
Das Repertoire der Oper Leipzig ermöglicht derzeit ein Eintauchen in die Welt von mystischen Schiffen und rätselhaften „Getränken“. Da sind zum einen Wagners „Fliegender Holländer“ und Donizettis „Liebestrank“, nun hat sich das Heiligtum vieler Wagnerianer mit „Tristan und Isolde“ dazugesellt. Selbiges ist vom Chef des Leipziger Schauspiels, Enrico Lübbe, inszeniert worden. Dies hat dem Werk, wie im Vorfeld von manchem ...
mehr lesen »Wein, Shisha, Männer: Schuld war der dumme Mond…
Kay Kuntze inszeniert im Theaterzelt Altenburg “Der Vetter aus Dingsda”. Während der auf etwa 18 Monate veranschlagten Umbauzeit für die Renovierung des Theaters Altenburg beziehen alle Sparten neben dem regulären Spielbetrieb in Gera ein riesiges Theaterzelt am Festplatz. Dort und in der Brüderkirche, dem Logenhaus und im Residenzschloss, das regelmäßig für Konzerte genutzt wird, finden in der Spielzeit 2019/20 Aufführungen ...
mehr lesen »Böse wie bei Stephen King: Shchedrins “Lolita”
Tschechische Erstaufführung am Ständetheater Prag. Die Doppelpremiere am 3. und 5. Oktober im Ständetheater Prag war die tschechische Erstaufführung, erst die zweite Produktion in der russischen Originalsprache und weltweit vierte der Oper „Lolita“ nach Vladimir Nabokov. Mstislaw Rostropowitsch dachte bereits 1955 nach Erscheinen der Erstausgabe in französischer Sprache an eine Vertonung des Romans, der erst nach der bewegten Empörungs-, Skandal- ...
mehr lesen »Bunter Abend mit Donizetti
„Der Liebestrank“ an der Oper Leipzig inszeniert von Rolando Villazón. Wer traditionsbewusst mit seinem Czerny unterm Arm ins festlich erleuchtete Stadttheater schreitet, um Gaetano Donizettis 1832 uraufgeführtes Melodramma „Der Liebestrank“ werktreu im hübschen italienischen Bauerngewand geboten zu bekommen, wird die Oper Leipzig leicht bis mittel angesäuert verlassen. Die Neuinszenierung von Rolando Villazón, eine Übertragung seiner zweiten Regiearbeit von 2012 für ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – Knappenrode
5. Station: Energiefabrik Knappenrode. Der Freistaat Sachsen bereitet sich auf das Jahr der Industriekultur 2020 vor. Die bekannten Standorte ertüchtigen sich für den zu erwartenden Besucheransturm. Neue kommen hinzu und komplettieren das Bild. Was erwartet die Touristen, wenn sie sich aufmachen und Industriekultur in Sachsen erleben wollen Es berichtet Dr. Christine Scheel. Ein Geburtstagsgeschenk mit Folgen oder Auf unbekannten industriekulturellen ...
mehr lesen »Wenn de Wende sich windet
Die Inselbühne musiziert sich in Leipzigs Moritzbastei durch Geschichte, Gag und Gegenwart. Regisseur Heribert Fritzschen muss sparen: Seine großangelegte Inszenierung der Operette Die Banditen von Jacques Offenbach muss den Fördergeldstrukturen derzeitiger Kulturpolitik angepasst werden. Und die gibt heuer nur was für dreißig Jahre Mauerfall. Flugs wird die alte Räubermär in die Wendezeit verlegt. Von Henner Kotter Der ursprüngliche Handlungsort Italien ...
mehr lesen »Todesdämmrige Publikumsverjüngung
David Bowies Musical “Lazarus” im Schauspiel Leipzig. Letztlich ist es stimmig, wenn ein kompetenter klassischer Sänger mit guten Vorkenntnissen für Avantgarde- und Experimentierformen sich David Bowies kurz vor dessen Tod im Januar 2016 herausgekommenes Musical „Lazarus“ annimmt. Am Schauspiel Leipzig präsentierte Hubert Wild somit seine erste Regie mit einem rundum starken Ensemble, einem passenden Stage Set und einer weitaus milderen ...
mehr lesen »Wirrnis und die Haare schön
„Unter der Haube“ verwandelt sich Anke Geißler bei den academixern in Volkes Stimme. Klischee? Natürlich lagen auch schon ehedem beim Frisör die Zeitungen über Klatsch und Tratsch und Styling, ganz früher gar der Eulenspiegel und das Magazin. Es ist stehende Redewendung, dass man seinem Frisör erzählt, was keiner sonst von einem hören möchte: Kinder, Scheidung, Kredit und Politik. Damit ist ...
mehr lesen »Nicht nur Volkstümelei!
Solches ist das oft als tschechische Nationaloper gesehene Meisterwerk Bedrich Smetanas „Die verkaufte Braut“. Aktuell ist sie wieder im Spielplan der Leipziger Oper verankert. Passender als Mitte Juni konnte der Premierentermin nicht gelegt werden. Da ist zum einen das Licht und die Farbenpracht des Frühsommers für die Natur und Folklore Böhmens, zum anderen die unheilschwangere Gewitterstimmung samt der späteren Herbstahnung ...
mehr lesen »Zwischen Moldau und Wolfsschlucht
Dvořáks „Katja und der Teufel“ in Dessau. Manche Repertoire-Akkumulationen kommen wie aus dem Nichts und haben doch ihren Grund. Infolge des Jubiläums 100 Jahre selbständige Tschechische Republik am 28. Oktober 2018, das man unter anderem im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz für eine fokussierte Darstellung der Beziehung zwischen Sachen und Böhmen und zur Reihe „LEIPZIG 2019 TSCHECHIEN“ aufgriff, machte das ...
mehr lesen »Eisen und Kunst
25 Jahre UNESCO Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Nur wenige Kilometer von Saarbrücken entfernt erstreckt sich die in Europa einmalige Industrielandlandschaft der Völklinger Hütte, die zu einer Entdeckungsreise in die Welt der Eisengewinnung und Weltkunst einlädt. Die spannende Kombination aus Technikdenkmal und spektakulärem Ausstellungsareal macht Völklinger Hütte zu einer weit über die Landesgrenzen Deutschlands hinaus einmaligen Attraktion. Eine Korrespondenz von Jens Hinsche ...
mehr lesen »Schkeuditz: »Das selbst gebaute Gedächtnis der Stadt«
Eine Ausstellung persönlicher Zeitzeugnisse in Schkeuditz. »Uns kam es vor allem darauf an zu zeigen, dass die Präsentation unseres Archivs aus persönlichen Momentaufnahmen Menschen zusammenbringt zu Fragen wie: Was macht Schkeuditz aus? Welche Ereignisse und Feste prägen die Heimat? Welche Orte sind wichtig oder verschwunden? Und dies an einem Ort, der im Gedächtnis vieler verankert ist,« So Julia Lehmann und ...
mehr lesen »Der Faust-Keil
Leipziger Schauspiel mit eigener Sicht auf „Faust I und II“. „Bescheidne Wahrheit sprech‘ ich dir. / Wenn sich der Mensch die kleine Narrenwelt, / Gewöhnlich für ein Ganzes hält.“ Goethes Aufzeichnungen belegen, zeitlebens hat sich der Großliterat mit dem Stoff um den Wissenschaftler, der die Weltzusammenhänge erkennen will, beschäftigt. Mit 21 verfasste er den Urfaust, der nur durch Zufall auf ...
mehr lesen »Silberblick auf Operettenkönigin
Muko Leipzig vor dem Umzug: “Madame Pompadour” im Haus Dreilinden. „Auf der Bühne steht SIE: die Massary – und alles ist vergeben und vergessen.“ So schrieb Kurt Tucholsky über die legendäre Diva, die am 9. September 1922 im Berliner Theater sich in der Titelrolle und Leo Falls Operette „Madame Pompadour“ einen Triumph bereitete. Nach dem Ersten Weltkrieg war der europäische Adel ...
mehr lesen »Handeln auf eigene Gefahr
Leipziger Schauspiel liefert mit „Der Prinz vom Homburg“ einen Kommentar zur Zeit. Die Musik spielt live, wenn das Publikum im Saal Platz nimmt. Ein Mann betritt die Bühne und eine Frau. Der Vorhang schließt sich. Ihr Spiel bleibt verborgen. Der Vorhang öffnet sich. Jetzt kommen die beiden einander näher. Der Vorhang schließt sich. Dahinter sprechen sie. Von Henner Kotte Der ...
mehr lesen »Signal für Erhalt der deutschen Stadttheaterlandschaft
MUTHEA – Theaterfördergesellschaften tagten in der Europastadt Görlitz. Für seine 21. Jahrestagung konnte sich der 1998 gegründete Dachverband der deutschen Musik- und Theaterfördergesellschaften (MUTHEA) keinen besseren Ort als Görlitz erwählen. Die an der alten Via regia gelegene Stadt mit ihrem großen Erfahrungsschatz als Handels- und Grenzstadt und dem unermesslichen Reichtum an Baudenkmälern punktet immer wieder – hoffentlich auch nach dem ...
mehr lesen »Seelennöte an der Wolga
Janaceks “Katja Kabanowa” an den Landesbühnen Sachsen. „Die verkaufte Braut“ in Dresden und in Leipzig ab 15. Juni, Dvořáks „Katja und der Teufel“ in Dessau, „Rusalka“ in Leipzig und bald Halle. In diesem Repertoire-Ambiente kommt Leos Janacek eindeutig zu kurz – trotz des Gastspiels des Nationaltheaters Brünn am 8. November 2019 mit seiner bekanntesten Oper „Jenufa“ in der Oper Leipzig ...
mehr lesen »Arbeit gegen gesellschaftliches Auseinanderdriften
Spielzeitausblick am Schauspiel Leipzig. Auf der Jahrespressekonferenz stellten Leipzigs Schauspielintendant Enrico Lübbe, Chefdramaturg Torsten Buß und Thomas Frank, künstlerischer Leiter der Residenz, das Programm der kommenden Spielzeit vor. Unter dem Motto MITEINANDER/ENSEMBLE erwarten uns 24 Premieren und 23 Wiederaufnahmen. Begegnungsort Theater „Unser Motto spielt bewusst mit den unterschiedlichen Bedeutungen des Wortes ‚Ensemble‘. Es betont den Zusammenhalt der Theatergemeinschaft ebenso ...
mehr lesen »Ekstase im Kollaps
Franz Schrekers “Die Gezeichneten” an der Staatsoper Hannover. Blank und ohne dekorativen Schutz stehen packende Sängerdarsteller auf der Bühne der Staatsoper Hannover: Die zweite Oper des um 1920 Furore machenden Strauss-Konkurrenten Franz Schreker wird auf der Bühne der Staatsoper Hannover mit einer imponierenden Gesamtleistung zum profanen Mysterium. von Roland H Dippel Zum Beispiel Hans Neuenfels (Frankfurt), Günter Krämer (Düsseldorf) ...
mehr lesen »Haptische Oper mit virtuellen Sounds
Ludger Vollmers Vertonung von Dave Eggers‘ Bestseller “The Circle”am DNT Weimar. Bei George Orwells Dystopie „1984“ dauerte es einige Jahrzehnte, bis die dargestellten Technologien für „Big Brother is watching you“ real werden konnten. Aldous Huxley beschrieb zwanzig Jahre nach der Erstausgabe in einem neuen Vorwort zu „Schöne Neue Welt“, wie viel sich aus seiner Fiktion über totalen Konsum und Genmanipulation ...
mehr lesen »Aus den bunten Kolonien
Harry Kupfer findet an der Komischen Oper Berlin keinen Spannungsbogen für Händels “Poros”. Harry Kupfer hatte freie Wahl bei der Stückentscheidung, als ihm eine Inszenierung an der von ihm lange Zeit als Chefregisseur geprägten Komischen Oper angeboten wurde. In den Vorwendejahren war zum Beispiel „Giustino“ mit Jochen Kowalski dort in der Inszenierung Kupfers und auf Auslandsgastspielen ein jahrelanger Erfolg. Man ...
mehr lesen »Entdeckerlust mit Code
Albert Lortzings „Zum Großadmiral“ in Annaberg. Ingolf Huhn ist wieder einmal seiner ungebrochenen Entdeckerlust erlegen. Dies paart er mit seiner Leidenschaft für das Werk Albert Lortzings. Auf diese Weise ermöglicht der Intendant des Eduard-von-Winterstein-Theaters ein Wiedersehen und vor allem -hören mit dessen komischer Oper „Zum Großadmiral“ in einer Form, wie sie seit fast 170Jahren nicht mehr auf den Theaterbühnen gespielt ...
mehr lesen »Im Zeichen der Trikolore
Giordanos „Andrea Chénier“ hatte am Mittelsächsichen Theater Freiberg Premiere. Der Brand von Notre-Dame hatte leider nur für kurze Zeit eine positive Wirkung. Ein scheinbar zerstrittenes Volk war wieder vereint. Giordanos „Andrea Chénier“ führt uns in eine historische Zeit dieser Kathedrale, in und um die Zeit der Französischen Revolution. Leidenschaft in Liebe und revolutionärem Aufbegehren sowie Verleumdung und scheinbarer Verrat dominieren ...
mehr lesen »Anti-Märchen zum Fontane-Jahr
Die Uraufführung von Detlef Glanerts “Oceane” an der Deutschen Oper Berlin. Detlef Glanert (geb. 1960) krempelt die Gattung Oper nicht um und er provoziert nicht. Der Schüler von Hans Werner Henze ist heute einer der wichtigsten deutschen Bühnenkomponisten. Die Oper Halle brachte die Uraufführung seiner Oper „Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung“ nach Grabbe und „Die drei Rätsel“ heraus. Glanerts ...
mehr lesen »Alternative zu Bach
Stölzels Passionsoratorium “Ein Lämmlein geht…” bei den Thüringer Bachwochen. Am Karfreitag 1734 gab es in der Thomaskirche keine Aufführung einer Passion von Johann Sebastian Bach, sondern des mit ihm gut bekannten Gottfried Heinrich Stölzel. Textdruck-Funde in Leipzig und St. Petersburg bestätigen, dass Bach in Leipzig für das Kirchenjahr 1735/36 auch einen Kantaten-Jahrgang des 1719 von Herzog Friedrich II. in Gotha zum ...
mehr lesen »Komplett überwältigt, gut amüsiert
Neuinszenierung „Der fliegende Holländer“ an der Oper Leipzig. Ich liebe es, wenn Theater mich mit seinen ureigensten Mitteln überwältigt! Kommt eine geradezu machtlos machende Musik wie in Richard Wagners „Fliegender Holländer“ hinzu, vom Leipziger Gewandhausorchester unter Christoph Gedschold wunderbar gespielt – dann ist für mich alles gut. Von Moritz Jähnig Schauen wir in die Archive, fällt auf, dass Inszenierungen ...
mehr lesen »Emotionale Meisterleistung
Václav Luks und das Collegium 1704 musizieren Bachs Matthäuspassion in der Annenkirche Dresden. Die Konzertreihe „Musikbrücke Prag-Dresden“, gegründet 2008, besteht seit nunmehr 11 Jahren. Václav Luks, das Collegium 1704 und das Collegium Vocale 1704 widmen sich europaweit Entdeckungen aus der böhmischen und sächsischen Musikgeschichte. Soeben kam beim Label Accent die erste tschechische Einspielung von Händels „Messias“ heraus. Vor dem Konzert ...
mehr lesen »400 Jahre Loh-Orchester!
Die ehemalige Fürstliche Hofkapelle Sondershausen feierte. Es sollte kein ’normales‘ Festkonzert sein zum 400-jährigen Jubiläum des Loh-Orchesters, das früher die Fürstliche Hofkapelle in Sondershausen war und erst 1919 nach dem Loh-Platz, dem westlichen Teil des dortigen Schlossparks und Konzertorts, benannt wurde. Daniel Klajner, Intendant des Theater Nordhausens, und Generalmusikdirektor Michael Helmrath hatten viele ehemalige Musikdirektoren und Chefdirigenten, die in den ...
mehr lesen »Luder mit Luxus und Leidenschaft
Derilova und Wade triumphieren mit “Manon Lescaut” in Dessau. „Wieder tranken wir Wein und hörten uns ‚Manon Lescaut‘ an, eine Oper, in der der verworrene Text kaum die wirren Duette und ekstatischen hohen Töne rechtfertigt. Halb mutwillig spielten wir mit dem Gedanken zu heiraten.“ So der schwule Ich-Erzähler in Edmund Whites Roman „Und das schöne Zimmer ist leer“ über Giacomo ...
mehr lesen »Tanzen wir schon den Trump?
Martin Harriague choreograhiert „If you were God“ für das Leipziger Ballett. Der dreiteilige Tanzabend von Martin Harriague mit dem Leipziger Ballett in einer Kooperation mit dem Schauspiel der Stadt kann heute in einer Woche, am 7. April 19 Uhr, auf der Großen Bühne im Schauspielhaus besucht werden. Selten rufe ich aus so tiefer Überzeugung heraus: Hingehen! Von Moritz Jähnig ...
mehr lesen »Verfeinerung statt laute Dramatik
Matthias Foremny dirigiert “L’Ancètre” von Camille Saint-Saëns in München. „Wenn ‚L’Ancètre‘ von Puccini oder von Mascagni wäre, würde man es im nächsten Jahr auf allen Opernbühnen der Welt spielen, aber es ist von mir, das ist etwas ganz anderes.“ Camille Saint- Saëns betrachtete die eigene Position nach der Uraufführung seiner zwölften von insgesamt dreizehn Opern zu Anfang des 20. Jahrhunderts ...
mehr lesen »Im Frühling in Leipzig: Mythischer Realismus
Im April und Mai stehen zwei „Ring“-Zyklen auf dem Spielplan der Oper. Bei den überregionalen Richard-Wagner-Verbänden und beim Stammpublikum kommt der Leipziger „Ring“, geschmiedet von 2013 bis 2016, gut an. Er steht im Zentrum der Richard-Wagner-Festtage der Oper Leipzig bis zum großen Paukenschlag mit allen Bühnenwerken Richard Wagners, den Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer für das Ende seiner Amtszeit ...
mehr lesen »„Enclosure“ in der Alten Handelsschule Leipzig
Zeichnung und Objekt von Ricarda Hoop und Johanna Kintner Die Arbeiten der beiden Künstlerinnen Johanna Kintner und Ricarda Hoop eint ihr Interesse an topografischen Fragestellungen, seien es konkrete Raumbezüge oder imaginäre Orte, Abgrenzungen und Übergänge. So verwundert es kaum, dass ihre gemeinsame Ausstellung in der Aula der Alten Handelsschule den Titel „Enclosure“ trägt, welcher sämtliche Bezüge zu umgrenzt definierten Gebieten ...
mehr lesen »Händel aus Leipzig am Theater Nordhausen
“Julius Caesar” mit der HMT Leipzig und dem Loh-Orchester am Theater Nordhausen. Das Theater Nordhausen ist die dritte und letzte Station der großen Musiktheater-Produktion der Leipziger Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ aus dem Jahr 2018. Nach sechs Vorstellungen im Großen Saal an der Grassistraße und zwei weiteren im Juni 2018 am Anhaltischen Theater Dessau folgen nochmals vier ...
mehr lesen »Ganz große (Märchen-)Oper!
“Schneewittchen” an der Oper Leipzig als poetische Medien-Studie . Bei der Pressekonferenz zur Spielzeit 2019/20 hatte Intendant Prof. Ulf Schirmer am 14. März das kräftige Erfolgswachstum der maßgeblich von Chefdramaturg Dr. Christian Geltinger aufgebauten vierten Sparte „Junge Oper“ erwähnt. Mit Recht: Opulente Produktionen wie Humperdincks „Dornröschen“, Jasmin Solfagharis Inszenierung von Nino Rotas „Aladin und die Wunderlampe“ und jetzt Marius Felix ...
mehr lesen »Esoterische und musikalische Fülle
Jörg Widmanns Oper “Babylon” in einer revidierten Fassung an der Staatsoper Unter den Linden Der allererste Composer-in-residence (Spielzeit 2017/18) des Gewandhausorchesters ist in seinen Bühnenwerken ein bekennender Eklektiker. Nach der Schuloper „Absences“, die er 1990 als Gymnasiast für die Münchener Biennale komponierte, „Das Gesicht im Spiegel“ (München 2003, bearbeitet Düsseldorf 2010) und dem Musiktheater „Am Anfang“ (Paris 2009) erhielt Jörg ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – Probenraum für Punkrocker
4. Station: August Horch Museum Zwickau. 2020 hat Sachsen das Jahr der Industriekultur ausgerufen. Im Februar 2019 gingen die Staatsminister Martin Dulig und Dr. Eva-Maria Stange gemeinsam mit Journalisten auf Exkursion und besuchten touristisch wichtige Standorte in der Region. Es berichtet Dr. Christine Scheel Prosit Gardeko oder Wenn Punkrocker ihr eigenes Bier brauen Eigentlich waren sie nur auf der ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – Ort für Ibug und IPIHAN
Win – win – win oder Künstler erobern Industriebrachen. Unfertiges, Improvisiertes übt seit jeher eine ungeheure Anziehungskraft auf Kreative aller Art aus. Und das besonders an Orten, die noch Geschichte atmen, wo man die (industrielle) Vergangenheit spürt. Wo man meint, der Geist der ehemaligen Arbeiter spukt noch durch die Hallen. Genau diese Mischung aus Unperfektem und künstlerischer Freiheit ist es, ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – Crimmitschau, authentisch und nahbar
3. Station: Tuchfabrik. 2020 hat Sachsen das Jahr der Industriekultur ausgerufen. Im Februar 2019 gingen die Staatsminister Martin Dulig und Dr. Eva-Maria Stange gemeinsam mit Journalisten auf Exkursion und besuchten touristisch wichtige Standorte in der Region. Es berichtet Dr. Christine Scheel Die Sirene ertönt, die Pause ist beendet. Alles zurück an die Arbeit in der Tuchfabrik. So ähnlich kommt man ...
mehr lesen »Operndiva zischt: “Bitch!”
Luigi Cherubinis “L’Idalide” in Saalfeld wiederentdeckt. „Es ist doch nur Cherubini, aber kein Mozart.“ sagt eine Dame in den vorderen Reihen während eines spontanen Szenenbeifalls zu ihrem Begleiter. Anreisenden imponiert es, dass der Theatersaal des Bürger- und Veranstaltungszentrums Meininger Hof in Saalfeld, in dem das Theater Rudolstadt und die Thüringer Symphoniker regelmäßig Musiktheater und Konzerte präsentieren, an einem Dienstag-Nachmittag so ...
mehr lesen »Versilberte Armleuchter im Mondschein
Ana Durlovski rettet die Wiederaufnahme von “Lucia di Lammermoor” an der Oper Leipzig. Anlass für diesen Vorstellungsbesuch war eigentlich das Hausdebüt des Ensemble-Soprans Bianca Tognocchi, deren sehr gute „La sonnambula“ bei den Tiroler Festspielen zum Jahreswechsel auf ihre Titelpartie in Gaëtano Donizettis „Lucia di Lammermoor“ neugierig machte. Für die kurzfristig erkrankte Italienerin sollte Olga Jélinkova einspringen. Doch zur Generalprobe stellte ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – Nächstes Jahr im April wird alles perfekt sein
2020 hat Sachsen das Jahr der Industriekultur ausgerufen. Im Februar 2019 gingen die Staatsminister Martin Dulig und Dr. Eva-Maria Stange gemeinsam mit Journalisten auf Exkursion und besuchten touristisch wichtige Standorte in der Region. Es berichtet Dr. Christine Scheel Ein Blick hinter die Kulissen der 4. Sächsischen Landesausstellung Nächstes Jahr im April wird alles perfekt sein. In der bisher noch leeren ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – Inmitten glänzender Karosserien
2. Station: August Horch Museum Zwickau. 2020 hat Sachsen das Jahr der Industriekultur ausgerufen. Im Februar 2019 gingen die Staatsminister Martin Dulig und Dr. Eva-Maria Stange gemeinsam mit Journalisten auf Exkursion und besuchten touristisch wichtige Standorte in der Region. Es berichtet Dr. Christine Scheel Blitzende Automobile in historischer Kulisse Frisch herausgeputzt steht es da, das August Horch Museum. Ein moderner ...
mehr lesen »Industriekultur in Sachsen – So klingt’s … im Vogtland
1. Station: Markneukirchen. 2020 hat Sachsen das Jahr der Industriekultur ausgerufen. Im Februar 2019 gingen die Staatsminister Martin Dulig und Dr. Eva-Maria Stange gemeinsam mit Journalisten auf Exkursion und besuchten touristisch wichtige Standorte in der Region. Es berichtet Dr. Christine Scheel An der Wiege des deutschen Musikinstrumentenbaus oder drei Monate bis zum ersten Ton Fast unscheinbar und versteckt liegt die ...
mehr lesen »“Edgar” in Höchstform!
Puccinis Oper in der letzten Fassung 1905 mit der Berliner Operngruppe. Für spannende Oper braucht man nur wenige Requisiten, konditionsstarke Stimmen und viel Leidenschaft. Das alles hat die Berliner Operngruppe, die seit ihrem Debüt mit Verdis „Oberto“ 2010 erst im Radialsystem und seit einigen Jahren im Konzerthaus am Gendarmenmarkt jedes Jahr ein für Berlin neues Werk nach intensiven Kompaktproben in ...
mehr lesen »Android Q1 weiß (fast) alles
Eine spannende Überschreibung des Balletts “Coppélia” an den Landesbühnen Sachsen. Vor wenigen Tagen zeigte das Theater Erfurt mit Steve Reichs und Beryl Korots Video-Opera „Three Tales“ die Katastrophen, die aus dem göttlichen Auftrag „Macht euch die Erde untertan“ auf den Bikini-Atollen und mit dem geklonten Schaf Dolly entstanden. Jetzt malt die Co-Produktion der Sparten Tanz und Schauspiel im Studio der ...
mehr lesen »…but these sunsets are better
Femal artist group in der Alten Handelsschule Leipzig Im Ausstellungssaal der Alten Handelsschule in Leipzig Kleinzschocher ist noch bis zum 8. Februar 2019 eine Gemeinschaftsausstellung unter dem Titel „…but these sunsets are better“ von vier Künstlerinnen aus Kanada, den USA und Spanien zu sehen. Von Dr. Barbara Röhner Alle vier Künstlerinnen kamen vor nicht allzu langer Zeit nach Leipzig, um ...
mehr lesen »Edition Peters feiert Bernd Franke
Festkonzert zum 60. Geburtstag in der Grieg-Begegnungsstätte Das Musikforum des MDR widmete ihm zu seinem 60. Geburtstag am 14. Januar eine kurze Hommage und der 2014 nach Leipzig zurückgekehrte Musikverlag Edition Peters ehrte ihn mit Freunden und Kollegen in der Grieg-Begegnungsstätte. Heute gehört der Komponist Bernd Franke zu den wichtigen lebenden Komponisten. Seine Biographie spiegelt, wie er das vor den ...
mehr lesen »Handlungsdienliche Schlichtheit
Eine solche ist in der aktuellen „Tosca“-Inszenierung am Eduard-von-Winterstein-Theater in Annaberg zu erleben. Ohne den oft anzutreffenden, teilweise in Kitsch ausartenden Pomp anderer Aufführungen ermöglicht sie den ungestörten Blick auf die Handlung und dem Publikum eines der kleineren Theaterhäuser das Erleben eines der großen Werke der Musikliteratur. Auch musikalisch wie szenisch steht viel Gutes auf der Haben-Seite. von Frieder ...
mehr lesen »„Herzogs Blaubarts Burg“ und „Pagliacci“ in Leipzig
Der an der Oper Leipzig erlebte Premierenabend mit einem Doppel aus Bela Bartóks „Herzogs Blaubarts Burg“ (1918) in Kombination mit „Pagliacci“ (bekannter als „Der Bajazzo“) von Ruggero Leoncavallo (1892) war ein mit Applaus bedachtes großes Erlebnis, das sich rumsprechen und einen anhaltenden Erfolg werden wird. Von Moritz Jähnig Es fällt schwer zu entscheiden, ob für den Spielplan nun Bartók mit Leoncavallo ...
mehr lesen »Wagners „Tannhäuser“ neu in Leipzig – Regie Calixto Bieito
Wogen der Begeisterung in der Oper Leipzig. Das Premierenpublikum überhäufte Gewandhausorchester, Chor sowie nahezu geleichmäßig alle Solisten mit langanhaltendem Beifall und applaudierte gleichzeitig die frechen Buh-Rufer einfach weg. Es gab aber auch keinen wirklichen Grund für Exaltiertheiten. Zwar erlebt endlich nun auch das Leipziger Publikum heiß ersehnt seine erste Calixto-Bieito-Regie. Europaweit ist nach einer solchen aufgeregtes Getümmel angesagt. Aber es ...
mehr lesen »Leipzig: „Die Empfindsamkeit der Giganten“ im Lindenfels Westflügel
Sind Leonardo, Freud, Bach … noch der Rede wert? Wann wurde deren Genius erkannt? Oder wurden deren Leistungen jemals in Frage gestellt? Das Genie eine bloße Spiegelung für Vergangenes, zurechtgeschnitten für unsere Zeit? Erst vor einiger Zeit fragte mich ein kurdischer Künstler, aus Syrien stammend, danach, wieso er ein großer Genius war, dieser Leonardo? Er fragte nach dem großen Künstler, ...
mehr lesen »Das Wabenrätsel – Puccinis Oper „Turandot“ in Leipzig
Es ist ein altvertrautes Publikumsspiel nach einer jeden Premiere in einem jedem Stadttheater: Auf dem Weg zur Garderobe nehmen die Theaterfreunde Kontakt zu bekannten Gesichtern auf. Die Mine des anderen wird gemustert und ihm per Blick oder kurzem Wort mitgeteilt, was „man“ von dieser Inszenierung zu halten habe. Falls mich jemand gekannt oder gemustert haben sollte: Ich habe mir Mühe ...
mehr lesen »Die Suche nach Harmonie in den Gegensätzen
Malerei, Grafik und textile Bilder von Maria Köhler in der art Kapella Schkeuditz Am vergangenen Sonntag (14.8.2014 )trafen sich Kunst und Musik in der art Kapella im vollkommenen Einklang. „Maria Köhler – Altes und Neues aus vielen Gebieten“ lautet der Titel der neuen Ausstellung in der art Kapella. Die beiden Musikstudentinnen der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ ...
mehr lesen »Leipzig: „Ein Liebestraum“. Ballettabend mit Choreografien von Mario Schröder und Silvana Schröder an der Oper Leipzig
Fraglos hinzu gewonnen „Ein Liebestraum“. Dreiteiliger Ballettabend mit Choreografien von Mario Schröder und Silvana Schröder an der Oper Leipzig Der Ballettabend „Ein Liebestraum“ wurde am Premierenabend an der Leipziger Oper mit viel Applaus bedacht. Viele tänzerischen Bilder der drei Choreographien von Mario und Silvana Schröder bleiben in angenehmer Erinnerung. Sie verhandeln im Kleinen jene großen Lebensfragen, auf die im Tanz ...
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