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Zwei Jahre danach – Was bleibt vom Themenjahr Industriekultur in Thüringen?

Zwei Jahre danach – Was bleibt vom Themenjahr Industriekultur in Thüringen?

Ein Blick über Landesgrenzen hinweg aus Anlass der 2. Verleihung des Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur des Freistaates Thüringen am 3. Februar 2020 Jena.

Von Dr. Christine Scheel.

2020 ist das Jahr der Industriekultur in Sachsen. Keiner kommt daran vorbei. Doch die Frage steht: Was wird bleiben?

Können wir vielleicht von Thüringen lernen, das bereits 2018 zum Themenjahr ausrief?

Minister Benjamin-Immanuel Hoff betonte in seinem Grußwort anlässlich der 2. Verleihung des Landesgeschichtlichen Preises für Industriekultur am 03.02.2020 in Jena besonders, dass Geschichte am besten durch Geschichten erzählt wird. Denn nur so wird und bleibt sie lebendig.

Dabei darf ein kulturell so reiches Land wie Thüringen eben nicht nur Schlösser fördern, wie er mit Nachdruck anmerkte. Es gelte vielmehr, alle Aspekte von Kunst und Kultur zu unterstützen, das industriekulturelle Erbe ausdrücklich eingeschlossen.

Besonders gelte es, die mehrfach gebrochene Wirtschaftsgeschichte vor allem des 20. Jahrhunderts aufzubereiten und der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Und hier fängt er an, der Blick über den Tellerrand. Allerdings von der anderen Seite: Minister Hoff schielt ein wenig neidisch wie es scheint zu uns nach Sachsen hinüber. Immerhin spielt hier die Industriekultur bereits seit 2000 eine wichtige Rolle und besitzt nach nunmehr 20 Jahren damit auch ein anderes Gewicht. Auch wenn die Landesausstellung erst jetzt im Jahr 2020 stattfinden kann.

Doch wir wollen ja eigentlich von Thüringen lernen. Also, was ist für einen langfristigen Erfolg wichtig?

Alle Redner und Teilnehmer in Jena sind sich einig, dass man unbedingt die folgenden Punkte beachten muss. Man soll:

  • Industriekultur-Geschichte und heutige Industrie verknüpfen
  • Nicht nur nostalgisch mit der sprichwörtlichen Träne im Knopfloch zurückschauen, sondern die Chancen für Neues ergreifen.
  • Nach Bildungspartnern für Forschung, Vermittlung und wissenschaftliche Aufarbeitung suchen.
  • Staatliche Unterstützung einfordern, wo (private) Stiftungen noch fehlen.

Und natürlich alle Partner vernetzen, Aktivitäten bündeln und mit Großveranstaltungen außerhalb der Landesmetropolen das Thema in die Regionen bringen. Dann kann es gelingen.

Also: fangen wir die Geschichten ein, fördern wir Identität und geben wir der Industriekultur ein mutiges, heutiges Gesicht.

Damit es auch 2021 heißt: Industriekultur ist cool.

Cedits:

Foto: (c) Peter Schmelzene

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