Home | Bildende Kunst | Wurzbach: Viele gute Gründe für eine Reise nach Thüringen
Wurzbach: Viele gute Gründe für eine Reise nach Thüringen

Wurzbach: Viele gute Gründe für eine Reise nach Thüringen

Verlängerte Ausstellung im Kunsthaus Müller: „Siegfried Prölls – Tänzer und Fotograf“

Das Kunsthaus Müller, der unmittelbar am Marktplatz gelegene kulturelle Anker der Stadt Wurzbach, hat seine seit Mai dort gezeigte Fotoausstellung „Siegfried Prölls – Tänzer und Fotograf“ bis zum 2. August verlängert. Anlass für die erfolgreiche Schau ist das 100. Jubiläum der Palucca Hochschule für Tanz Dresden, an der Siegfried Prölls von 1953 bis 1958 studierte.

Von Moritz Jähnig

Tanz, aufgenommen von Siegfried Prölls , jetzt gezeigt im Galerieraum vom Kunsthaus Müller in Wurzbach

Hommage zum 100-jährigen Jubiläum der Palucca Hochschule

Nach dem Studium wurde der 1934 in Dresden geborene Tänzer zunächst ins Corps de Ballet, später als Solist an die Oper Leipzig verpflichtet.

In den Aufführungen zur Eröffnung des neuen Opernhauses 1960 tanzte er in der heute legendär genannten Truppe um die Ballettchefin Emmy Köhler-Richter den Tiger in ihrer Choreografie „Abraxas“ von Werner Egk und gestaltete viele andere große Partien, wie den Wolf in „Peter und der Wolf“ nach Sergej Prokofjew.

Die Ausstellung wurde bis 2.8.2025 verlängert

Prölls als Fotograf und Zeitzeuge des Tanzes

Zwischen 1972 und 1977 absolvierte Prölls ein weiteres Studium – diesmal der (Ballett-)Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Danach arbeitete er freischaffend als Fotograf und prägt mit seinen Aufnahmen das Bild des DDR-Bühnentanzes maßgeblich mit. Der unermüdliche Chronist bereiste schwerpunktmäßig die Theater im mitteldeutschen Raum mit Berlin und war uns persönlich bei den alljährlichen Ballettwettbewerben der DDR in Dessau hinsichtlich des Sehens und Verstehens von Tanz ein wichtiger Lehrer. Sein fotografischer Nachlass wird in der Palucca Hochschule bewahrt.

In den sanierten Räumen des Galeriecafés. Christian und Bärbel Müller im Gespräch mit Gästen (v.l.)

Dank an das Kunsthaus Müller

Den endgültigen Abschied von der Bühne nahm Prölls im Mai 2009 als ältester aktiver Schüler von Gret Palucca. In der Rolle des Chevalier Des Grieux in „Manon Lescaut“ am Opernhaus Magdeburg trat er ein letztes Mal auf, Choreografie von Gonzalo Galguera.

Ein besonderer Dank gilt Bärbel und Christian Müller für diese Ausstellung, die alle wichtigen Stationen im künstlerischen Leben von Siegfried Prölls würdigt.

Kunsthaus Müller – „Wir über uns“

1980 begann unsere Selbständigkeit mit der Keramischen Werkstatt.
1986 kam die Steindruckerei hinzu. Bis dahin war Christian Müller in der Leipziger Buchkunsttradition tätig.
Seit 1988 widmen wir uns der Galerie für zeitgenössische Kunst als Graphikangebot Müller in Großpösna/Leipzig. Wir betreuen Künstler, die sich neben der Malerei und Plastik besonders der Graphik verschrieben haben. Schwerpunkt ist dabei der Steindruck.
Im Jahre 2005 siedelten wir aus Sachsen nach Thüringen um in das einstige Anwesen des Großvaters Max E.Müller am Markt 6 in Wurzbach. Der Geburtsort von Bärbel Müller ist Wurzbach. Nunmehr als Kunsthaus Müller fanden wir ausreichend Platz für unsere Sammlung historischer Druckpressen und repräsentative Ausstellungsmöglichkeiten, die Erweiterungen zulassen.

Als Meisterbetrieb des Handwerks ist die Werkstatt von
Christian Müller auf Lithographie spezialisiert.
Quelle: Porträt links © Wolfgang Mattheuer; Foto by Bernd Gitter


2015 konnten wir unseren Wunsch nach einem MUSEUM FÜR STEINDRUCK erfüllen und dieses mit einer Ausstellung von Grass-Blättern eröffnen. Vierteljährlich finden nun spezielle Steindruckausstellungen statt.

In unserer Galerie für zeitgenössische Kunst zeigen wir ständig die Arbeiten mehrerer Künstler der Galerie mit Malerei, Graphik und Plastik.

zitiert nach http://www.kunsthaus-mueller.de/

Kunst trifft Natur: Ein Besuch in Wurzbach

Wurzbach, am malerischen Rennsteig gelegen, lohnt einen Besuch nicht nur wegen der Ausstellung. Die thüringische Stadt bietet ideale Bedingungen für Wanderungen, Radtouren und Erholung. Das Kunsthaus Müller lädt zudem zum Ferienwohnen ein – ein Ort, an dem Kunst, Kultur und Natur aufeinandertreffen.

Vorschau „Mein Bild, meine Kunst“: eine Ausstellung der Herzen

Die nächste Ausstellung im Kunsthaus Müller trägt den Titel „Mein Bild, meine Kunst“ und wird am 16. August 2025 um 14 Uhr eröffnet. Sie ist keinem Einzelkünstler der Galerie gewidmet, zu denen Michael Fischer-Art, Paul Zimmermann, Holger Koch u.a. gehören, oder einer speziellen Drucktechnik, für die die Werkstatt Christian Müllers geschätzt wird.

Für diese Ausstellung wurden Bürgerinnen und Bürger eingeladen, ihre persönlichen Lieblingskunstwerke aus dem eigenen Zuhause zu zeigen – Bilder, die ihnen Kraft geben und Freude bereiten. Bärbel Müller erklärt: „Oft sagen mir Besucher: ‚Ich weiß ja gar nicht, was Kunst ist.‘ Dann frage ich: ‚Was hängt denn bei Ihnen zuhause?‘ – Das ist Ihre Kunst!“

So ist es zu dieser ungewöhnlichen Ausstellung gekommen. Sehr viele Bilder aus privater Hand haben die Galerie bereits erreicht. Anonym gehängt werden sie erfreuen und zum Gespräch einladen. Dazu swingt, jazzt und verzaubert der Hot Club d‘ Allemagne die Gäste.

„Sommerfest der Kunst“: eine gelebte Tradition seit 1988

Seit 1988 veranstalten Bärbel und Christian Müller im August ihr „Sommerfest der Kunst“. Es erinnert an den Beginn ihrer Galerie für zeitgenössische Kunst, als Graphikangebot Müller in Großpösna bei Leipzig gegründet. Ihr Schwerpunkt liegt seither auf der Grafik, besonders dem Steindruck, sowie der engen Künstlerbetreuung.

Öffnungszeiten

Kunsthaus Müller | Museum für Steindruck
Logo Bärbel Müller | Logo Christian Müller
Markt 6 | D-07343 Wurzbach
Tel.: 004936652/35911
Mobil: 01788690176
mail: info@kunsthaus-mueller.de

Mittwoch-Freitag 10.00 – 12.00 Uhr
                           15.00 – 18.00 Uhr

Samstag 10.00 – 12.00 Uhr
Schaudrucken Samstag 10.00 Uhr

http://www.kunsthaus-mueller.de/

Unser Tipp: Industriekultur vom Feinsten

Technisches Schaudenkmal Giesserei Heinrichshütte

© Archiv

Immer lohnend: ein Abstecher in die Gießerei Heinrichshütte in Wurzbach.

Schaugießen mittwochs, 14.00 Uhr. Während der Ferienzeit zusätzlich auch schon 10.00 Uht.

https://heinrichshuette-wurzbach.de/

Credits

Text: Moritz Jähnig, freier Journalist, Leipzig

Fotos: © Bernd Gitter

veröffentlicht 29.7.2025

Scroll To Top