Neuinszenierung des „Parsifal“ in der Regie von Floris Visser 40 Jahre nach der legendären Dresdner „Parsifal“-Inszenierung von Theo Adam kennt Floris Visser keine Zurückhaltung und erschreckt wie begeistert mit entmythologisierendem Regieansatz das Publikum. Diskussionsstoff also bei der Erzählung des Inhalts. Musikalisch festigt Chefdirigent Daniele Gatti vehement seinen Ruf als Wagner-Spezialist. Von Moritz Jähnig Musikalischer Aufbruch aus der Stille Die musikalische ...
mehr lesen »Category Archives: Theater/Musik
Leipzig: Schonungslos berührend
Wiederaufnahme von Pucchinis „Madame Butterfly“ Aron Stiehls Inszenierung zeigt das Seelendrama der Cio-Cio-San als unausweichliche Tragödie, getragen von einer intensiven Ekaterina Sannikova, einem kraftvollen Carlos Cardoso und einem klanglich differenzierten Gewandhausorchester unter Christoph Gedschold. Von Moritz Jähnig Eine Inszenierung von anhaltender Wucht Die glänzende Inszenierung von Aron Stiehl (Bühne: Frank Philipp Schlößmann, Kostüme: Sven Bindseil) aus dem Jahr 2024, die ...
mehr lesen »Leipzig: Emotionales Musiktheater
Uraufführung Bernd Frankes Oper „Coming Up for Air“ Mit der Uraufführung von „Coming Up for Air“ stellte die Oper Leipzig ein neues Werk des Leipziger Komponisten Bernd Franke vor – ein dreiteiliges Musiktheater, das drei voneinander entfernte Lebensgeschichten über mehr als ein Jahrhundert hinweg miteinander verbindet. Von Moritz Jähnig Drei Schicksale zwischen Paris, Norwegen und Kanada Im Mittelpunkt steht das ...
mehr lesen »Leipzig/Gewandhaus: Von „einfach“ zu kunstvoll
Semyon Bychkov dirigierte zwei musikalisch elegante Ballettgesten von Strawinsky und Tschaikowski Die Großen Concerte in der vergangenen Woche ließen Kompositionen von Igor Strawinsky und Peter Iljitsch Tschaikowski erklingen und wollten neben der Fortsetzung der Pflege russischer Kompositionen im Konzertprogramm einen kleinen Link – wie man sagt – zur Ballett- und Bühnentanzmusik ziehen. Die getroffene Auswahl ist interessant. Von Moritz Jähnig ...
mehr lesen »Leipzig: Jeder Zeit ihr eigener Tanz
Uwe-Scholz-Doppelabend „Mozart und Rachmaninow“ Der Ballettabend “Mozart / Rachmaninow” in der besuchten zweiten Vorstellung in der Oper Leipzig beschert dem ausverkauften Haus einen der grundsätzlich immer seltener werdenden Momente, in dem Publikum und Künstler ganz eng beieinander sind und mit einem Herzen zu schlagen meinen. Von Moritz Jähnig Intime Begegnung von Publikum und Künstlern Die vom Ballettchef Rémy Fichet aufgelegte ...
mehr lesen »Liége/Belgien: Edelfolklore aus der Mottenkiste
Marie Lambert-Le Bihans Regie verbiegt Tschaikowskis „Pique Dame“ zur Karrikatur An der Opéra Royal de Wallonie in Liège geriet „Pique Dame“ – vielleicht eher zufällig als beabsichtigt – zu einer zugleich passenden und doch befremdlich wirkenden Folkloreshow. Von Roland Dippel Tschaikowski im Kulturkampf der Gegenwart Die Diskussion über die Mitwirkung russischer und russländischer Künstlerinnen und Künstler in der Europäischen Union ...
mehr lesen »Dessau: Klangrausch und politisches Musiktheater
Brasilianische Oper „Alma“ von Claudio Santoro in europäischer Erstaufführung Das Anhaltische Theater Dessau bringt zum Kurt-Weill-Fest 2026 eine brasilianische Oper von Cláudio Santoro (1919–1989) zur europäischen Erstaufführung, Regisseurin Christiane Iven verleiht dem Werk damit auch eine klar immanente politische Note. Von Moritz Jähnig Almas Weg in die Abhängigkeit Claudio Santoros einzige, erst im hohen Alter vollendete Oper „Alma“ schildert das ...
mehr lesen »Chemnitz: Glück auf!, Glück auf!
Ludger Vollmers Wismut-Oper „Rummelplatz“ zieht das Publikum weiter ungebrochen an Noch eine knappe Stunde bis zum Läuten, doch im Eingangsbereich der Oper Chemnitz herrscht bereits spannungsvolle Betriebsamkeit. Die Foyers füllen sich früh, Sitzplätze bei der Einführung im Rangfoyer sind längst vergeben, und das gedämpfte Murmeln der Wartenden verdichtet sich zu jener Mischung aus Neugier und Aufgeregtheit. „Die sind heut wie ...
mehr lesen »Dresden Semperoper: Werk ohne Geschwister
Gedanken zu Francis Poulencs „Dialogues des Carmélites“ Bereits 2022 feierte die Inszenierung „Dialogues des Carmélites“ von Jetske Mijnssen eine international beachtete Premiere. Jetzt ist sie an die Semperoper Dresden übernommen worden. Für die besuchte Repertoirevorstellung wären noch Karten zu bekommen gewesen. Auf jeden Fall sei das bedeutende Werk zu einem Besuch empfohlen. Von Moritz Jähnig Historischer Hintergrund und literarische Herkunft ...
mehr lesen »Gera: Kontraste in homogener Form
“Jeu de Cartes“ / „Pulcinella“ – Doppel-Ballettabend zu Musik von Igor Strawinsky und Kian Jazdi Das Thüringer Staatsballett stellt sich mit dieser Inszenierung nicht nur zwei Meilensteinen der Tanzmoderne, sondern auch der Frage, wie man historische Werke erzählen kann, dass sie im Heute ankommen. Der Abend gibt darauf eine überraschend deutliche Antwort. Von Moritz Jähnig Das Thüringer Staatsballett wagt sich ...
mehr lesen »
Kunst und Technik Das Onlinemagazin