„Die Zirkusprizessin“ als Theaterspass zu den Schlossgarten Festspielen inszeniert von Jasmin Solfaghari Der Name des alljährlichen Theaterereignis in Neustrelitz lautet „Festpiele im Schlossgarten“. Anders als der Titel vermuten lässt, gibt sich das Fest léger und einem Publikum aus dem Kreis der Kurgäste zugewand. Die Damen mit Sommerhut oder in großer Garderobe blieben auf dem Grünen Hügel der kleinen Residenzstadt einsam. ...
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Leipzig: Zechgelage am Originalschauplatz
Bachfest bietet Musiktheater der besonderen Art Eine der längsten und eindrücklichsten Szenen im von Bachfest-Intendant Michael Maul zum 500-jährigen Jubiläum des heutigen Tourismus-Hotspots Leipzig konzipierten Pasticcio-Genieprojekts spielt genau dort, wo sich Realität und Fiktion überlagern: in Auerbachs Keller, mitten in der Mädler-Passage. Johann Wolfgang Goethe war zum Studium in Leipzig, Johann Sebastian Bach wirkte hier 26 Jahre lang als Thomaskantor ...
mehr lesen »Wien: Kraftvoll und klangfarbig
Uraufführung von Miroslav Srnkas neuer Oper „Voice Killer“ am Theater an der Wien Die neue Oper von Miroslav Srnka und Tom Holloway erzählt von einer Frauenmordserie in Melbourne 1942 und entfaltet dabei einen unerbittlichen und faszinierenden musikalischen Sog. Von Šimon Voseček Zunächst herrscht lange Stille. In einem Museumsraum betrachten Besucher ein Foto eines breit und sympathisch lächelnden Mannes. Daneben hängt ...
mehr lesen »Erl: Eindruckvolle Passionsspiele
„Der Weg, die Wahrheit und das Leben“ an jedem Wochenende bis Oktober Alle sechs Jahre finden sie statt – die Passionsspiele von Erl, deren erste Erwähnung auf das Jahr 1613 zurückgeht. In jedem Spielzyklus gelangt eine neue Textfassung zur Aufführung, dieses Jahr von dem Tiroler Theatermann Martin Leutgeb und dem für Film, Oper, Schlager bestens qualifizierten Burgenländer Erfolgskomponisten Christian Kolonovits. ...
mehr lesen »Chemnitz: Szenisch zutatenreich
„La Traviata“ voll auserzählt – musikalisch sängerisch ein großes Erlebnis „La Traviata“, Giuseppe Verdis erfolgreichste Oper, steht zwar auf Platz 3 der Bekanntheitsskala, wird in Deutschland aber statistisch doch nicht so oft aufgeführt, wie man meinen könnte. So rangiert „La Traviata“ nicht einmal zu den Top 20 der meistgespielten Opern. Am Theater Chemnitz erlebte das Werk 2009 eine Neuinszenierung durch ...
mehr lesen »Halle: Intrigen im Vollrausch
Händel-Festspiele mit erfolgreicher Opernpremiere „Aprippina“ eröffnet Walter Sutcliffe inszenierte Barock-Oper von 1709 als Glücksspielabend in Las Vegas Die Oper Halle veranstaltet seine sechste „Agrippina“-Inszenierung nach deren Wiederentdeckung 1943 als eine kunterbunte Kaskade boshafter Spielchen, wobei eine Schweinerei die nächste bedingt, aber alles irgendwie fröhlich weitergeht ohne wirklichen Schaden anzurichten. Der neuartige Trubel war für den venezianischen Karneval 1709 verfasst. Dem ...
mehr lesen »Leipzig: Feier des Orgiastischen – Lady Macbeth von Mzensk
Wiederaufnahme unter musikalischer Leitung von Gewandhauskapellmeister Andris Nelsons im Rahmen des Schostakowisch Festival Leipzig 2025 Leipzig und Dmitri Schostakowitsch – das ist mehr als eine musikalische Affäre. Bereits 1950 inspirierte das persönliche Erleben der Bach-Festlichkeiten den sowjetischen Komponisten zu seinen „24 Präludien und Fugen“. 1965 brachte Leipzig mit „Katerina Ismailowa“ die DDR-Erstaufführung seiner Oper auf die Bühne am damaligen Karl-Marx-Platz. ...
mehr lesen »Gewandhaus Leipzig: Schrei gegen Gewalt und Lüge
Schostakowitsch Festival 2025 – 13. Sinfonie aufgeführt mit dem österreichischen Solisten Günther Groissböck 19. Festivaltag – im Gewandhaus erklangen: Dimitri Schostakowitsch „Passacalia“ aus „Lady Macbeth von Mzensk“ op.29 (Orgelfassung) gespielt von Michael Schönheit Dimitri Schostakowitschs 2. Konzert für Violine und Orchester cis-Moll op.129, Solistin Baibe Skride Dimitri Schostakowitsch 13. Sinfonie b-Moll op. 113 („Babi Jar“) Gedanken zur Interpretation der 13. ...
mehr lesen »MuKo Leipzig: Gagversuche ohne Esprit
„Orpheus in der Unterwelt“ fand beim Publikum Beifall Endlich: Der Name Offenbach steht wieder auf dem Spielplan der Musikalischen Komödie Leipzig. Die Welt ist nicht so beschaffen, dass pausenlos „Hello, again“, wahlweise „Don’t Cry for Me Argentina“ gerufen werden könnte. Leider. Unsere gesellschaftliche Realität heute ist nicht weniger verlogen als die vor 167 Jahren in Frankreich, die Jacques Offenbach satirisch ...
mehr lesen »Dessau: Süchtig hoch zwei
Tschaikowskis Oper „Pique Dame“ in einer Inszenierung von Malte Kreutzfeldt „Pique Dame“ zählt zu den bedeutendsten Werken des russischen Komponisten Pjotr Iljitsch Tschaikowski – einem Romantiker, der wie kaum ein anderer die russische Musik in das kulturelle Bewusstsein Europas überführte. Diese Transferprozess bleibt auf Grund aktuell-politischer Sichtweisen gegenwärtig unbeachtet. Ein solches Meisterwerk aufzuführen, ist nicht weniger als ein Dienst an ...
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